Im Gespräch mit Johanna Danninger und Greta Milán

Johanna Danninger und Greta Milán sind in diesem Jahr zu Gast auf der LoveLetter Convention in Berlin.
Eingeladen wurden sie von Amazon Publishing, denn zusammen haben sie kürzlich bei deren Imprint Montlake Romance den Roman The Wedding Project (Werbung) veröffentlicht.
Ich werde die beiden auch auf der LLC treffen, aber da ich ihr Buch in einem Rutsch verschlungen habe, wollte ich sie auch unbedingt schon vorher kennenlernen.

interview mit johanna danninger und greta milán-loveletter convention

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Autor und Lektor: „Sie war wie ein rettender Engel“

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Von Susanna Ernst erscheint heute ihr neues Buch So wie die Hoffnung lebt (Werbung).
Zuletzt las ich von ihr Das Leben in meinem Sinn und auch zum neuesten Buch wird es bald eine Rezension geben.

Susanna arbeitet mit der Lektorin Isabell Spanier bei Droemer Knaur zusammen und ich habe diese beiden vielbeschäftigten Frauen zu einem gemeinsamen Interview gewinnen können.

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Links Susanna Ernst und rechts Isabell Spanier

Wie aus einem Manuskript ein Roman wurde

Wie sah eure erste Begegnung aus? War es vielleicht ein Manuskript, das auf dem Schreibtisch von dir, Isabell, landete, oder vielleicht ein Treffen?


Susanna:
Wir sind einander für die Zusammenarbeit von So wie die Hoffnung lebt vorgestellt worden – und das in Form einer E-Mail meiner damaligen Lektorin, die den Job wechselte. Dann meldete sich Isabell bei mir. Sie hatte das Exposé schon, las gerade das Manuskript, und wir stiegen relativ zielstrebig in die Zusammenarbeit ein. Das mussten wir auch, denn gerade bei So wie die Hoffnung lebt war der Zeitplan recht straff.

Wie gestaltet sich eure Zusammenarbeit? Seht ihr euch regelmäßig, schreibt ihr euch E-Mails/ Postkarten/ etc.?


Isabell:
Susanna und ich führen einen regen E-Mailkontakt, der sich immer dann, wenn eines ihrer Projekte in die „heiße“ Phase steuert, intensiviert. In dieser Zeit telefonieren wir auch öfter als sonst. Unser erstes Treffen fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Durch die monatelange Zusammenarbeit im Vorfeld war unser Umgang zu diesem Zeitpunkt schon sehr vertraut. Dort habe ich auch Susannas Ehemann und ihre Kinder kennengelernt, was mich unglaublich gefreut hat.

Susanna, wie gehst du mit Korrekturen und Kritik von Isabell um?
Lässt du das immer erstmal sacken und setzt dich dann damit auseinander?
Nickst du alles ab? Wie reagierst du?


Isabell ist unglaublich gut in dem, was sie tut. Ich werde nie vergessen, dass das Manuskript von So wie die Hoffnung lebt ursprünglich 650 Seiten umfasste. Ich wusste genau, dass ich den Rahmen damit hoffnungslos gesprengt hatte und war den Text unmittelbar vor Abgabe auch noch einmal komplett durchgegangen, in dem Versuch, ihn zu kürzen (mit dem Ergebnis, dass er danach noch drei Seiten länger war als zuvor 🙂 ).
An dieser Stelle kam Isabell wie ein rettender Engel ins Spiel. Denn gemeinsam mit ihr habe ich es tatsächlich geschafft, das Buch um fast 200 Seiten zu kürzen, ohne inhaltlich irgendetwas fehlen zu lassen.

Ich bin dankbar für jeden Denkanstoß, den sie mir gibt. Aber alles nicke ich trotzdem nicht ab. Wenn Isabell mir ihre Änderungsvorschläge schickt, fängt es sofort an, in meinem Kopf zu rattern. Zu den allermeisten ihrer Ideen finde ich sofort einen Zugang und überlege schon bald, wie ich die entsprechenden Stellen umschreiben kann. Es gibt aber auch manche, ganz wenige Parts, an denen sich für mich nichts oder nicht mehr allzu viel rütteln lässt. Die sich einfach nicht mehr authentisch anfühlen würden, wenn man sie verändern würde, egal wie. Das sind dann die Punkte, die ich nach reiflicher Überlegung an Isabell zurückmelde. Und bisher war das nie ein Problem für sie.

Zwei Multitalente

Isabell, was macht Susanna für dich als Autorin aus?


Susanna ist eine Autorin, die mich immer wieder zum Staunen bringt. Sie verfügt nicht nur über ausgefallene Plotideen und ein tolles Gespür für unvorhersehbare Wendungen, sondern auch über unglaublich kreative Selbstvermarktungskünste. Für ihren neuen Roman hat sie Stoffherzen genäht und filigrane Halsketten angefertigt. Als ich die Ergebnisse zu sehen bekommen habe, war ich schwer beeindruckt. Susanna ist wirklich ein Multitalent und man merkt all ihrem Tun an, wie sehr sie das Geschichtenerzählen liebt. Außerdem hat sie ein Händchen dafür, ihre Leser bestmöglich einzubinden. Das macht sie zu einer Autorin zum Anfassen.

Susanna, was hast du bisher aus der Zusammenarbeit mit Isabell mitgenommen?


Ich habe meine Art zu schreiben durch die Zusammenarbeit mit Isabell etwas umgestellt. Nicht vom Stil her, natürlich. Aber früher habe ich einfach drauflos geschrieben, immer weiter, ohne die vorangegangenen Szenen noch einmal durchzulesen. Dann, wenn ich mit dem ersten Durchgang fertig war, bin ich das komplette Skript noch einmal durchgegangen, habe die Sätze teilweise umgestellt, ergänzt oder gekürzt. Diesen Vorgang habe ich etliche Male wiederholt, bis ich das Manuskript abgegeben habe. Seit der Zusammenarbeit mit Isabell – vermutlich durch diese enorme Kürzung, die wir gemeinsam vorgenommen haben – prüfe ich quasi jeden Absatz sofort auf seine Daseinsberechtigung und ob man ihn nicht doch etwas prägnanter formulieren könnte.
Außerdem hat Isabell ein tolles Gespür für Spannungskurven und auch dahingehend bin ich nun deutlich kritischer als zuvor.

Sympathie, Achtung und Herzlichkeit

Wie viel Vertrauen macht eure Verbindung aus?
Existiert zwischen euch eine Bindung, außerhalb des Austauschs über das Geschriebene?


Susanna:
Zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir uns zunächst auf „nicht allzu viel Drumherum“ geeinigt. Das lag aber vor allem daran, dass es zeitlich echt eng war und wir beide extrem viel um die Ohren hatten. Außerdem weiß ich inzwischen, dass wir uns in unserer Art zu arbeiten sehr ähneln und beide voll und ganz in dem versinken, was wir gerade tun.
Aber besonders während dieser intensiven Zusammenarbeit kam auch schnell ein hohes Maß an Achtung und Sympathie zwischen uns auf. Inzwischen sind unsere E-Mails sehr herzlich, manchmal „schwätzen“ wir auch ein wenig privat, aber generell bleiben wir doch immer auf das gemeinsame Ziel fokussiert, das bestmöglichste Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Ich vertraue Isabell voll und ganz. Und das ist auch wichtig, denn mit jedem eigenen Text, den man jemanden lesen lässt, gibt man ja auch ein Stück von sich selbst, ein Stück seines Innersten, preis.

Was macht die Zusammenarbeit mit dem jeweils anderen für euch beide besonders?
Was wolltet ihr einander vielleicht schon lange mal sagen?


Isabell:
Ich arbeite unglaublich gerne mit Susanna zusammen. Sie ist bei allem, was sie tut, sehr professionell und strukturiert. Ihre gefühlvollen Geschichten und die besonders gezeichneten Figuren berühren mich jedes Mal aufs Neue.

Susanna:
Mit Isabell zu arbeiten fühlt sich für mich sehr produktiv an, und das auf eine sehr angenehme, unaufgeregte, geschmeidige Art. Ich denke, zwischen uns passt es einfach, und das ist gewiss nichts Selbstverständliches. Ich habe in meinen bisher nur fünf Jahren des professionellen Schreibens jetzt schon mit insgesamt acht Lektorinnen zusammen gearbeitet (für Droemer Knaur, Ravensburger und einen kleineren Verlag). Das hat immer gut funktioniert. Dennoch hoffe ich sehr, noch möglichst lange mit Isabell zusammen arbeiten zu können, denn wann immer mir mein Postfach eine neue E-Mail von ihr meldet, freue ich mich sehr darüber – auch schon vor dem Öffnen. Und das war in der Vergangenheit bei weitem nicht immer so.

Danke, dass ihr beide mir für meine Fragen zur Verfügung gestanden habt!

Ist dir, lieber Leser, bewusst gewesen, dass Lektoren oftmals die rettenden Engel sind?

[LoveLetter Convention] Interview mit Susanne Schomann



~ Interview mit Susanne Schomann ~




Hallo ihr Lieben,

„Susanne Schomann wurde 1958 in Hamburg geboren und ist dort auch zur Schule gegangen. […]
Kaum in der Schule, entdeckte sie auch schon ihre Leidenschaft für Bücher und ihr Vater bezeichnete sie oft liebevoll als seine ‚Leseratte‘.
[…]
Nach der Geburt ihres ersten Sohnes gab sie ihren Beruf auf, um ganz für ihn, und bald darauf auch für seinen kleinen Bruder da sein zu können.
Als ihre Söhne schließlich beide zur Schule gingen, nutzte sie die gewonnene freie Zeit, um ihrer großen Leidenschaft, dem kreativen Schreiben, intensiver nachzugehen.
Die Autorin ist seit 1981 glücklich verheiratet und lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden erwachsenen Söhnen in ihrer Heimatstadt.“

Text Quelle: Susanne Schomann
Bild Copyright: Sabine Kayser, Fotostudio Blendenspiel, Hamburg


Liebe Susanne, du besuchst die LoveLetter Convention in diesem Jahr nicht das erste Mal.
Woran erinnerst du dich besonders gerne zurück, welche Momente sind dir in Erinnerung geblieben?

Ja, ich bin in diesem Jahr bereits zum dritten Mal dabei. Besondere Momente gab es so viele und ich möchte keinen einzigen davon missen. Der Austausch mit Kolleginnen, das Kennenlernen, aber vor allem die großartigen Gespräche mit den Lesern, das alles sind Schätze für mich. Ich erinnere mich so gerne an einzelne Begebenheiten.

Mein allererstes Blind-Date zum Beispiel (LLC 2012). Ich kam an diesen Tisch, war noch vollkommen unbekannt, da mein Debütroman „Bernsteinsommer“ gerade einmal vier Wochen auf dem Markt war. Das war Stress pur. An den Nebentischen saßen die schon bekannten Kolleginnen und ich dachte nur: Oh Gott, niemand hier am Tisch, will wirklich mit DIR hier sitzen! 🙂 Ich habe einfach drauflos gequatscht und hinterher sind daraus so unglaublich nette Gespräche und kleine Freundschaften entstanden. Ein Traum!
Oder die Leserin, die mir bei der Signierstunde erzählte, wie mein Buch ihre Ehe gerettet hat. Das sind Erlebnisse, die bleiben für immer in guter Erinnerung.



Im April erscheint bereits dein neues Buch „Die Farbe des Mondes“ und im August kommt dann noch „Wilder Wacholder“.
Zwei Bücher in einem Jahr, 5 Bücher in deiner bisherigen Autorenkarriere.
Hat sich das Schreiben für dich verändert? Geht es dir vielleicht mittlerweile einfacher von der Hand, als noch bei „Bernsteinsommer“?

Das Schreiben wird sich für mich nie wirklich verändern. Es ist meine Passion und ich glaube, es wird mir auch niemals zu viel werden. Natürlich gehört auch eine Portion Handwerk dazu. Bei MIRA-Taschenbuch, hatte ich das Glück, von Anfang an mit hervorragenden und sehr einfühlsamen Lektorinnen arbeiten zu dürfen, die mir stets das Gefühl vermitteln, dass sie meine Arbeit schätzen.

Natürlich lernt man von Buch zu Buch dazu, entwickelt sich als Autor weiter, aber der Prozess bleibt wie er ist. Jede Geschichte sucht sich von allein ihren eigenen Rhythmus.



Wie beginnst du eine neue Geschichte?
Ist da plötzlich ein Fragment aus einer Handlung, oder stellt sich dir ein Protagonist vor, oder wirst du durch Erlebnisse inspiriert?

Die Frage wird oft gestellt, und ich beantworte sie immer wieder gerne. Bei mir ist das so, dass sich zunächst der Held Platz in meinem Kopf erkämpft. Seine Geschichte bringt er oft im Gepäck gleich mit. Meine Helden sind meist sehr präsent und weigern sich, wieder zu gehen, bis ich endlich zugestimmt habe, ihre Geschichte zu erzählen. Sie verlangen von mir, ihnen ihre ganz persönliche Heldin zu erschaffen, und ich tue es. Wie könnte ich so tolle Männer auch jemals enttäuschen? Außerdem kann ich immer erst wieder richtig ruhig schlafen, sobald ich angefangen habe, ihre Geschichte zu schreiben.



Mir persönlich gefallen ja deine romantisch-verspielten Cover total.
Hast du Einfluss auf ihre Gestaltung?

Die Cover sind ein Traum! Ich liebe sie auch. Ob ich Einfluss habe? Sagen wir mal so: ich werde gefragt. Es würde wohl kein Cover veröffentlich werden, mit dem ich nicht einverstanden wäre. Sobald mir ein Cover gar nicht gefällt, könnte ich das auch sagen. Als ich das Cover für „Die Farbe des Mondes“ gesehen habe, hatte ich vor Freude und Verzückung Tränen in den Augen. Aber das heißt nichts, ich bin eine Heulsuse. 
Das Cover ist einfach so stimmungsvoll und zauberhaft. Es war der allererste Vorschlag der Graphiker und ich habe ihn sofort angenommen. Ich fand alle Cover schön, aber dieses haut mich glatt um. Wie immer, kann ich es kaum erwarten, das Buch endlich in den Händen halten zu dürfen.



Meine erste Frage drehte sich um die vergangenen Conventions, meine letzte Frage ist nur für die zukünftige gedacht.
Worauf freust du dich, wenn du an die LLC 2014 denkst?

Auf ALLES! Auf die anderen Autoren, auf Euch Blogger, meine Leser (die von allen die besten sind!), die ganz eigene Atmosphäre. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Mal ein bisschen mehr Zeit habe, um mit einigen ein paar Worte mehr zu wechseln. (Zum Beispiel mit Dir, liebe Ramona)
Außerdem bin ich schon sehr gespannt auf die neue Location. Und ich freue mich wie verrückt darüber, dass mein Sohn Lennart dieses Mal der offizielle Fotograf der LLC sein wird. Seine Fotos von der letzten Convention — die er eigentlich nur für mich gemacht hatte — haben die Veranstalter überzeugt. Nun muss ich ihn zwar ein bisschen teilen, aber ich gönne ihm diese Herausforderung von Herzen.



Vielen Dank, dass du dir die Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen hast.
Ich freue mich schon sehr, dich im Mai dann wieder persönlich zu sehen!



Wer freut sich noch darauf, Susanne auf der LLC kennenzulernen? 🙂

[LoveLetter Convention] Interview mit Nalini Singh



~ Interview mit Nalini Singh ~




Hallo ihr Lieben,

die Bücher von Nalini Singh stelle ich am Donnerstag vor, aber gibt es nun etwas ganz besonderes! Die Autorin hat mir 5 Fragen beantwortet! 🙂 Ein klitzekleines Interview mit einem Einblick in ihre Welt, die bestimmt ein paar ihrer Leser interessieren dürfte! Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf, sie bald persönlich kennenzulernen!

Die Antworten der Autorin habe ich nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt und die Originale eingefügt.

Copyright: Nalini Singh


Du hast die erste LoveLetter Convention 2012 in Berlin besucht und du warst 2 Mal auf kurzer Lesereise in Deutschland. Hattest du Zeit für ein bisschen Sightseeing? Gibt es etwas, was du nochmal sehen möchtest, oder etwas, was du eingeplant hast, das du bei deinen letzten Reisen nicht geschafft hast?
You attended the first LoveLetter Convention in Berlin in 2012 and also
did two short book tours that year in Germany. Did you have time to do some
sightseeing? Anything you would like to visit again or plan to do this time
that you didn’t get around to see during your last trips?

Ich war ein bisschen auf Sightseeing tour. Normalerweise bin ich während einer Lesereise nur einen Tag in der Stadt, so können wir nicht viel machen, aber trotzdem genieße ich die kurzen Stops immer sehr.

In Trier zum Beispiel saßen wir auf dem Platz, haben Eis gegessen und einfach die Umgebung genossen. In Köln konnte ich zur Kathedrale gehen und einige Fotos machen, während wir in Limburg genug Zeit hatten, durch die Kopfsteinpflasterstraßen zu spazieren und einfach die Atmosphäre zu genießen. Das gleiche ist mit den anderen Städten, die ich während der Lesereise besucht habe – es gibt immer etwas zu tun.

Nach der Lesereise kam ich zurück nach Berlin und ich konnte die Stadt mehr im Detail erkunden, was viel Spaß gemacht hat. Dieses Mal werde ich keine Freizeit für Sightseeing in Deutschland haben – ich schätze, ich muss nochmal wiederkommen!

I did get to do a little bit of sightseeing. Usually, on a book tour, we’re only in the city for a day, so we can’t go far, but I always still enjoy the stops.

In Trier for example, we sat in the square, had ice-cream, and just soaked in the surroundings. In Cologne, I was able to go to the Cathedral and take some photos, while in Limburg, we had enough time to go for a walk through the cobblestoned streets and just enjoy the atmosphere. The same with the other cities I visited on the book tours – there’s always something to do!

After the book tour, I came back to Berlin and was able to explore in more detail, which was fun. This time around, I won’t have free time to sightsee in Germany – I guess I’ll just have to come back again!




Was erwartest du von deiner zweiten Teilnahme an der Convention? Denkst du, die LLC hat sich sehr verändert? Und gibt es dort Menschen (Autoren, Leser,…) auf deren Wiedersehen du dich freust?

What do you expect from your second participation in the event? Do you
think the LLC will have changed a lot? And are there people (fellow authors,
readers …) you are especially looking forward to seeing again?

Ich bin sehr aufgeregt, zu sehen, wie sich die LLC entwickelt hat und wie sie seit der ersten Convention gewachsen ist. Ich erwarte, dass es viel Spaß machen und sehr einladend sein wird. Ich freue mich auf jeden!

I’m super excited to see how LLC has developed and grown since the very first convention. I expect it to be just as fun and as welcoming. I’m looking forward to seeing everyone!




Was war deine schönste Erfahrung während einer Lesung?

What was your best experience during a reading?

Jede Lesung oder Signierstunde ist anders, aber ich finde meine Leser sind so liebe, liebe Menschen. Ich verbringe so eine schöne Zeit mit ihnen, wenn ich mit ihnen rede und ihre Gedanken zu den Charakteren und Stories höre. Ich fühle mich privilegiert, dass ich die Möglichkeit habe, mit ihnen zu interagieren.

Every reading or signing is different, but what I’ve found is that my readers are lovely, lovely people. I have such a good time talking to you all and hearing your thoughts on the characters and the stories. I feel privileged to have the opportunity to interact with you.




Warum liebst du es, ein Happy End für deine Charaktere zu schreiben?

Why do you love to give your characters a happy ending?

Es macht mich glücklich, meinen Charakteren ein glückliches, hoffnungsvolles Ende zu geben. Insbesondere den Charakteren die harte, dunkle und emotionale Erfahrungen in der Geschichte machen mussten. Die Wärme und das Licht eines Happy Ends sind nach allem, was geschehen ist, sehr wichtig. Für die Charaktere, für mich und ich glaube, auch für meine Leser.

It gives me joy to give my characters a happy, hopeful ending, especially given that my characters often go through some tough, dark, and rawly emotional experiences in the story. The warmth and light of a happy ending is important after all that. To the characters, to me, and I believe, to my readers.




Kannst du uns ein bisschen über deinen normalen „Schreiballtag“ erzählen?

Can you tell us something about your „normal writing day“?

Ich bin eine Nachteule, morgens bin ich kein effizienter Autor. In der Regel lösche ich morgens meine Mails, checke Facebook und/ oder Twitter, oder update meinen Blog. Ich mache auch „geschäftliche“ Dinge während dieser Zeit, zum Beispiel Verträge durchsehen, Telefongespräche führen und solche Sachen. Und ich muss trainieren! (Auf diese Weise kann ich auch weiterhin meiner Schokoladensucht frönen).

Außerdem versuche ich ein bisschen zu lesen, weil ich das Lesen liebe und ich denke, dass es gut für die Seele ist. Oft stütze ich mein iPad beim Gehen auf das Laufband, so kann ich lesen und trainieren zur gleichen Zeit!

Nach dem Mittagsessen schreibe ich. Wie viele Stunden, das hängt vom Tag ab. An manchen Tagen arbeite ich bis 2 oder 3 Uhr morgens, während ich mich an anderen Tagen entscheide, bis 8 oder 9 zu arbeiten.

Jedoch kann sich all das ändern, wenn zum Beispiel die Korrekturfahnen für ein Manuskript eintreffen. Die müssen in der Regel kurzfristig bearbeitet werden und dann verschwinde ich aus sozialen Netzwerken und arbeite so lange wie möglich, um so schnell wie es geht fertigzuwerden.

I’m a bit of a night owl, so I’m not as efficient a writer in the mornings. So usually, I’ll clear my emails, check Facebook and/or Twitter, or update my blog in the mornings. I also do „business“ things during this time – like go over any contracts I have to look at, answer phone calls and things like that. Plus, I have to exercise! (This way, I can continue to feed my chocolate addiction).

I also try to get in a little reading, because I love to read, and I think it’s good for the soul. Often, I prop up my Ipad on the treadmill while walking, so I read and exercise at the same time. Bonus!

After lunch is my writing time. How many hours I do depends on the day. Some days, I’ll keep going till two or three in the morning, while other days, I’ll decide to stop around 8 or 9.

However, all of that can change if, for example, copy edits come in for a manuscript. These usually have a short turnaround, so I generally disappear off social media and work as many hours as possible to get them completed asap.




Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast! Ich freue mich schon sehr, dich auf der LLC zu sehen!

Thank you for answering my questions. I’m really happy to see you at the LLC!

Wir sehen uns! Und danke für das Interview!

Nalini

See you there! And thanks for the great interview.

Nalini

Interview mit Arno Strobel

Heute im Interview: Arno Strobel!




Lieber Arno, schön, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast!
Bitte stelle dich doch zu Beginn kurz vor!


Arno Strobel: Geboren bin ich am 18.08.1962 in Saarlouis, der „heimlichen Hauptstadt des Saarlandes“.
Die „normalen“ Stationen habe ich, wie es bei mir üblich ist, nicht in der „normalen“ Reihenfolge absolviert.
Erst kam (Haupt-)Schule und Ausbildung in einem handwerklichen Beruf, dann Bundeswehr und zwei Jahre Berufserfahrung und dann erst Mittlere Reife, Abi und schließlich ein Studium im FB Versorgungstechnik.
Fertig? Oh nein!! Denn jetzt merkte ich, dass ich eigentlich ein Faible für den IT-Bereich habe.
Also weiter im Text. Studiumaufbau IT, Programmieren und Netztwerktechnik, dann selbständig im Bereich IT-Unternehmensberatung.
Ah, nun also am Ziel …!?
Na ja, fast! Der letzte Schritt meines bisherigen beruflichen Werdeganges war schließlich der zu einer großen deutschen Bank in Luxembourg, wo ich seitdem im Bereich Change Management/Organisation tätig bin.
Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Zusammen leben wir in einem gemütlichen Häuschen in der Nähe von Deutschlands ältester Stadt Trier.


Nun ist dein zweiter Roman Das Wesen bei den Fischerverlagen erschienen. Wie fühlst du dich?


Arno Strobel: Es ist eine Mischung aus Freude über den vorgezogenen Veröffentlichungstermin und angespannter Erwartung, wie Das Wesen wohl ankommen wird.


Hättest du, als du dein erstes Buch auf eigene Faust herausbrachtest, mit deiner jetzigen, so großen positiven Resonanz gerechnet?


Arno Strobel: Niemals. Ich habe mich unheimlich gefreut, als meine ersten beiden Romane beim dtv herausgebracht wurden, denn schon in diesem Moment hatte ich mehr erreicht, als ich es mir erträumt hatte. Seit aber der Fischer Taschenbuchverlag meinen Trakt zum Spitzentitel gemacht hat komme ich mir vor wie Alice in einer Endlosschleife im Wunderland.


Ist es schöner, auf eigenen Beinen zu stehen, oder bei einem Verlag einen Vertrag zu haben? Beides hat Vor- und Nachteile…


Arno Strobel: Für mich ist es definitiv die jetzige Variante. Was nützt mir die totale Selbständigkeit, wenn ich weder das Know-How, noch die Vertriebswege eines Publikumsverlages habe. Von den finanziellen Mitteln für eine Marketingkampagne ganz zu schweigen.


Du hast Ideenbücher, du hast Eingebungen – wie entscheidet sich, aus welcher Spielerei letztlich ein Buch wird?


Arno Strobel: Im ersten Moment aus dem Bauch heraus. Ich schaue mir meine Zettelchen durch, und wenn ich bei einem das Gefühl habe, es ist jetzt der richtige Moment für diese Geschichte, denke ich darüber nach. Mittlerweile gibt es aber noch ein weiteres Kriterium, und das ist die Resonanz auf die vorherigen Bücher. Gibt es Kritikpunkte, die vermehrt auftauchen, versuche ich, die beim nächsten Projekt zu berücksichtigen, zu verbessern. Dabei kann es sein, dass eine Idee, die ich ursprünglich gut fand, in den Mülleimer wandert.


Hast du bestimmte Macken beim Schreiben? Brauchst du Musik, oder Schokokekse, oder einfach nur die Kaffeetasse neben dir?


Arno Strobel: Nein, leider nicht. Leider, weil es einen so blass macht, so „normal“, wenn man nicht mindestens mit einem gekochten Ei aufwarten kann, das beim Schreiben in einem orangefarbenen Eierbecher links neben dem Schreibtisch stehen muss, oder der Armbanduhr, die schon lange nicht mehr funktioniert, die beim Schreiben aber immer am Arm ist. Nein, keine Macken, nichts Außergewöhnliches. Nur hinsetzen und mit Freude schreiben.


Ich denke, es kommt auch vor, dass der Autor mit seinem Text nicht zufrieden ist. Geht es dir so? Krempelst du auch öfter noch mal alles um, wenn es dir nicht gefällt? Bist du also eher der kritische Leser deiner eigenen Ergüsse, oder siehst du erst mal alles positiv?


Arno Strobel: Ich bin superkritisch, was meine Texte angeht. Es kommt durchaus vor, dass ich zehn oder mehr Seiten lösche, weil sie mit beim Redigieren nicht mehr richtig gefallen. Ich hebe diese Seiten auch nicht auf, sondern lösche sie komplett, um nicht in Versuchung zu kommen, sie doch noch zu benutzen.


Beschäftigst du dich mit der Psyche und Wahrnehmung, wenn du deine Bücher schreibst?


Arno Strobel: Natürlich, aber das ist nicht außergewöhnlich, und auch nicht zwangsläufig mit dem Genre Psychothriller verknüpft. Jede/r Autor/in wird sich vor dem Schreiben mit der Psyche im Allgemeinen und der seiner/ihrer Figuren ganz besonders auseinandersetzen müssen, wenn sie ein „Eigenleben“ entwickeln sollen.


Wie leicht fällt es dir, dich von deinen Figuren zu verabschieden?


Arno Strobel: Oh, das ist wirklich schwer. Nicht nur, dass man ein gewisses „Verhältnis“ zu den Figuren aufgebaut hat, es ist auch das Bewusstsein, ihnen nun nicht mehr helfen, sie nicht mehr lachen lassen zu können. Man übergibt sie der Obhut der Leser/innen, ohne zu wissen, wie die sie sich ‚erdenken‘ werden.


Welchen Rat würdest du Jungautoren geben?


Arno Strobel: Ich weiß nicht, ob ich in der Position bin, anderen Autoren einen Rat zu geben, auch nicht sogenannten Jungautoren. Ich weiß aber sicher, dass ich nicht dort stehen würde, wo ich jetzt bin, wenn ich nicht drei Dinge gehabt hätte: Ausdauer, Glück und Glück.


Wenn man dich nach 5 Lieblingsautoren fragt, welche würdest du spontan nennen?


Arno Strobel: Keine, denn ich habe viel mehr als fünf Lieblingsautoren, und nur fünf davon zu nennen würde den anderen nicht gerecht werden.


Hast du als Kind schon gerne geschrieben?


Arno Strobel: Ja, aber nie mit dem Gedanken, es einmal beruflich zu tun.


Was war der Auslöser dafür, dass du mit 40 plötzlich das Schreiben für dich entdeckt hast?


Arno Strobel: Das waren Internetforen, die ich zu dieser Zeit entdeckte, in denen jeder seine selbst geschriebenen Kurzgeschichten veröffentlichen und der Meinung wildfremder Menschen aussetzen konnte. Das fand ich interessant, und ich schrieb meine ersten beiden Texte. Die kamen dann so gut an, dass mich das ermutigte, weiter zu schreiben.


Was ist dein größter Traum?


Arno Strobel: Dass meine Träume sich irgendwann, aber nicht zu schnell, erfüllen werden.


Bitte vervollständige diese Sätze:
Schreiben ist…


Arno Strobel: entspannender Stress, freiwillige Notwendigkeit, berufliches Hobby, zweiter Erstjob, eigentlich nicht zu beschreiben.


Ich bin glücklich, wenn…


Arno Strobel: es allen in meinem Umfeld gut geht. Wenn ich mit dem, was ich schreibe das erreiche, was ich möchte: unterhalten.


Lieber Arno, vielen Dank für dieses Gespräch! Ich habe mich sehr gefreut und wünsche dir noch ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg. Ich werde ihn auf jeden Fall weiterhin begleiten!




Wenn ihr nun Interesse an den Büchern von Arno Strobel habt, dann schaut euch doch folgende Thriller von ihm mal an:
Zur Rezension zu Das Wesen von Arno Strobel
Zur Rezension zu Der Trakt von Arno Strobel
Zur Rezension zu Schlusstakt von Arno Strobel


Welche Bücher von Arno habt ihr schon gelesen und könnt ihr empfehlen?

Interview mit Nicole Joens

Heute möchte ich euch Nicole Joens vorstellen!
Ihr Buch, Maria und Josef (Werbung) habe ich vor kurzem gelesen und es hat mich so begeistert, dass ich kurzerhand Kontakt zur Autorin aufgenommen habe.
Und ich möchte euch das Buch wirklich ans Herz legen. Das ist keine verschwendete Zeit.


VIEL SPAß!



Liebe Nicole, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.
Bitte stellen Sie sich doch zu Beginn kurz vor.

Liebe Ramona, das ist mein erstes Interview als Romanautorin. Es freut mich, dass Sie sich für mich als Mensch interessieren, aber vor allem fand ich Ihre Rezension meines Erstlings einfach wunderbar. Dafür also schon einmal meinen Dank.

Ich werde diese Weihnachten 49 Jahre alt. Als typisches Kind meiner Generation würde ich mich als Suchende bezeichnen, auch als eine Rastlose vielleicht. Die Liebe zwischen Mann und Frau hat mich schon immer fasziniert, weil sie mir grundsätzlich unmöglich scheint. Eigentlich verstehen wir uns nicht. Wir suchen uns ein Leben lang und jede Generation versucht aufs Neue ihr Glück, manchmal mit erstaunlich schönen Blüten, was mich zutiefst berührt.
Ich bin religiös, aber ohne Konfession. Wenn überhaupt, bin auch ich ein Marienkind, wie so einige der Charaktere in meinem Roman. Meine Antennen sind auf eine erdige Wahrheit, eine wirkliche Verbindung ausgerichtet und viel von Miriam lebt in meiner eigenen unruhigen Frauenseele.


Ihr Debütroman ist erfolgreich veröffentlicht. Wie fühlt sich das an?
Obwohl ich immer im Filmgeschäft tätig war, sowohl in den USA als auch in Deutschland, ist mein erster Roman vergleichbar mit einem Seelen-Striptease, weil er mein Innerstes offenbart. Es ist schaurig schön, also auch beängstigend.


Wie lange hat es gedauert, bis sich für „Maria sucht Josef“ ein Verlag interessiert hat?
Ehrlich gesagt ging es sehr schnell, da es bereits ein Drehbuch gab, das hier in Bayern von der Regierung gefördert wurde. Zudem habe ich eine Agentin, die mich begleitet hat, sodass ich das Dickicht der Verlage nicht alleine durchforsten musste.


Warum haben Sie das Buch geschrieben? Gab es einen Auslöser?
Ja, es gab einen ganz konkreten Auslöser, nämlich den Wunsch zu verstehen wer Maria und Josef heute sein würden. Kinderfragen waren der Auslöser. Zudem wünsche ich mir persönlich, dass die Qualität eines Josefs wieder Einzug hält in den Männerherzen. Ich sehe viel Schönheit darin.


Wie lange haben Sie an dem Buch geschrieben?
Ein halbes Jahr insgesamt, wobei die grundsätzliche Geschichte, also die zwei Wochen bereits in meinem Drehbuch aufgeschrieben war.


Hatten Sie manchmal Zeiten, an denen Sie einfach nicht weiterschreiben konnten – Schreibblockaden?
Nein, so etwas kenne ich nicht. Wenn ich genug geschlafen habe wache ich morgens auf und will an meinen Schreibtisch. Mein persönliches Teufelchen ist nicht die Blockade, sondern die Verzettelung. Ich könnte meinen Roman immer wieder und wieder überarbeiten, ein schrecklicher Zustand.


Die Protagonistin Miriam ist schwanger. Die Hebamme, bei der sie Hilfe sucht, nimmt z.B. Kontakt zum Ungeborenen auf. Oder sie versetzt Miriam in Trance und ergründet mit ihr zusammen ihre verletzte Seele. Wie sind Sie auf diese Themen gekommen? Glauben Sie selbst an solche Dinge?
Nicht nur glaube ich an solche Dinge, sondern ich habe sie selber erlebt. Es gibt heutzutage über Körperarbeit die Möglichkeit tief in die eigene Psyche einzudringen und sozusagen Verknüpfungen zu schaffen, die neue Wege öffnen.


Arbeiten Sie derzeit an einem 2. Roman?
Ja, ich habe bereits begonnen. Es ist wieder eine Frauengeschichte, ein sehr ungewöhnliches Schicksal, in einem historischen Kontext. Ich bin nach meinem ersten Roman wirklich süchtig nach der Arbeit selber geworden. Das Schreiben macht mich glücklich.


Lesen Sie selbst auch gerne?
Ich lese leidenschaftlich gerne, schon seit meiner Kindheit. Immer waren es die Autoren oder Autorinnen, die mich fasziniert haben. Oft habe ich alles gelesen, was jemand veröffentlich hat. Sie waren meine geheimen Freunde, vor allem auch in schwierigeren Lebenssituationen.


Was machen Sie sonst noch so in Ihrer Freizeit?
Meine größte Leidenschaft ist das Reisen, aber ich sehe auch sehr gerne gute Filme. Ansonsten habe ich nicht sehr viel Freizeit im landläufigen Sinne. Ich bin Mutter, Drehbuchautorin, seit neustem auch Filmproduzentin und versuche meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Würde man mich allerdings fragen, was ich außer der Arbeit gerne mache, – die Antwort ist trivial: Kochen, Freunde treffen, in der Natur sein und mich mit einem guten Buch im Bett verkriechen und dem Regen zuhören. Ich liebe Regen und oft auch die Einsamkeit.


Hat Sie die Zeit in New York geprägt?
New York hat mich sehr geprägt. Ich war letzte Woche nach acht Jahren zum ersten Mal mit Mann du Kindern dort und habe eine Kaskade von widersprüchlichen Gefühlen erlebt. Meine Vergangenheit stieg auf. Viel Armut habe ich dort erfahren, auch Gewalt, aber vor allem durfte ich in dieser Stadt anders sein. Ohne es glorifizieren zu wollen, verdanke ich New York sehr viel. Die Stadt hat mich geschliffen.


Trug das Schreiben der Drehbücher Früchte? Hatten Sie Erfolg?
Wenn Sie Erfolg mit Geld gleichsetzen dann hatte ich welchen. Ich lebe seit über zwanzig Jahren davon, als Alleinerziehende mit zwei Kindern hat es gereicht, auch ohne Kindsunterhalt. Dafür bin ich dankbar. Generell finde ich, dass heutzutage nur noch sehr wenig Kreativität im Fernsehen zu beobachten ist. Es herrscht die Angst vom Publikum abgelehnt zu werden. Mein Roman „Maria sucht Josef“ hätte als Fernsehgeschichte keine Chance gehabt. Die Figur der Miriam wäre zu etwas mutiert, das Ihnen nicht auffallen wäre. Das sollte uns allen zu denken geben, wie ich finde, denn wir Frauen haben ja erst begonnen unsere wahren Geschichten zu erzählen.


Haben Sie schon vorher gerne geschrieben, oder kam das erst nach der Zeit in New York?
Jetzt haben Sie mich erwischt! Mein Schreiben war eine langsame Geburt. Im Rückblick erzähle ich sie manchmal Kindern, die Probleme mit dem Fach Deutsch haben. Ich war Legasthenikerin. Auf Grund meiner Sensibilität und schwierigen familiären Umständen wollte ich immer Teil der Tapete sein. Ich wollte alles sehen, aber nicht gesehen werden und mich vor allem nie preisgeben müssen. Erst mit fast dreißig und der Hilfe eines guten Therapeuten in den USA habe ich mit dem Schreiben begonnen. Doch dann war schnell klar, dass ich in meiner Muttersprache schreiben muss. Dort wohnen meine tiefsten Gefühle.


Vielen Dank, liebe Frau Joens!
Es hat mir Spaß gemacht, mir Fragen für Sie zu überlegen! Ich würde mich freuen, bald mehr von Ihnen zu lesen! Viel Erfolg für Ihren weiteren Weg!

Auch Ihnen danke ich sehr. Es war ganz erstaunlich zu lesen, wie Sie meinen Roman empfunden haben. Nie hätte ich ihn so zusammenfassen können! Gleichzeitig haben Sie mich zu Tränen gerührt, weil Sie etwas erkannt haben, das ich genau so transportieren wollte (Miriam und die Hebamme). Auch Ihnen viel Erfolg, denn natürlich bin ich schwer beeindruckt von Ihrem Engagement.

Lieben Gruß aus München,
Nicole Joens

Interview mit Steffanie Burow

Steffanie Burow hat sich meinen Fragen gestellt!


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Liebe Steffanie, bitte stelle dich doch zu Beginn kurz vor!
Liebe Leserinnen und Leser der Kielfeder, liebe Ramona, erstmal möchte ich euch und Ihnen ganz herzlich hallo sagen – und dass ich mich freue, dass meine Bücher so viel Interesse auch an meiner Person geweckt haben!
Also, los geht’s: Ich schlittere unaufhaltsam auf die Mitte vierzig zu, versuche immer wieder, meine Haare wachsen zu lassen, bis ich den Punkt erreicht habe, an dem meine Frisur wie die von Angela Merkel aussieht und ich die Haare wieder raspelkurz schneiden lasse – was auch mehr zu mir und meinem Leben passt. Wie man den Klappentexten der Bücher entnehmen kann, reise ich gerne, und das ist keine Marketing-Aussage: Von den letzten zwölf Jahren verbrachte ich fünf in Fernost – und die Hitze speziell in Südost-Asien lässt sich nun mal besser mit einem Mecki-Schnitt verkraften. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich übrigens in einem Hotelzimmer in Bangkok und bin auf dem Sprung nach Singapur, wo ich für mein nächstes Projekt recherchieren werde.
Wie so viele Schriftsteller habe ich eigentlich einen ganz anderen Beruf gelernt: Ich habe ein Diplom als Grafik-Designerin und auch viele, viele Jahre in Werbeagenturen gearbeitet. Es hat eine Menge Spaß gemacht, aber irgendwann hat mich und meinen Mann das Fernweh so gepackt, dass wir beschlossen, uns eine zweijährige Auszeit zu nehmen und die Welt anzusehen. Es hat natürlich eine kleine Ewigkeit gedauert, bis wir das nötige Geld zusammengespart hatten, aber Ende 1998 war es soweit: Wir kletterten in ein Flugzeug nach Kuala Lumpur und stolperten in das Abenteuer unseres Lebens. Seitdem hat uns die Reiselust nie mehr verlassen, doch dazu später mehr.
Seit einigen Jahren bin ich Grafikerin, Texterin, Konzeptionerin und Chefin eines sehr kleinen Werbebüros, das aus genau einer Mitarbeiterin besteht: mir. Allerdings verbringe ich den größten Teil meiner Arbeitszeit mit dem Ausbrüten und Schreiben neuer Geschichten, stürze mich aber immer noch begeistert in Werbeaufträge, sind sie doch eine perfekte Abwechslung zum Schriftstellerdasein.
Die letzten Monate verbrachten mein Mann, der ebenfalls schreibt (ein bisschen Eigenwerbung sei erlaubt: Sucht mal „Jan Winter“ im Netz), und ich wieder in Asien, wobei wir die Hälfte der Zeit geschrieben, geplottet und recherchiert haben und die andere Hälfte auf der Suche nach neuen Geschichten durch Indonesien, China und Vietnam gereist sind.


Was fasziniert dich so an Ländern wie China und Indien?
Die fremden – oder besser gesagt, die anderen – Kulturen, sei es die Religion, die Architektur und Kunst, aber auch der Alltag, der sich so von unserem unterscheidet. Da mein Mann und ich mit einem sehr kleinen Budget unterwegs sind (wobei ich zugeben muss, dass wir in letzter Zeit doch immer wieder mal NICHT das allerbilligste Zimmer nehmen) und die Tendenz haben, auch an unspektakulären Orten hängenzubleiben, ergeben sich oft lange und interessante Gespräche mit den Einheimischen, sodass wir vieles über Land und Leute lernen, was weit über das reine Sightseeing hinausgeht – und das fließt dann natürlich in unsere Geschichten mit ein. Ich weiß, dass dies eine sehr allgemeine Antwort ist, was daran liegt, dass man die Länder Asiens nicht über einen Kamm scheren kann. So unterscheiden sich Indien und China, nach denen du gezielt gefragt hast, mindestens genauso stark wie beispielsweise Schweden und Ägypten, und wenn man dann nach Nepal kommt oder auch Thailand, Malaysia oder Indonesien – immer wieder sehen wir uns mit neuen Kulturen konfrontiert, Menschen, die nicht nur anders aussehen als im Nachbarland, sondern auch eine andere Sprache, Schrift, Geschichte und Religion haben und vor allem oft auch völlig anders „ticken“.
Aber zurück zu Indien und China, wo meine bisherigen Romane spielen: China fasziniert mich vor allem durch seine Dynamik, aber auch durch seine Diversität. Das Land ist so groß wie ein Kontinent und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung von den Subtropen bis hin in die wirklich kalten Zonen, wo die Temperatur im Winter schon mal auf minus dreißig Grad fallen kann – da kann man sich gut vorstellen, dass im Norden alles anders ist als im Süden. Hinzu kommen die interessanten Regionen in den Bergen und in den Wüsten, wo ein Großteil der Minderheiten des Landes lebt, die wiederum ihre ganz eigene Kultur und Geschichte haben. Und, last not least: Ich fühle mich einfach wohl in China. Die meisten Leute sind sehr nett, es gibt viel zu gucken, und das Essen ist klasse.
Indien wiederum besticht durch sein Chaos und seine Farbenpracht, ist aber viel verstörender als China, da die Armut offensichtlicher ist und der Reisende viel stärker gefordert wird. Indien hat kulturell enorm viel zu bieten, und ich kann mich an kaum einen faszinierenderen Ort erinnern als die uralte heilige Stadt Varanasi am Ganges …


Was für einen Eindruck hattest du, als du das erste Mal in China warst?
Wie schon oben erwähnt: In China herrschte (und herrscht) eine unglaubliche Dynamik, zumindest in den Städten. Schon 1999, bei meinem ersten Besuch, dachte ich spontan: Europa, zieh dich warm an, die Chinesen kommen. Ich hatte den Eindruck, dass dort über eine Milliarde geborener Kapitalisten von der Kette gelassen worden waren, die, nachdem Deng Xiaoping 1985 den Startschuss gegeben hatte, alles nachholen mussten und nur noch ein Ziel kannten: Geld zu verdienen, damit es den Kindern und Enkeln einmal besser geht – was im Übrigen eine sehr chinesisch-konfuzianistische Einstellung ist, die seit über 2000 Jahren Bestand hat und nur durch den Kommunismus unterdrückt wurde.
Aber ich möchte noch eine kleine Anekdote erzählen. Mein Mann und ich hatten uns sehr gut vorbereitet; Reiseberichte gelesen, Romane, Geschichtsbücher. Aus all dem schlossen wir, dass uns ein paar äußerst interessante, aber auch anstrengende Monate bevorstünden, denn die Reisenden erzählten von unfreundlichen und misstrauischen Menschen, von Behördenterror, miesem Essen, grauenhaften Toiletten und der Unmöglichkeit, ein Bahnticket am Schalter zu kaufen. Und dann das: Die erste Chinesin, mit der wir Kontakt hatten, war eine ungemein hübsche junge Frau im Flughafen von Kunming, die jeden Reisenden mit einem strahlenden Lächeln begrüßte und ihm eine schöne Zeit in China wünschte. Wow! Der nächste Mensch war ein Taxifahrer, der keine Zeit und Mühen scheute, uns unter Einsatz seines Handys ein bezahlbares Zimmer zu besorgen – und dem wir ein Trinkgeld regelrecht aufdrängen mussten. Und so ging es weiter: Alles war anders. Die Leute nett und hilfsbereit. Das Essen fantastisch. Kein Ärger mit den Behörden (naja, nur ein bisschen, aber wir hatten selbst Schuld). Lediglich die Toiletten waren grauenhaft (aber das ist jetzt elf Jahre her, es hat sich viel getan!), und Zugtickets konnte man nur durch Mittelsmänner auf dem Schwarzmarkt ergattern.
Das Fazit? Ich mochte China vom ersten Moment, und das hat sich nicht geändert. Mittlerweile habe ich insgesamt neun Monate im Reich der Mitte verbracht und sehe vieles differenzierter, weiß um die Ungerechtigkeiten und Sauereien, um die Umweltprobleme und die Armut, die Fehlentwicklungen und Korruption, doch ich werde immer wieder hinfahren, wenn es mir möglich ist.


Wie kam es zu deinem ersten Buch „Das Jadepferd“? Hast du es geplant, oder ist dir die Idee spontan auf einer Reise gekommen?
Mein Mann und ich reisten bereits im Jahr 2000 durch Chinas Wüstenprovinz Xinjiang, und ich war so fasziniert, dass ich irgendwann dachte, man müsste eigentlich einen Roman schreiben, der in dieser Region spielt. Mit der Betonung auf „man“, denn dass ich ein Buch schreiben könnte, lag mir völlig fern. Als dann aber mein Mann ein paar Jahre später einen Roman schrieb, „funkte“ es auch bei mir, und ich begann zu recherchieren. Das Ganze mündete schließlich in eine zweite, beinahe drei Monate dauernde Reise entlang des chinesischen Teils der Seidenstraße, während der ich kein Heimatmuseum und keine archäologische Stätte ausgelassen und alle Erlebnisse in mich aufgesogen habe wie ein Schwamm. Damals wollte ich möglichst die ganze Geschichte der Seidenstraße in einem Roman unterbringen, aber das stellte sich als unmöglich heraus. Da es mein erstes Buch war, habe ich viel zu viel gewollt und musste die Geschichte immer wieder abspecken, aber am Ende war sie dann doch schlüssig – nachdem ich alle Anfängerfehler gemacht hatte, die man halt so machen kann.


Gab es für die Geschichte des Jadepferdchens ein reales Vorbild, oder hast du alles erfunden?
Die Geschichte selbst ist erfunden, aber der geschichtliche Rahmen ist real. Es gab zwar den hohen Beamten der ersten Episode nicht, jedoch sind der Kaiser (und sein aufbrausender Charakter), der General und die Feldzüge nach Ferghana verbürgte Geschichte. Auch in den anderen geschichtlichen Einschüben stimmt der Rahmen, und ich lasse einige historische Personen auftreten. Ein zerbrochenes Pferd ist übrigens nie gefunden worden, aber es gibt Fundstücke aus einer etwas früheren Zeit; zerbrochene Tigerfiguren, die ebenjenem Zweck der Legitimierung dienten. Ich habe mir die schriftstellerische Freiheit genommen, ein Pferd hinzu zu erfinden; dass nie eins gefunden wurde, bedeutet ja nicht, dass nicht noch eines im Erdreich schlummert. Auch von einer Botschaft, wie der Kaiser sie geschrieben hat, wissen die Historiker nichts, aber auch ein derartiger Befehl ist, insbesondere angesichts seines Größenwahns, zumindest nicht völlig abwegig.
Marions Abenteuer ist von vorne bis hinten erfunden, auch wenn sie sich in einem realen Umfeld bewegt – die Probleme der Uighuren in Xinjiang sind leider Realität, und Marions Erfahrungen auf ihrer Flucht beruhen auf vielen meiner eignen Reiseerlebnisse. (Für alle, die „Das Jadepferd“ bereits gelesen haben: Zumindest im Jahr 2004 gab es noch einen Schlafsaal in dem beschriebenen Hotel in Turfan, und wir mussten tatsächlich die Toiletten besuchen, die sich hinter einer Sperrholztür im angrenzenden Restaurant verbargen. Kashgars Altstadt bekam in diesem Jahr eine Kanalisation, und auch die Chungking Mansions in Hongkong sind kakerlakenverseuchte Realität … und noch vieles mehr.)


Wie kam es dazu, dass „Das Jadepferd“ veröffentlicht wurde? Hast du es haufenweise an Verlage geschickt, oder hattest du Hilfe…?
Ich hatte, noch bevor das Manuskript fertig war, Kontakt zu einem Agenten aufgenommen, der mich, nachdem ich seine Änderungswünsche berücksichtigt hatte, auch unter Vertrag nahm. Als das „Pferdchen“ dann aus seiner Sicht Veröffentlichungsreife hatte, schickte er es an mehrere Verlage, die bis auf einen auch Interesse hatten. Ich konnte es kaum glauben, als er mir sagte, dass sieben Verlage das Buch haben wollten. Ehrlich gesagt, erscheint es mir noch immer irreal.


Wie kam es jetzt zu deinem zweiten Buch? Der Titel klingt sehr verheißungsvoll…
Nepal ist meine große Liebe, und so war es nur natürlich, dass ich mir Gedanken über eine Geschichte machte, die in diesem Land spielt. Da in meinen Geschichten die Verbindung zwischen Europa und Asien und die Wirkung der fremden Kulturen auf die deutschen Besucher eine große Rolle spielt, bin ich schnell bei der Hippiezeit angelangt, als sich viele junge Leute auf den Weg machten, ein alternatives Lebenskonzept in Indien oder Nepal zu finden. Die Geschichte hat sich dann schrittweise entwickelt; ich hatte allerlei Zutaten, die ich gerne unterbringen wollte, und benötigte einige Wochen, bis sich ein stimmiges Ganzes ergab. Nachdem der Plot im Groben fertig war, bin ich noch einmal nach Nepal gereist, weil ich das Gefühl hatte, ich wüsste noch nicht genug über Land und Leute – bisher war ich immer nur als Touristin dort gewesen. Ich habe einige sehr gute nepalesische Freunde, die mir bei der Recherche halfen, mich mit Nepalesen bekannt machten, die die Hippiezeit erlebt hatten und mich in die wenig besuchte Gorkha-Region begleiteten, in der meine zweite Hauptfigur lebt.
Wie gesagt, als ich nach Nepal fuhr, war das Gerüst der Geschichte im Großen und Ganzen fertig, aber ich hatte noch Bedenken, da mir einige der Zutaten ein wenig weit hergeholt erschienen. Am meisten Zahnschmerzen bereitete mir der europäische Wilderer, doch als ich meinem Freund Uma die Geschichte erzählte, wies er mich darauf hin, das vor kurzem ein amerikanischer Wilderer, der in Kathmandu lebte, aufgeflogen sei. Das nächste Problem war der Schneeleopard – gibt es diese Mythen überhaupt? Auch diese Bedenken wurden zerstreut: Ein Professor der Universität in Kathmandu kannte viele Legenden und hatte sogar eine aufgeschrieben, in der sich ein buddhistischer Mönch in einen Schneeleoparden verwandeln kann und dieser Schneeleopard auch noch humpelt! So langsam wurde mir das Ganze unheimlich. Als mir dann auch noch ein nepalesischer Zoologe erzählte, man hätte ihn wegen seiner Studien im Kali-Gandaki-Tal den „Pangje“ genannt, wurde ich das Gefühl nicht mehr los, dass nicht ich die Geschichte erfunden, sondern die Geschichte mich gesucht hatte.


Kannst du dir vorstellen, dass eine deiner Geschichten auch mal nur in Deutschland spielt?
Na klar! Bayern ist für ein Nordlicht wie mich eine fremde Welt – da ergeben sich kulturelle Missverständnisse en masse, die sich wunderbar in einen exotischen Abenteuerroman verpacken lassen. Aber im Ernst: Vor ein paar Jahren hätte ich noch kategorisch nein gesagt, doch das hat sich verändert. Auch in Deutschland kann man abenteuerliche Geschichten spielen lassen. Allerdings reizt mich die weite Welt im Moment noch stärker als eine rein deutsche Geschichte. Ich habe tatsächlich ein Thema für einen Roman im Kopf, der ausschließlich in Deutschland spielen würde, jedoch in einem völlig anderen Genre angesiedelt wäre.


Seit wann schreibst du? Schon länger, oder erst, seitdem „Das Jadepferd“ in deinem Kopf Gestalt angenommen hat?
Mit dem Schreiben begann ich nach unserer ersten großen Reise, 2003, als ich meine Tagebucheintragungen in Buchform brachte. Dieser Reisebericht liegt nach wie vor in der Schublade, allerdings ist er dort auch ziemlich allein. Ich hatte nie den Wunsch, Schriftstellerin zu werden und habe auch nie Kurzgeschichten oder Romananfänge oder ähnliches verfasst. Tatsächlich ist „Das Jadepferd“, das ich im Jahr 2005 begann, mein erster Ausflug in die Belletristik gewesen, und ich hatte es ganz pragmatisch gesehen: Einen Versuch wollte ich mir geben, und wenn’s keiner haben will, dann gehe ich halt wieder in die Werbung. Ich bin aus allen Wolken gefallen, als die positive Resonanz seitens der Verlage kam, und nun sitze ich bereits am vierten Projekt!


Liest du auch gerne? Ich kann mir natürlich vorstellen, dass viel Lesezeit für Recherchen aufgeht, aber welche sind deine Lieblingsautoren?
Ich lese nicht gern. Ich LIEBE lesen! Als Jugendliche war ich eine echte Bücherfresserin, seit ich arbeite, bin ich wählerischer und breche mindestens die Hälfte der Romane, die ich beginne, wieder ab, weil sie mir aus dem einen oder anderen Grund nicht gefallen – so many books, so little time! Hinzu kommt, wie du schon vermutest, dass ich aus Recherchegründen eine Menge Fachliteratur lesen – und bearbeiten – muss. Wobei „muss“ das falsche Wort ist: Ich interessiere mich schließlich brennend für die Themen, und ein gutes Sachbuch ist mindestens genauso unterhaltsam wie ein guter Roman.
Meine Lieblingsautoren? Es gibt so viele tolle Schriftsteller, dass die folgende Liste nur unvollständig sein kann. Und ich mag auch nicht unbedingt alles, was diese Autoren geschrieben haben. Allen gemein ist, dass sie großartige Geschichtenerzähler sind und mich immer wieder mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.
Salman Rushdie, T. C. Boyle, Umberto Eco, Amitav Gosh, Jonathan Safran Foer, Haruki Murakami, Michail Bulgakow, John Irving, Erich Kästner


Gibt es eine Geschichte, die unbedingt von dir geschrieben werden muss? Oder anders, ist schon ein drittes Buch in Aussicht?
Das dritte Manuskript ist schon fertig und liegt im Verlag; wann es erscheint, steht jedoch noch nicht fest. Und ein neues Projekt steht gerade am Anfang, nachdem mein (momentanes) Herzensprojekt beim Verlag nicht so recht auf Gegenliebe gestoßen ist. Aber wer weiß, vielleicht kommt irgendwann die Zeit dafür.


Was tust du, wenn du gerade nicht schreibst oder recherchierst?
Wie gesagt, reise ich unglaublich gerne, wobei es mir mittlerweile sehr entgegen kommt, dass die meisten Reisen auch Recherchereisen sind. Dadurch erfahre ich die Länder intensiver, tiefgründiger.
In Deutschland ist meine Zeit tatsächlich sehr von Arbeit geprägt – für mich ist das Schreiben eine schwierige Angelegenheit, die mich oft sieben Tage die Woche in Atem hält; dazu kommen noch Werbeaufträge. Aber wenn ich mal nicht am Schreibtisch sitze, ziehe ich die Nähmaschine hervor oder lese. Ich würde jetzt gerne behaupten, dass ich furchtbar viel sportle (was ich früher gemacht habe), aber der Sport ist in den letzten Jahren leider zu kurz gekommen. Aber pssst – mein Vorsatz fürs neue Jahr ist ganz klar, wieder mit dem Laufen zu beginnen. Muss auch, denn das Schreibtischtäterdasein ist gar nicht gut für die Figur.


Welchen großen Wunsch möchtest du dir unbedingt irgendwann erfüllen?
Ich möchte irgendwann auf Dauer eine zweite Wohnung in Malaysia unterhalten können, um meine Zeit zwischen Deutschland und Asien aufzuteilen.


Bitte vervollständige diese Sätze:
Ich bin glücklich, wenn…
es den Menschen, die mir nahestehen, gut geht.


Schreiben ist…
Arbeit, Arbeit, Arbeit. Aber eine, die enorm viel Freude bereitet.


Wie leicht fällt es dir, deine Figuren am Ende gehen zu lassen?
Sehr leicht, da ich bisher den meisten Figuren einen recht hoffnungsvollen Start in ein neues Leben beschert habe. Ihre Geschichten sind erzählt, und nun müssen sie sehen, wie sie ohne mich klarkommen.


Vielen Dank, liebe Steffanie, dass ich dieses Interview mit dir führen durfte. Ich wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft und hoffentlich immer neue Ideen!

Interview mit Sabine Ebert

Ich freue mich, euch ein Interview mit der bekannten Autorin Sabine Ebert präsentieren zu können!



VIEL SPAß!




Liebe Sabine, vielen Dank, dass sie sich die Zeit für das Interview nehmen!
Bitte stellen sie sich doch zu Beginn kurz vor.

Ich bin in Berlin aufgewachsen, absolvierte in Magdeburg mein journalistisches Volontariat, studierte in Rostock und lebe seit rund 25 Jahren in Freiberg. Dort arbeitete ich als Journalistin, bis ich mich ganz auf das Schreiben von Romanen konzentrieren konnte. Ich habe zwei Kinder, aber die sind beide schon aus dem Haus und arbeiten bzw. studieren in Hamburg,


Der 4. Teil der Hebammen-Serie steht bald im Laden. Wann haben sie sich entschlossen, die Trilogie fortzusetzen? Oder waren von Anfang an 5 Bände geplant?
Es war von Anfang an ein Handlungsbogen über dreißig Jahre geplant. Doch damals wusste ich noch nicht, dass ich fünf statt nur einem oder drei Büchern brauchen werde, um die ganze Geschichte zu erzählen. Dass „Blut und Silber“, was etwa hundert Jahre später spielt, zwischendrin erschien, war eine Entscheidung des Verlages, der nun gern auch ein Hardcover von mir wollte, aber die „Hebammen“-Reihe aus Taschenbuch fortsetzen möchte.


Wie kam es zu ihrem ersten Buch „Das Geheimnis der Hebamme“?
Haben sie vorher schon gern geschrieben und das war einfach nur ein weiterer Kuss der Muse, oder haben sie die Geschichte sorgfältig geplant?

Der Impuls, diesen dramatischen Stoff um die Siedlerzüge in die Gebiete östlich von Elbe und Saale im 12. Jahrhundert einmal in Romanform zu bringen, entstand nach mehreren Sachbüchern, die ich über Freiberg und seine Geschichte geschrieben habe.
Doch natürlich habe ich den Verlauf der Geschichte genau geplant und schon einmal ein Jahr lang recherchiert, bevor ich überhaupt die erste Zeile schrieb.


Dauerte die Suche nach einem Verlag lange? Hatten sie vielleicht Hilfe, durch eine Agentur oder ähnliches?
Damals arbeitete ich noch ohne Agenten und hatte etwa ein Dutzend Absagen von Verlagen bekommen, als Droemer Knaur sich für mein Manuskript interessierte.


Wie viel Zeit nehmen sie sich für ihre Recherche und dann für das eigentliche Schreiben?
Die Recherche nimmt fast die Hälfte der Arbeitszeit in Anspruch.


Wie recherchieren sie? Stöbern sie im Internet, in Bibliotheken, oder auch in Archiven? Sehen sie sich die Schauplätze an?
Ich bin viel in Archiven und Bibliotheken, die meisten Quellen – nicht die Originale, die sind wirklich den Historiker vorbehalten, sondern die Übersetzungen – kann ich mir auch über Fernleihe in die Freiberger Universitätsbibliothek oder Sächsische Landesbibliothek kommen lassen. Ich spreche viel mit Historikern und Fachleuten auf anderen Gebieten, sehe mir wichtige Originalschauplätze an. Und zu einer wichtigen Erfahrung ist für mich auch die Zusammenarbeit mit Reenactmentgruppen geworden, die sich in ihrer Freizeit sehr intensiv mit dem Mittelalter befassen und ein enormes Detailwissen besitzen, zum Beispiel über Kleidung und Kampftechniken. Die Dinge am Wochenende im Mittelalterlager einmal selbst zu sehen und zu erleben, ist ein ganz anderer, für mich wichtiger Zugang zu dieser Zeit geworden.


Seit wann schreiben sie schon Geschichten? Kam die Lust daran erst im Erwachsenenalter oder war die schon früher da?
Ich habe schon immer Geschichten geschrieben, einfach aus Lust daran, hätte aber nie gedacht, dass ich einmal einen ganzen Roman zustande bringe, geschweige denn mehrere.


Fällt ihnen das Schreiben nach einigen erfolgreichen Veröffentlichungen leichter?
Es ist eher schwieriger geworden durch den großen Erwartungsdruck von allen Seiten.


Haben sie für die Zeit nach Marthe schon etwas Neues im Kopf?
Die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 ist mein nächstes großes Projekt.


Lesen sie auch so gerne wie sie schreiben?
Ja, ich habe schon immer gern und viel gelesen.


Haben sie vielleicht Autorenvorbilder oder Lieblingsautoren?
Zu viele, um jetzt einzelne Namen zu nennen.


Was machen sie, wenn sie nicht gerade schreiben?
Dann treffe ich mich mit Freunden, lese oder sehe einen guten Film.


Sind sie durch das Schreiben neugierig auf das Mittelalter geworden, oder waren sie das schon vorher?
Nein, ich bin erst durch meinen Romanstoff zum Mittelalter gekommen. Davor hatte ich mich eher für die Antike interessiert.


Haben sie beim Schreiben irgendwelche „Macken“? Brauchen sie dabei zum Beispiel Musik oder immer etwas zu trinken?
Ich brauche Stille um mich herum, um ich ganz in meine Figuren hineindenken zu können.


Denken sie, jeder kann schreiben, oder muss man das erst lernen?
Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Aufsatz für die Schule oder einen journalistischen oder literarischen Text zur Veröffentlichung schreibt. Für eine Roman braucht es neben der Idee, der Ausdauer und der Disziplin auch jede Menge Handwerkszeug: der präzise Umgang mit der Sprache, mit einzelnen Worten und Bedeutungsnuancen, wie man den Spannungsbogen hält, glaubwürdige Charaktere schafft usw. Ohne meine journalistische Ausbildung und mehr als zwanzig Jahre Berufserfahrung als Journalist hätte ich meine Romane nie so schrieben können.


Was ist ihr größter Wunsch?
Dass die Leute auch künftig meine Bücher lesen und mögen.


Bitte vervollständigen sie diese Sätze: Schreiben ist eine Gabe, harte Arbeit und große Verantwortung.


Ich bin glücklich, wenn die Leser mit den von mir geschaffenen Figuren mitfiebern.


Vielen Dank, liebe Sabine, dass sie ein bisschen ihrer Zeit für dieses Interview gegeben haben. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg für ihre Bücher, viele Ideen und dass sich alle ihre großen und kleinen Wünsche erfüllen mögen.

Interview mit Kim Schneyder

Kim Schneyder hat für kielfeder einige Fragen beantwortet.


Vielen Dank!



Liebe Kim, vielen Dank, dass du mitmachst!
Bitte stelle dich doch zu Beginn kurz vor.

Hi, ich bin Kim Schneyder. Auf mein Konto gehen die Romane „Hilfe, ich bin reich!“ (leider nicht autobiografisch), „Ich und er und er und null Verkehr“ (Gott sei Dank auch nicht autobiografisch) und „Frauen rächen besser“ (schon gar nicht autobiografisch), und demnächst wird „Im Bett mit Brad Pitt“ (auch nicht… seufz…) erscheinen.
Zu meiner Person: Ich habe meine frühe Kindheit in Deutschland und in der Schweiz verbracht, lebe nunmehr seit geraumer Zeit in Österreich, bin verheiratet und habe eine entzückende Tochter.


3 Romane sind aktuell von dir auf dem Markt und der 4. erscheint bald. Wie fühlt sich das an?
Ganz ausgezeichnet. Nach all der Unsicherheit und der jahrelangen Arbeit, die ich in das Projekt Schriftstellerei gesteckt habe, ist es eine wundervolle Bestätigung, dass sich meine Bücher wachsender Beliebtheit erfreuen, sodass mein Verlag weiterhin auf mich setzt. An dieser Stelle auch gleich mal schönen Dank an meine Leserinnen!


Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?
Das ergab sich aus purem Zufall. Als meine Tochter im Kindergartenalter war, gingen uns irgendwann die Geschichten aus, und aus dieser Not heraus begann ich dann Kinderkurzgeschichten niederzuschreiben. Als die dann beim Knirpspublikum (das durchaus kritisch sein kann!) überraschend gut ankamen, hatte mein Mann die Idee, dass ich mich doch auch mal an Erwachsenenbüchern versuchen könnte.


Warum schreibst du lustige Frauenromane?
Das ist bei mir nur logisch: Ich bin eine Frau und ich lache gern, außerdem bin ich der Meinung, dass es für die Menschen (und vor allem für uns Frauen) mehr gute Unterhaltung als Ausgleich für unseren teilweise doch sehr harten Alltag geben sollte.


Hättest du Lust, dich auch mal in einem anderen Genre zu versuchen?
Definitiv. Ich bastle auch gerade mit meinem Mann, der mich bei meinen Arbeiten auch immer tatkräftig unterstützt, an einem seiner Projekte, das sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt, und natürlich haben es mir Thriller angetan.
Ich habe auch schon ein konkretes Projekt in der Schublade, das eine Verknüpfung zweier unterschiedlicher Genres darstellt, jedoch will ich noch zuwarten, bis ich über eine entsprechende Fanbase verfüge, da wir damit Neuland betreten und ein entsprechendes Risiko eingehen würden.


War es schwierig, dein erstes Buch bei einem Verlag unterzubringen? Hattest du vielleicht Hilfe durch eine Agentur?
Überraschenderweise nicht, was umso verwunderlicher ist, wenn man weiß, dass bei großen Verlagen durchschnittlich vierzig unverlangte Einsendungen pro Woche einlangen. Ich schickte ein Exposé und eine kleine Leseprobe von „Frauen rächen besser“ an zehn oder zwölf renommierte deutsche Verlage, und zu meiner Überraschung waren zwei davon auf Anhieb interessiert. Letztlich hat sich dann Piper schneller für mich entschlossen, was den Ausschlag gab.


Wo bekommst du die Inspiration für deine Geschichten her?
Überall. Das können direkte Erlebnisse aus dem nahen Umfeld sein oder auch Erzählungen, Personen, die einen (positiv oder negativ) inspirieren, Filme, die einen tiefen Eindruck hinterlassen, andere Bücher, und oftmals kommt eine Idee auch aus dem Nichts, kurz vor dem Einschlafen zum Beispiel, was beim Ehepartner jedes Mal besondere Freude auslöst, wenn man mit voller Elan wieder aus den Federn klettert und kurz nach Mitternacht nochmals den Computer anwirft 🙂


Schlummert schon wieder eine neue Geschichte in deinen grauen Zellen/ deinem Computer?
Ich habe auf meiner Festplatte eine Ideensammlung, bestehend aus Ein- oder Zweizeilern, die einzelne Szenen, literarisch interessante Figuren oder auch ganze Buchideen repräsentieren. Diese Ideensammlung umfasst inzwischen mehr als dreißig Seiten, und geht man von, sagen wir mal, zwanzig Geistesblitzen pro Seite aus, dann wären das mehr als sechshundert Ideen… und täglich kommen neue dazu!
Wie´s aussieht, müsste ich wohl Methusalems Rekord (Wie alt wurde der, 999?) brechen, um das alles umzusetzen.


Kennst du Schreibblockaden? Wie gehst du damit um?
Kenne ich nicht, und da bin ich heilfroh darüber. Es kann zwar vorkommen, dass es – abhängig von sonstigen Umständen – ein bisschen dauert, bis ich in Fahrt komme, aber wenn ich dann erstmal in Schwung bin, kommt immer irgendwas Brauchbares dabei raus.


Brauchst du beim Schreiben eine bestimmte Atmosphäre?
Oh ja, und zwar mein stilles Kämmerchen. Zum Schreiben brauche ich ein gewisses Maß an Ruhe, um mich in die gerade anstehende Szene und die Personen hinein zu leben, ansonsten geht gar nichts.


Meinst du, Schreiben kann man lernen?
Bis zu einem gewissen Grad, vielleicht. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es ein Mindestmaß an Talent braucht, und auf den Verdacht hin, dass jetzt einige ausrufen werden: „Ach darum!“, möchte ich darauf verweisen, dass ich selbst über keinerlei professionelle Schreibausbildung verfüge.


In deinem Roman „Hilfe, ich bin reich!“ geht es um Geld. Geld in größeren Mengen… Hast du für die genaue Abwicklung eines Großgewinns recherchiert? Wenn ja, wie sah diese Recherche aus?
Da ich ja auf keine persönlichen Erfahrungen zurückgreifen konnte (Mist, wann kommt denn da endlich was?!), habe ich einfach bei diversen Lottoannahmestellen erkundigt. Ich hoffe, dass ich die Informationen auch richtig umgesetzt habe, sollte jedoch ein sensationell gut aussehender Multimillionen-Jackpot-Gewinner andere Erfahrungen gemacht haben, kann er sich gerne bei mir melden 😉


Wie lange braucht es bei dir, um deine Ideen und Gedanken zu einem richtigen Buch zu verarbeiten?
Sobald ich das Okay vom Verlag habe, kann man von einem guten halben Jahr ausgehen, bis alles im Kasten ist.


Wie leicht kannst du dich von deinen Figuren verabschieden?
Sehr schwer. Es ist, als würde man sein Kind zum ersten Mal im neuen Kindergarten zurücklassen.


Schreibst du nicht nur, sondern liest du auch selbst?
Und wie! Daher kommt ja auch mein Interesse an Büchern und Geschichten im Allgemeinen.


Was liest du gerne?
Komödien, Thriller, Krimis, historische Romane, manchmal aber auch Geschichten, die sich nicht in ein bestimmtes Genre einordnen lassen. Zum Beispiel fällt mir bei „Die Bücherdiebin“, einem Buch, das mich in letzter Zeit tief bewegt hat, keine entsprechende Zuordnung ein.


Hast du Autorenvorbilder?
Nicht unbedingt Vorbilder in dem Sinn, dass ich genauso schreiben möchte wie sie, weil ich der Meinung bin, dass man an die Originale nicht herankommen und somit nur seinen eigenen Stil nur verwässern würde, aber es gibt eine ganze Reihe von Autoren, deren Bücher mich schlichtweg begeistern.
Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit sein an dieser Stelle erwähnt: Sophie Kinsella, für mich die Königin der romantischen Komödie, weil sie wie sonst niemand Herzschmerz mit Dramatik und Humor kombinieren kann, und natürlich Kerstin Gier (die übrigens auch im privaten Umgang eine erfrischend witzige und kluge Person ist), weiters Ildikó von Kürthy und Tommy Jaud, dann natürlich bei der Thrillerfraktion Dan Brown, Tess Gerritsen und Stieg Larsson, nicht zu vergessen Simon Beckett, Paul Cleave und Cody Macfadyan, und bei den „Sonstigen“ Charlotte Link, Markus Zusak, Daniel Kehlmann, Wolf Haas, Hakan Nesser und und und…
Es gibt so viele gute Autoren, dass mich jetzt gleich das schlechte Gewissen packt, weil ich so viele unerwähnt gelassen habe, und gleichzeitig tut es mir leid, dass ich nicht mehr Zeit zum Lesen habe.


Was machst du, wenn du nicht an einem neuen Buch sitzt?
Ich bin in meinem Brotberuf (in der Apotheke) tätig, da vom Schreiben ja nur die Wenigsten leben können und mich dieser Beruf auch immer wieder aufs Neue fasziniert, und ich habe meine großartige Familie und meine Freunde, für die mir stets zu wenig Zeit bleibt.


Was ist dein größter Wunsch?
Hm, ganz schön schwer, sich auf einen einzigen festzulegen…
Okay, ich versuch´s einfach mit einem multiplen Supermegawunsch: Ich wünsche mir für die Zukunft einen Mix aus Gesundheit für mich und meine Lieben, wirtschaftlich ausreichendem Erfolg, um sorgenfrei leben zu können, einer zufriedenen und hoffentlich wachsenden Fangemeinde, damit ich auch weiterhin Bücher veröffentlichen kann, und … was sagen die bei den Misswahlen immer?… ach ja, Weltfrieden natürlich!


Vervollständige bitte diese Sätze:
Schreiben ist…
Berufung, Hobby, Vergnügen, harte Arbeit, Herausforderung, Ausgleich, Befriedigung, Himmel, Hölle, Frustration, Euphorie, Entspannung, und mittlerweile ein wesentlicher und unverzichtbarer Teil meiner Persönlichkeit.


Das wichtigste in meinem Leben… ist meine Tochter, dicht gefolgt von meinem Mann, dem Rest der Familie, meinen Freunden, dann kommen Schreiben, Beruf und Freizeit. Habe ich was vergessen?
Oh ja, Filme mit Brad Pitt, die sollte es auf Kasse für weibliche Seelenmassage geben 🙂


Herzlichen Dank, liebe Kim! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg für deine Wünsche und deine Bücher und auch faire Rezensenten 😉

Interview mit Petra Durst-Benning

Petra Durst-Benning hat für kielfeder Fragen beantwortet.



Viel Spaß beim Lesen!




Liebe Petra, vielen Dank, dass du dich den Fragen stellen möchtest. Für alle, die dich noch nicht kennen, stelle dich doch zu Beginn kurz vor!
„Kurz“? Oje, das fällt mir schwer, aber ich versuch’s. Mein Name ist Petra, ich bin 45 Jahre alt und schreibe und lese, seit ich denken kann. Meine große Liebe gehört den historischen Romanen, wobei ich stets versuche, neue Spielfelder zu finden statt nur auf der ausgetretenen Mittelalterschiene zu laufen.


„Die russische Herzogin“ ist dein neuestes Buch in einer ganzen Reihe von erfolgreichen Veröffentlichungen deinerseits.
Wie fühlst du dich?

Sehr, sehr gut! Ich glaube nämlich, dass dies ein richtig guter Roman geworden ist mit zwei superspannenden weiblichen Hauptfiguren.


Was fasziniert dich so sehr an der Zarenfamilie und dem ganzen drumherum im damaligen Russland?
Eigentlich sind es nur einige wenige Mitglieder der Zarenfamilie, die ich spannend finde – eben die, über die noch nicht meterweise Romane, Essays und Fachbücher geschrieben wurden. So wie meine Olga und Wera.


Geht dir das Schreiben jetzt leichter von der Hand, als noch vor ein paar Jahren?
Ja und nein. Einerseits besitze ich heutzutage viel mehr Erfahrung, andererseits fällt es mir heute auch schwerer, die „Leichtigkeit“ des Anfängers immer wieder aufs Neue aufzubringen und mich nicht vom Erfolgsdruck belasten zu lassen.


Wie hast du überhaupt begonnen zu schreiben? Und warum?
Andere Frage: Kann man leben ohne zu schreiben? ;-))


Wie kam es zu deiner allerersten Veröffentlichung? War es ein langer Weg?
Schon als Kind schrieb ich Tagebuch, Gedichte, Tiergeschichten, meine erste Veröffentlichung kam sehr viel später, ich war damals Ende zwanzig, frisch verheiratet und hatte endlich den Mut, mich mit „Die Silberdistel“ an einen Verlag zu wenden.


Auch wenn das letzte Baby gerade erst die Geburt überstanden hat, ist schon ein neues in Planung?
Yes! Und was für eins!


Woher ziehst du die Inspiration beim Schreiben? Woher kommen deine Geschichten?
Meine Themen und meine Hauptfiguren inspirieren mich. Wo ich auf sie stoße, ist eigentlich nebensächlich, das kann ein Zeitungsartikel sein, ein Fernsehbericht, der Brief eines Fans…


Kennst du Schreibblockaden? Wie gehst du mit ihnen um?
Nö, eigentlich nicht. Wenn ich in meinem Manuskript mal nicht vorankomme, überarbeite ich den Text, den ich bis dahin habe. Und das inspiriert mich dann meistens schon wieder zum weiterschreiben.


Träumst du davon, vielleicht auch mal eines deiner Bücher verfilmt zu sehen?
Es wäre schön, aber mein Glück hängt nicht davon ab. Lesen ist Kino im Kopf, sage ich immer, wer braucht da noch die Glotze?!


Wie gehst du an eine neue Romanidee heran?
Recherchieren, recherchieren, recherchieren. Plot, Figuren und Action entwickeln sich danach.


Wie viel Zeit planst du für Recherche und Schreiben, bis daraus dann ein ganzes Buch wird?
Das legen mein Verlag und ich gemeinsam fest, in der Regel habe ich für einen Roman eineinhalb Jahre Zeit.


Wie recherchierst du? Fährst du an die Orte, gehst du in Archive, wälzt du Bücher?
Alles zusammen. Vor Ort zu sein ist immens wichtig für mich, denn wie sich St. Petersburg während der „Weißen Nächte“ anfühlt, das finde ich in keinem Reiseführer.


Wie leicht kannst du dich von deinen Figuren verabschieden?
Eigentlich kann ich’s gar nicht. Rosa, Marie, Flora, Olly und Wera – sie alle sind wie alte Freundinnen für mich, mit denen man nicht mehr viel Kontakt hat, an die man sich jedoch immer mit Wohlwollen und Freude erinnert.


Was machst du, wenn du nicht schreibst?
Lesen. Mantrailing mit meinem Hund trainieren. Kochen. Das Haus und den Garten dekorieren. Wandern. Und tausend Dinge mehr …


Was ist dein größter Wunsch?
Gesundheit für meine Lieben.


Könntest du dir ein Leben ohne das Schreiben noch vorstellen?
Nee …


Bitte vervollständige diese Sätze:
Schreiben ist
mein Leben, meine Droge, meine Berufung, mein Glück, mein Broterwerb


Ich bin glücklich, wenn … die Tage ohne größere Katastrophen um mich herum verstreichen.


Was wolltest du deinen Lesern immer schon mal sagen?
Ganz gleich, woran euer Herz hängt – Leute, traut euch!


Ein ganz großes Dankeschön, an dich, liebe Petra, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg für alle deine Wünsche und natürlich deine Bücher!