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Rezension: Das Mädchen aus Mantua

Charlotte Thomas – Das Mädchen aus Mantua



das mädchen aus mantua
„Das Mädchen aus Mantua“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
Padua, 1601: Celestina wird der Schicklichkeit halber von ihrer Mutter zu Verwandten nach Padua gesandt. Die eigensinnige junge Witwe, die ihr selbstständiges Leben in Mantua nur ungern aufgibt, macht aus der Not eine Tugend, denn sie hat sich Unmögliches in den Kopf gesetzt: Celestina will an der berühmten Universität von Padua Medizin studieren! Ein ebenso waghalsiges wie aussichtsloses Unterfangen, denn Frauen haben in den Hörsälen nichts verloren. Das Streben nach akademischen Würden ist allein den Herren der Schöpfung vorbehalten. Doch Celestin hat nicht nur stapelweise Anatomiebücher ihres verstorbenen Gatten im Gepäck, sondern auch eine Auswahl an passender Männerkleidung…


Eine mutige Frau und ein gefährlicher Plan…


Ich habe nur das Cover gesehen, da wusste ich schon: Dieses Buch muss ich ganz, ganz dringend lesen!
Eine wunderschöne Gestaltung macht es fast unmöglich, an diesem Buch einfach vorbeizugehen. Dann sind da noch meine Assoziationen an das letzte Leseerlebnis bei einem Buch von Charlotte Thomas, was mich sprachlos zurückließ und schon war es um mich geschehen.


Natürlich dreht sich in dieser Geschichte nicht alles nur um Celestina und ihren ungehörigen Plan. Wie sollte es anders sein, auch ein junger Mann tritt in ihr Leben. Doch es ist äußerst kompliziert, einen Mann zu mögen, der mit der eigenen Person auch nur spricht, während man wie ein Mann aussieht…
Doch Widrigkeiten gehören schließlich zum Leben hinzu.


Äußerst lebendig wird es in dieser Geschichte, wenn es in den Unterricht geht. Die Autorin gibt sich nicht mit oberflächlichen Beschreibungen zufrieden, nein, da geht’s erst richtig los. Selbst Leser ohne Medizinkenntnisse dürften den detailreichen Ausführungen von Charlotte Thomas folgen können. Also für Leser mit einem schwachen Magen vielleicht nicht so sehr zu empfehlen. Aber ich fand das überhaupt nicht schlimm – das machte die Geschichte irgendwie sogar noch reizvoller. Ich meine, diese Erzählungen sind ja auf den damaligen medizinischen Kenntnissen aufgebaut. Da wusste man noch nicht, dass das Blut in einem Kreislauf fließt. Das ist dann schon wirklich sehr interessant und zuweilen wirklich witzig!


Die Szenerie wurde von Charlotte Thomas aber auch mit sehr viel Liebe zum Detail geschaffen. Man war wieder mittendrin – „gefangen“ im damaligen Padua, mittendrin im medizinischen Lehrplan der Universität und voll eingebunden ins tägliche Leben der Menschen.
Dieser reizvolle Mix ist authentisch und spannend und ich weiß ganz genau: Charlotte Thomas ist eine unglaubliche gute Erzählerin historischer Romane!


Bewertung:


Vielen Dank für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars an Bastei Lübbe!

Interview mit Peter Prange

„Diese Stunde haben wir dem Himmel gestohlen“
Gespräch mit Peter Prange



autor




Gerade erschien Ihr neuer Roman Himmelsdiebe. Welchen Stellenwert hat er für Sie ganz persönlich?
Im Leben eines jeden Autors gibt es ein oder zwei Bücher, die über alles entscheiden. In meinem Fall sind dies Das Bernstein-Amulett – und Himmelsdiebe. Das Bernstein-Amulett hat entschieden, ob ich ein Autor bin, Himmelsdiebe wird entscheiden, was für ein Autor ich bin.


Sie sind vor allem für Ihre historischen Romane bekannt. Für Die Principessa, Die Philosophin, Die Rebellin, Der letzte Harem und zuletzt Die Gottessucherin. Was hat Sie dazu bewogen, sich jetzt mit Himmelsdiebe einem anderen Stoff zuzuwenden?
Nach fünf klassischen historischen Romanen kehre ich mit Himmelsdiebe dorthin zurück, wo ich mit dem Bernstein-Amulett angefangen habe: in die Mitte des 20. Jahrhunderts – in die vielleicht spannendste Epoche, die es je in Europa gegeben hat. Insofern stellt dieser Roman keinen völligen Neubeginn dar, eher eine Art schriftstellerischer Wiedergeburt. Abgesehen davon kann ich mir ja nicht aussuchen, welche Geschichten von mir geschrieben sein wollen. Hört sich komisch an, ist aber so. Plötzlich ist der Stoff da, eine Anekdote, eine Randnotiz in einer wissenschaftlichen Abhandlung, eine Begegnung auf Reisen, was auch immer – stets ist es eine Geschichte, die ich selber gerne lesen würde. Und ich wundere mich, warum sie noch kein anderer Autor geschrieben hat. Wahrscheinlich hat das damit zu tun, ob das Thema etwas in meinem eigenen Innern zum Klingen bringt, auf eine Resonanz in mir trifft, die mich zum Schreiben zwingt. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob es sich um einen Stoff handelt, der im 16. Jahrhundert spielt wie die Gottessucherin, oder um einen Stoff aus der Neuzeit wie Himmelsdiebe. Hauptsache, er betrifft mich existenziell. Es kann also durchaus sein, dass das nächste Projekt wieder ein historischer Roman sein wird. Ein Vorteil, wenn die Geschichte in der Neuzeit spielt: Ich kann mich in meiner eigenen Sprache ausdrücken, muss mich nicht für jede Metapher in eine vergangene Kultur zurückversetzen. Das beflügelt mich beim Scheiben ungemein – ich hoffe, das merkt man bei der Lektüre.


Himmelsdiebe ist letztlich die Geschichte einer großen Leidenschaft, einer ungewöhnlichen Liebe. Was hat Sie an der Geschichte von Laura Paddington und Harry Winter besonders gereizt?
Die Radikalität, mit der sie ihre Vorstellung von der Liebe und vom Leben verwirklichen. Zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, begegnen einander und entbrennen in einer Amour fou. Alles spricht gegen sie – ihre Familien, ihre Freunde, die ganze Gesellschaft. Doch statt sich den Realitäten zu beugen, entfliehen die beiden der Wirklichkeit, erst aus London, dann aus Paris, um sich im hintersten Winkel Europas, in einem abgelegenen Pyrenäendorf, ihr eigenes Reich zu schaffen – ein Paradies der Liebe und der Kunst. Für eine kurze Weile erfüllt sich ihr Traum vom Himmel auf Erden. Dann aber bricht der große Krieg aus, der ganz Europa erfasst, und ihr Lebenskonzept wird auf die entscheidende Probe gestellt: Was ist stärker – die Leidenschaft, die Welt der Liebe und der Phantasie, die sie miteinander verbindet, oder die brutale, barbarische Wirklichkeit?


Sowohl Laura als auch Harry stehen, in ihrer Kunst, aber auch in ihrer Liebe, für die Unbedingtheit ihrer Träume ein. Sie rebellieren gegen die engen Grenzen, die die bürgerliche Welt ihnen setzt. Aber sie sind auch mit einer Wirklichkeit konfrontiert, der sie nicht entkommen können. Wie sehen Sie diesen Konflikt von Traum und Wirklichkeit in Ihrem Roman?
Der Konflikt von Traum und Wirklichkeit spielt in Lauras und Harrys Leben hinein wie in unser aller Leben. Wir alle haben Träume, Sehnsüchte, Wünsche, doch meistens hat die Wirklichkeit etwas dagegen, dass wir sie uns erfüllen. Dieser Konflikt ist oft eine entsetzliche Erfahrung. Doch zugleich macht er die Spannung des Lebens aus – wie auch die Spannung eines jeden guten Romans. Erst wenn die Wirklichkeit unsere Träume auf die Probe stellt, erfahren wir, wie ernst wir es mit ihnen meinen. Doch nur darin, wie wir uns zu unseren Träumen bekennen und versuchen, sie zu verwirklichen, begreifen wir unser Leben. Und erkennen uns selbst – wer wir wirklich sein wollen, wer wir wirklich sind.


Wenn man so will, leben ja auch wir in einer Zeit der „großen Anpassung“. Sicherheit scheint in Zeiten der Krise mehr wert zu sein als jede Form von Freiheit – von Träumen und Visionen ganz zu schweigen. Ist für Sie Himmelsdiebe indirekt auch ein Kommentar zu dem, was wir heute erleben?
Ich bin kein Soziologe, ich kann nur von mir selber erzählen. Als mein Vater, ein Kaufmann, sich in meiner Studienzeit sorgte, was später aus mir werden sollte, brachte ich ihn mit folgendem Satz zur Verzweiflung: „Das Leben ist zu kurz, um es mit Geldverdienen zu verplempern.“ Damals war ich jung und lebte von der Hand in den Mund. Doch war meine Maxime darum falsch? Als ich die Arbeit an Himmelsdiebe anfing, machte ich gerade eine schwierige Phase durch. Die Finanzkrise fraß in kurzer Zeit meine halbe Altersvorsorge auf, jedermann bedrängte mich, doch lieber einen klassischen historischen Stoff zu schreiben, um gerade jetzt auf Nummer sicher zu gehen – die ganze böse Wirklichkeit schien sich gegen mich verschworen zu haben. Doch was ist die Wirklichkeit gegen einen schönen Traum? Je stärker mir im wirklichen Leben das Lachen verging, umso mehr fühlte ich mich zu den Traumtänzern meines Romans hingezogen. Ich bin ganz und gar eingetaucht in ihre Welt, habe mit ihnen gelacht und geweint, gelitten und gesiegt. Und siehe da: Sie haben mich nicht im Stich gelassen. Kaum hatte ich die ersten hundert Seiten geschrieben, hatte ich die Qual der Wahl, bei welchem Verlag ich den Roman herausbringen sollte. Die globale Finanzkrise war damit, was meine Wenigkeit betrifft, überwunden. Fabula docet: Das Thema meines Romans wurde so zum „Problemlöser“ in meinem wirklichen Leben. Kann es für einen Autor eine schönere Bestätigung geben?


Ziemlich zu Beginn des Romans sagt Laura über ihre Faszination für Harry. „Ich will von ihm sehen lernen! Sehen und Malen! Sehen und Malen und Leben!“ Er ist für sie, die junge Künstlerin, also so etwas wie ein Lehrmeister. Doch im Laufe des Romans verändert sich das Verhältnis der beiden, verändert sich vor allem Laura. Wie würden Sie den Prozess, den Laura durchläuft, beschreiben?
Als die zwei einander zum ersten Mal begegnen, weiß Laura sofort: Das ist der Große Zauberer – der Mann, nach dem sie sich als Kind schon gesehnt hat, der Mann, der sie verwandeln wird. Und tatsächlich, Harry übt solchen Zauber auf sie aus, dass sie fortan nicht nur das Leben mit völlig neuen Augen sieht, sondern auch sich selbst. In seiner Gegenwart, manchmal auch in seinem Bann, wird sie zur Frau und zur Künstlerin. Doch Laura ist ein Zauberlehrling der besonderen Art. Schon bald vergeht ihrem Meister Hören und Sehen. Fühlt Laura sich zu Beginn des Romans durch Harry verzaubert, wird sie am Ende selbst für ihn zur Großen Zauberin – zu einem Rätsel, das Harry lösen muss.


Also geht es auch um die künstlerische Leidenschaft einer außergewöhnlichen Frau? Darum, wie sie – trotz und bei aller Liebe – ihre eigene Handschrift findet?
Die künstlerische Leidenschaft ist nur ein Teil von Lauras Entwicklung – worauf es wirklich ankommt, ist die Leidenschaft, mit der sie grundsätzlich lebt und ihren eigenen Weg geht: bedingungslos, ohne Netz und doppelten Boden. Diese Unbedingtheit treibt sie sogar über Grenzen hinaus, vor denen Harry zurück weicht. Sowohl in der Kunst als auch im Leben.


Wieso der ja doch etwas ungewöhnliche Titel Himmelsdiebe?
Bei dem Titel hat meine türkische Frau Patin gestanden. „Diese Stunde haben wir dem Himmel gestohlen“, sagt man im Türkischen, wenn man einen Augenblick besonderen Glücks erleben durfte. Solche Himmelsdiebe sind Laura und Harry, und von ihrer Himmelsbeute erzählt mein Roman. So oft sie auch auf den harten Boden der Realitäten aufschlagen, immer wieder gelingt es ihnen, eine Stunde des Glücks dem Himmel abzutrotzen.


Also so etwas wie „Himmelsstürmereien“. Wie steht es bei Ihnen als Autor um das Verhältnis von Phantasie und Wirklichkeit? Gab es so etwas wie Vorbilder für Ihren Roman?
Nicht in der Literatur, wohl aber in der Wirklichkeit. Ich habe meinen Roman einer Jahrhundertliebe gewidmet – Laura und Harry hat es, wenngleich natürlich unter anderen Namen, tatsächlich gegeben. Dennoch ist Himmelsdiebe keine Tatsachen-Biografie. Vielmehr ist der Roman ein in künstlerischer Freiheit gestaltetes Porträt zweier Liebender, die Geschichte einer Frau und eines Mannes, die mit ihrer Liebe und ihrer Kunst das Licht der Menschlichkeit am Leben erhielten in einer der finstersten Epochen Europas. Mit ihren Hoffnungen und Ängsten, mit ihren Zweifeln und Verzweiflungen, mit ihren Sehnsüchten und Ausflüchten verkörpern und kommentieren sie das Schicksal eines ganzen Kontinents, in der Mitte des 20. Jahrhunderts.


Vielen Dank für die Bereitstellung des Gesprächs an Peter Prange! Und natürlich an den Pendo Verlag!

Interview mit Lea Korte

Heute hat Lea Korte für euch Fragen beantwortet!

Viel Spaß!




Liebe Lea, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Zu Beginn erzähle doch kurz etwas über dich.
Was gibt es über mich zu erzählen? Ich bin mit einem Franzosen verheiratet, habe zwei Kinder (9 und 14), einen (reichlich!) verrückten Hund und eine schwarze Katze, die auch nicht viel normaler als der Hund ist.
Seit etwa 18 Jahren lebe ich überwiegend in Spanien. Mit 12 war ich mit meinen Eltern zum ersten Mal am spanischen Mittelmeer und habe „beschlossen“, dass ich dort leben will. Mit dem Schreiben war es ähnlich: Das war auch so ein früher „Beschluss“. Dass später in der Tat beides geklappt hat, zeigt, dass man seine Kinderträume manchmal doch in die Tat umsetzen kann. 😉


Zwei Veröffentlichungen, viele gute Rezensionen und gerade erst in einer neuen lovelybooks-Aktion neben vielen namhaften Autoren vertreten. Du startest durch – vom anderen Ende Europas…
Wie fühlt sich so viel Erfolg an?

Ich freue mich natürlich riesig, dass vor allem mein neuer Roman „Die Maurin“ ein so großes Echo erfährt! Vor allem sage ich deswegen, weil mir gerade „Die Maurin“ besonders am Herzen liegt. Neben dem historischen Hintergrund und Zahra as-Sulamis Geschichte geht es in diesem Buch auch um die Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen. Das Buch zeigt, dass wir über viele Jahrhunderte schon einmal sehr gut miteinander ausgekommen sind. Toleranz und Verständnis füreinander waren damals die großen Stichworte. Und ich würde mir wünschen, dass wir wieder zu einem friedlichen Miteinander zurückfänden.


Gehen wir einmal zurück zu den Anfängen: Was war dein erster Roman? Und wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, Bücher zu schreiben?
Dass ich „später“ einmal schreiben wollte, habe ich schon sehr früh beschlossen, mit 12 oder 13, und das mit der gleichen Naivität wie andere in dem Alter beschließen, Tierarzt, Astronaut oder Lokomotivführer zu werden. Ich war schon damals eine absolute Leseratte und dachte, es müsse wunderbar sein, nie etwas anderes tun zu müssen, als immer nur zu lesen und zu schreiben – und das finde ich noch immer. 😉

Aber bis es dann wirklich Realität geworden ist, hat schon noch ein wenig gedauert: Zuerst habe ich, vor allem zur Beruhigung der Nerven meiner Mutter, einen Brotberuf studiert – aber nachdem ich meine Diplome als Dolmetscher und Diplomökonom in der Tasche hatte, habe ich dann gleich mit dem Schreiben losgelegt. Als mein erster Roman fertig war, habe ich ihn an eine Agentur geschickt, die diesen Roman zwar nicht wollte, weil er ihnen mit seinen 850 Seiten zu dick war, mir aber ein anderes Projekt vorgeschlagen hat: einen Frauenroman. Und so kam es zu meinem ersten dann auch veröffentlichten Roman.


Nachdem du nun den ersten Schritt in die große Welt des Schreibens getan hattest, wie ging es weiter? Vor allem: Wie ist es dazu gekommen, dass du angefangen hast, historische Romane zu schreiben?
Ich habe zunächst noch zwei weitere Frauenromane geschrieben, dann einen Entwicklungsroman – und bei diesen Recherchen festgestellt, dass mir das Nachforschen und Suchen nach Informationen großen Spaß macht. Da ich mich außerdem schon immer sehr für die Geschichte meiner Wahlheimat interessiert habe, war es von da nur noch ein kleiner Schritt zu meinem ersten historischen Roman.


Als du schon mit dem Schreiben von historischen Romanen begonnen hast, ist eine deiner Kurzgeschichten auch in einer Anthologie erschienen. Der eigene Name in mitten vieler anderer. Wie ist deine Geschichte in dieses Sammelwerk gekommen?
Nachdem „Die Nonne mit dem Schwert“ veröffentlicht worden ist, bin ich in die Autorenvereinigung Quo vadis eingetreten, in der sich inzwischen über 100 Autoren historischer Romane zusammengeschlossen haben. Ruben hatte die Idee, dass wir eine gemeinsame Anthologie herausbringen sollten: „Das steinerne Auge“. Es ist eine Sammlung von historischen Kurzgeschichten von der Antike bis fast in die Neuzeit; in jeder von ihnen spielt ein Achat eine mehr oder minder große Rolle. Ich war natürlich sofort begeistert und habe bei diesem Projekt sehr gern mitgemacht.


„Die Nonne mit dem Schwert“ spielt in Spanien. War die Wahl dieser Schaustätte persönlicher Natur? Schließlich lebst du im schönen Spanien.
Ja, genau, da ich in Spanien lebe und sehr gut Spanisch spreche, war es sowohl für mich als auch für meinen Agenten naheliegend, dass ich mir ein Thema aussuche, das ich von dort aus gut recherchieren kann.


Wie kamst du zur Handlung? Ist sie dir über den Weg gelaufen, hast du sie zusammenkonstruiert, oder ist sie vielleicht sogar aus dem Alltag heraus entstanden?
Ich habe damals eine Umfrage in meinem (spanischen) Freundeskreis gestartet: Welche historische Frauenfigur fasziniert euch am meisten? – Außer einigen Königinnen und Teresa de Avila fiel dabei auch der Name von Catalina de Erauso, die im 17. Jahrhundert gelebt hat. Ihre Eltern hatten sie schon früh in ein Kloster gesteckt, wo Catalina sich allerdings vom ersten Tag an nicht wohl gefühlt hat. Sie war zu wild, zu freiheitsliebend und wollte „die große Welt“ kennen lernen. Als der Tag der Weihe nahte, sah sie die Möglichkeit zur Flucht und hat diese auch sofort ergriffen. Als Frau hätte Catalina damals kaum ein Auskommen finden können und überdies suchten ihre Eltern sie natürlich; also stibitzte sie sich die Kleider eines Jungen und lebte fortan mit aller Konsequenz als Mann. Sie hatte ein sehr aufregendes Leben, und da sie später, als sie in Spanien und in Südamerika schon zu einiger Berühmtheit gelangt war, auch eine Autobiografie darüber geschrieben hat, ist auch heute noch sehr viel darüber bekannt. Diese Autobiografie, die den Titel „Die Nonne Fähnrich“ trägt, ist die Grundlage meines Romans.


Aus einem Hintergrundbericht zu deinem ersten Roman erfährt man, dass die weibliche Hauptperson die Erlaubnis vom Papst persönlich hatte, in Männerkleidern zu leben. Eine ziemlich spektakuläre Story. Ist auch dies wirklich alles passiert?
Zwei Jahrhunderte vor Catalina lebte die berühmte Johanna von Orleans. Johanna wurde unter dem Vorwand, die Haare „nach Sklavenart kurzgeschoren“ und Männerkleidung getragen zu haben, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In Europa ging die Inquisition um. Catalina war genau der gleichen Gefahr ausgesetzt: Wenn jemand herausfand, dass sie in Wahrheit eine Frau war, würde auch sie vor einem Inquisitionsgericht enden! Und in der Tat „fliegt“ sie an einer bestimmten Stelle des Romans „auf“ – und in ihrem wirklichen Leben natürlich ebenso! Ihre ganze Geschichte war auch aufgrund der großen Taten, die sie „als Mann“ vollbracht hatte, so spektakulär, dass man dann in Spanien nicht wagte, sie einfach hinzurichten, sondern sie in der Tat dem Papst vorführte. Aber wie der dann entschied und wie das Ganze weiterging, kann ich hier natürlich nicht verraten. 😉


War die Recherche schwierig, stellte sie dich vor Hindernisse?
Die Recherchen zu „Die Nonne mit dem Schwert“ waren eigentlich nicht so schwierig. Diese Zeit ist gut dokumentiert, aber die Recherche war trotzdem sehr aufwendig, weil ich natürlich auch viele Details recherchieren musste: Wie lebte man zu der Zeit? Wie ging es auf einem Schiff zu? Und überdies spielt ein Teil des Romans in Südamerika, so dass ich auch die dortige Geschichte und Lebensumstände recherchieren musste.





Mittlerweile ist dein zweiter historischer Roman bei Knaur erschienen. Auch dieser spielt wieder in Spanien. Der Unterschied, diesmal spielt es aus der Sicht der Mauren.
Wie bist du an diese Recherche herangegangen?

Bei „Die Maurin“ war das historische Geschehen rund um die letzten fünfzehn Jahre der Reconquista meine Ausgangsbasis. Davon ausgehend habe ich dann den Roman geplant, was schon ein ziemlich aufwändiges Unterfangen war. Nachdem ich diese letzten Jahre der Reconquista sehr genau studiert hatte, habe ich mir überlegt, welche Ereignisse hiervon die Wichtigsten waren. Aufgrund dieses Grundgerüsts habe ich fiktive Personen gesucht, die all dies am eigenen Leib miterleben konnten und auch selbst eine interessante Geschichte haben – und so entstanden Zahra as-Sulami und ihre Familie. Es war mir wichtig, ihr Leben und das ihrer Familie so mit der wahren Historie zu verweben, dass ein einziger, neuer Guss entsteht und der Leser dabei alle wichtigen Ereignisse der Reconquista so vermittelt bekommt, als wäre er quasi dabei – weil er mit Zahra und den ihren mitfühlt und mitleidet.


Hast du wieder „Klinken putzen“ müssen oder kam der Vertrag „freiwillig“?
Da sich „Die Nonne mit dem Schwert“ gut verkauft hat, war der Verlag auch selbst daran interessiert, dass es weitergeht – und ich natürlich auch. 😉 Ich habe dann ein Exposé geschrieben und es zusammen mit ein paar Probekapiteln vorgelegt … und kurz darauf bekam ich auch schon den Vertrag für „Die Maurin“.


Du hast als Protagonisten bisher sehr starke Charaktere gewählt. Kannst du dich mit ihnen vergleichen?
Mit Kämpfernaturen kann ich mich schon besser identifizieren, weil auch mich Widerstände nicht bremsen, sondern eher dazu veranlassen, alles aus mir herauszuholen. Von daher kann ich mich auch sehr gut mit dieser Weisheit von Seneca identifizieren, die ich der „Maurin“ vorangestellt habe: „Nicht, weil die Dinge uns unerreichbar erscheinen, wagen wir nicht – weil wir nicht wagen, erscheinen sie uns unerreichbar.“


Was hat dein Interesse so für die Religionskonflikte zwischen Mauren und Christen geweckt?Ein gewisses Interesse hatte ich auch schon, bevor ich mit dem Roman begonnen habe, aber in aller Konsequenz kam dies eigentlich erst durch die Arbeit an der „Maurin“. Da die Mauren Muslime waren, musste ich mich außer mit den geschichtlichen Ereignissen natürlich auch mit dem Islam auseinandersetzen und fand dies zunehmend faszinierender. Es ist eine fremde Welt für mich gewesen, die mir aber zunehmend vertrauter wurde. Dabei ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der heutigen Konflikte zwischen Christen und Muslimen auch darauf beruht, dass wir einfach zu wenig voneinander wissen. Ich finde es schade, ja, sogar nicht mehr zeitgemäß, dass in den Schulen weiterhin vor allem oder sogar nur die eigene Religion und die Geschichte des eigenen Landes vermittelt werden. Die Globalisierung müsste auch in den Schulen Einzug einhalten: nur wenn ich „den anderen“ kenne und verstehe, kann ich eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufbauen.


Wie viel Zeit hast du in die Recherche der damaligen religiösen Abhandlungen und Sitten verwendet? Ist das dem heutigen Alltag noch sehr ähnlich, oder hast du viele Unterschiede entdeckt?
Die Recherche war schon sehr umfangreich: drei Jahre habe ich für „Die Maurin“ gebraucht, und ein nicht geringer Teil fiel dabei allein auf die Recherche. Erschwerend kam hinzu, dass der Inquisitor Cisneros nach dem Ende der Reconquista Bücherverbrennungen in unglaublichem Ausmaß veranlasst hat. Dadurch sind viele Erinnerungen, Berichte, Daten und natürlich auch ein Großteil der reichen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Mauren für immer in Flammen aufgegangen. Aus diesem Grund kann man heute viele Informationen über die Mauren nur noch bei Fachleuten finden. Mein Glück war, dass der Bruder einer Freundin von mir an der Universität von Cádiz (Spanien) Professor für Arabistik und Islamwissenschaften ist. So hatte ich eine überaus kompetente Anlaufstelle für all die Fragen, die ich nicht allein durch das Lesen von Büchern oder Recherchereisen beantworten konnte. Ich bin Prof. Dr. Jordi Aguadé und seiner muslimischen Frau Laila Benyahia unendlich dankbar für ihre Hilfe.
Der Vergleich zwischen damals und heute ist schwer. Es gab und gibt sehr große Unterschiede zwischen Muslimen und wie sie ihren Glauben praktizieren. Überdies denke ich, ist es wichtig, nicht in erster Linie den Christen oder den Muslimen, sondern vor allem den Menschen zu sehen.


Bist du selbst religiös?
Ich bin fest davon überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, aber religiös in dem Sinne, dass ich an eine der Religionen glaube, bin ich nicht. Ich bin sehr interessiert an den Religionen, und zwar an allen, und denke, sie sind wichtig: als Hoffnungsspender und als moralischer Leitfaden. Die Kriege und Auseinandersetzungen lösen ja auch nicht die Religionen aus, sondern „die“ Menschen. In jeder Religion gibt es das Gebot „Du sollst nicht töten“ und die Aufforderung, seine Mitmenschen zu achten und zu lieben. Würden wir das alle tun, ginge es der Menschheit um einiges besser. Ich denke, Toleranz ist das „Zauberwort“. 😉


Wie sieht so ein typischer Schreibtag bei dir aus?
Sehr starr und schematisch: Kaum sind die Kinder aus dem Haus, setze ich mich auch schon vor den PC. Nach dem „Warmschreiben“ durch das Beantworten meiner Mails oder Facebook- und Twitternachrichten beginne ich mit dem Schreiben. In der Regel setze ich mir als Ziel, wenigstens sieben Seiten am Tag zu schreiben, aber zuvor überarbeite ich immer die Kapitel der letzten ein bis drei Tage.
Für die historischen Romane ist natürlich viel Recherchearbeit nötig. Das Gros davon mache ich, bevor ich mit dem Schreiben anfange, aber auch beim Schreiben gibt es immer noch Dinge, die man recherchieren muss. Aber wenn ich erst einmal mit einem Buch angefangen habe, stehen diese sieben Seiten schon ganz oben auf meiner Liste. Zur Not muss die Nacht zum Recherchieren herhalten.
Derzeit habe ich auch einige Leserunden laufen, so dass auch dies Teil meiner Arbeit ist. Der Kontakt mit den Lesern ist mir sehr wichtig – und das war auch der Hauptgrund für mich, mich bei facebook und twitter „einzuklinken“.


Wenn du gerade nicht schreibst, was machst du dann?
Da ich eine Familie mitsamt zwei Kindern habe, bleibt da neben dem Schreiben gar nicht mehr so viel Zeit für anderes. Ich gehe mit unserem Hund spazieren, lese auch selbst gern und viel, mache Yoga und spiele Klavier. Entspannung pur ist für mich ein Bad im Meer. Teilweise lese ich auch meine Manuskripte oder Fachbücher am Strand oder im Strandcafé. Eigenartigerweise kann ich mich dort am besten konzentrieren und nehme das „Gewusel“ dort um mich herum gar nicht wahr.


Sicher quälst du deine Tastatur schon wieder stundenlang. Kannst du den Lesern schon einen winzigen Vorgeschmack auf dein nächstes Buch geben? Und wird es wieder spanisch geprägt sein?
Ich plane einen neuen historischen Roman, der in dem Spannungsfeld der drei großen Religionen spielen wird: dem Islam, dem Christen- und dem Judentum. Mit dem Ende der Reconquista bricht dieser Konflikt nämlich erst richtig auf! Es ist gut möglich, dass er die Fortsetzung von „Die Maurin“ wird.


Was wolltest du deinen Lesern schon immer mal sagen?
Nun, vor allem wohl, dass wir Autoren nichts ohne sie, die Leser, wären. Ich freue mich über den persönlichen Kontakt zu meinen Lesern, kann versprechen, dass ich sowohl auf E-Mails als auch auf Facebook- oder Twitternachrichten immer recht prompt antworte und kann deswegen alle nur animieren, mir einfach mal zu schreiben!


Und zum Schluss vervollständige bitte diese Sätze:
Schreiben ist….

mein Leben.
Ich bin glücklich, wenn…
meine Familie es auch ist.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir für dieses Interview!

Rezension: Die Gauklerin von Kaltenberg

Julia Freidank – Die Gauklerin von Kaltenberg


Julia Freidank-Die Gauklerin von Kaltenberg

Kurzbeschreibung:

Kaltenberg, 1315. Mit einem sinnlichen Lied aus den „Carmina Burana“ soll die junge Anna ihren Geliebten, den Burgherrn Ullrich, verhext haben. In letzter Minute rettet sie der schwarze Ritter Raoul vor dem Tod. Fortan steht Anna zwischen den beiden Männern, die sich abgrundtief hassen. Der leidenschaftliche Kampf einer Frau um Freiheit und Glück beginnt.

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Rezension: Der gläserne Schrein

Petra Schier – Der gläserne Schrein<


Petra Schier-Der gläserne Schrein-Historischer Roman<

Kurzbeschreibung:

1413. Ganz Aachen ist in Aufruhr: Am Todestag Karls des Großen soll die neue Chorhalle eingeweiht werden. Doch eine Serie mysteriöser Mord- und Unfälle überschattet die Vorbereitungen zu dem Ereignis. Ausgerechnet der angesehene Goldschmied Bardolf Goldschläger gerät in Verdacht.
Seine Stieftochter, die Reliquienhändlerin Marysa, nimmt die Spur des Täters auf. Dabei kommt sie einer Verschwörung auf die Spur, die bis in die allerhöchsten Kreise reicht. Dort ist man nicht gewillt, sich die ehrgeizigen Pläne durchkreuzen zu lassen: Marysa gerät in Lebensgefahr…

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Die Wanderschriftsteller: Auf den Spuren von Iny Lorentz | Werbung

Dieser Beitrag enthält Werbung für den Holiday Verlag

Die Wanderschriftsteller Auf den Spuren von Iny Lorentz

Iny Klocke und Elmar Wolrath sind wohl Deutschlands bekanntestes Autorenduo. Die beiden stecken hinter der Bestsellerautorin Iny Lorentz.
Auch ich habe so einige ihrer Bücher vor Jahren schon gelesen und dabei gefiel mir besonders, dass man den Geschichten die intensive Recherche anmerkte.
Vielleicht habt ihr da gerade trotzdem kein Buch vor Augen. Ihr habt aber sicherlich schon von Die Wanderhure gehört. Habt das Buch vielleicht gelesen, oder den Film geschaut.

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Meine 4 Empfehlungen für Regiokrimis, die ihr kennen müsst | Werbung

Werbung für Audible Magazin

Wenn ihr mein Leseverhalten ein wenig verfolgt, dann wisst ihr, dass ich gerne Krimis und Thriller lese. Zum Beispiel habe ich euch in Zusammenarbeit mit vielen tollen Bloggern schon mal die besten Krimi- und Thrillerautoren zusammengestellt. Darunter sind auch einige Autoren von Regiokrimis.
Ich habe euch kürzlich New-Adult-Romane, die mir am Herzen liegen, vorgestellt. Um euch mal ein anderes Genre zu präsentieren, stelle ich euch heute meine liebsten Regiokrimis vor.

Regiokrimis-Empfehlungen für Regionalkrimis

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9 Titel, ohne die ihr dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren dürft

In den ersten Bundesländern starten schon bald die Sommerferien und damit auch für viele von euch der Urlaub.
Das Wetter ist zwar wechselhaft und nicht immer so, wie wir uns das wünschen, aber auf die Auszeit freuen wir uns trotzdem.
Vielleicht fliegt ihr weg, fahrt mit den Kindern in den Schrebergarten, oder lasst die Seele einfach nur auf Balkonien baumeln.
Ganz egal, wohin es euch verschlägt: Bücher nehmen viel Platz ein.
Da sind wir uns wohl alle einig.
Man muss schleppen. Und beim Packen Tetris spielen. Und sich immer für oder gegen einen Titel entscheiden. Und am Ende hat man meist zu wenig zum Lesen dabei.
Da die meisten von euch einen E-Reader besitzen, habe ich heute eine ganz besondere Zusammenstellung für euch.

buecher fuer den sommer-kielfeder

Ich empfehle euch 9 E-Books, die ihr für diesen Sommerurlaub unbedingt auf eure digitalen Lesegeräte laden müsst!

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Rezension: Pergamentum

Heike Koschyk – Pergamentum



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„Pergamentum“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
„Die Elemente treten an, die Welt zu vernichten, wenn die Menschheit sich nicht gegen den Einen stellt, der das Verderben bringt.“
Das Kloster Eibingen, in dem einst Hildegard von Bingen wirkte: Im Skriptorium wird ein Mönch ermordet aufgefunden, in der Hand ein rätselhaftes Pergament. Elysa, eine junge Adelige, wird als Novizin in das Kloster geschleust, um den Mörder zu finden. Mit der Entschlüsselung des Pergaments kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das nicht nur den Ruf der seligen Prophetin erschüttern könnte, sondern die gesamte christliche Welt…


Umfassend recherchiert und mitreißend spannend!


Der Roman wird in mehreren Perspektiven erzählt.
Elysa ist eine junge Adlige. Sie ist auf dem Weg zu ihrem Bruder, doch dort wird sie vorerst nicht ankommen. Sie taucht in einem etwas düsteren Konvent unter und hat die Aufgabe, in 4 Tagen den Mord an einem Mönch aufzuklären.
Doch Elysa kann nicht wissen, wer Freund und Feind ist. Und dann wird auch noch eine ihr vertraute Nonne niedergeschlagen.
Aus den Perspektiven der beiden Nonnen Ida und Margarete wird ebenfalls erzählt. Die Geschichte wird so vollkommen abgerundet und man bekommt Einblicke in den Klosteralltag und die geheimen Ängste und Wünsche der Frauen.
Und aus der Sicht des Kanonikus Clemens wird erzählt. Er macht sich ebenfalls auf die Suche nach Beweisen, will er doch Elysa vor Ablauf der Frist wieder aus dem Kloster holen.
Und die Zeit rennt ihnen davon…


Beeindruckend ist die Art der Autorin, die damalige Zeit, die Charaktere, den schmalen Grad zwischen Gottesfurcht und Teufelsnarr zu schildern. Die düstere Stimmung wird unterstützt, durch authentisch Wortwahl.


Die Geschichte ist voller Facetten, voller Wendungen! Immer wieder ergeben sich andere Umstände, gehen den Protagonisten neue Lichter auf! Bis zum Schluss habe auch ich den Täter nur geahnt.


Am meisten beeindruckt hat mich wohl die opulente, perfekt zum Roman und der Zeit passenden Sprache. Es sind Worte, die ganze Bände sprechen und einen unheimlichen Reiz des Geschehens ausmachen. Würdevoll und galant ist der ganze Roman voll davon und man kann sich kaum sattlesen.


Der ganze Roman ist eine einzige, umfangreiche Sammlung von Spannung und Fakten. Interessant und umfangreich wurde auf Leben Hildegard von Bingens und das ihrer Anhänger eingegangen.
Besonders spannend fand ich die Erwähnung und großzügige Einbeziehung der lingua ignota – der geheimen Sprachen der großen Visionärin!


Im Anhang findet sich noch eine Karte des Klosters, sodass sich der Leser noch besser in die beschriebene Umgebung hineinversetzen kann. Außerdem ein Anhang, der über Wahrheit und Fiktives Auskunft gibt.


Ein sehr spannender, packender historischer Krimi – nicht nur von heldenhaften Bauern oder Adligen, sondern direkt im Angesicht Gottes und seiner Auserkorenen!


Bewertung: