8 Fragen, die man einem Leser nicht stellt

Nach 10 Sätze, die ein leidenschaftlicher Leser nicht sagt, habe ich jetzt hier die Fragen, die man einem Leser nicht stellt, gesammelt.
Mit jemandem ins Gespräch zu kommen, der gerne liest, oder gerade ein Buch in der Hand hat, ist bisweilen nicht so einfach… Deshalb habe ich für euch einige Fragen gesammelt, die man im Gespräch mit einem Bücherwurm vielleicht eher sparsam einsetzen, oder gleich komplett lassen sollte.

Vorsicht, es können sich phasenweise Sarkasmus und Ironie und solche Dinge in diesem Beitrag verstecken.

8 Fragen die man einem Leser nicht stellt-ins Gespräch kommen

1. Hast du Buch xy gelesen?



Natürlich. Ich kenne jedes Buch, was jemals geschrieben wurde. Ist doch klar. Ja, manchmal kann es sein, dass ich tatsächlich das Buch gelesen habe, um das es geht. Aber meistens ist es eher so, dass aus meinem Gesicht eine dezente Unwissenheit spricht. Tut mir leid, aber ich habe keine Bibliothek in meinem Kopf.
(Natürlich unterhalte ich mich gerne über die Bücher, die man gelesen hat. Nur es gibt so Leute, die haben irgendwie einen Katalog an Büchern im Kopf, der nacheinander abgearbeitet wird…^^ Und das ist dann so eine Schlange an Titeln und das ist irgendwann dann nicht mehr so ganz entspannt.)

2. Du kennst doch bestimmt Autor/in xy?



Ist euch eigentlich klar, wie viele Bücher so Pi mal Daumen pro Jahr in den deutschen Verlagshäusern erscheinen? Dann kommen noch die ganzen Selfpublisher hinzu, die eine komplett unzählbare Masse an neuen Texten produziert. Wie in Gottes Namen, soll es mir da möglich sein, jeden Autor zu kennen? Klar, ich hab denen allen schon die Hand geschüttelt… Klar, es kann auch mal sein, dass ich denjenigen kenne. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht so ist, ist auf jeden Fall da. Der traurige Hundeblick, wenn ich leider verneinen muss, der ändert daran dann auch nichts.

3. Woher nimmst du die ganze Zeit zum Lesen?



Euer Gegenüber sagt euch, er hätte keine Zeit zum Lesen. Aha. Dafür geht er aber wöchentlich schwimmen, hat einen Hund und macht täglich Kraftsport. Aha. Oder derjenige kennt jede Serie bei Netflix auswendig, trifft sich mit Freunden und daddelt stundenlang auf seinem Handy. Aha. Was soll ich dazu eigentlich noch sagen? Zeit zum Lesen muss man sich nehmen. So wie man sich Zeit für Netflix nimmt. Oder für Freunde. Genau so muss man sich die Zeit nehmen, ein Buch aufzuschlagen, oder den Reader zu aktivieren. Ich habe weder 24 Stunden mehr pro Tag, noch bin ich mit vier Augen ausgestattet. Ich nehme mir die Zeit, wenn ich mein Handy weglege, oder wenn das Essen im Ofen steht.

4. Was machst du am Wochenende/ heute Abend/ wann auch immer? Etwa wieder lesen?



So als Vielleser lautet die Antwort eigentlich oft: Lesen. Ja, ich werde am Wochenende nicht auf diese ultracoole Party gehen, sondern lesen. Nein, heute Abend werde ich nicht diese total spannende Serie gucken, sondern lesen. Achso und gerade jetzt liegt mein Handy stumm neben mir und ich werde lesen.
Klar, auch ich mache nebenbei noch andere Sachen, als immer nur hinter einem Buch zu klemmen. Ich habe ein kleines Sozialleben, ich arbeite und versuche grundsätzlich, mich am Leben zu halten. Aber so ein Wochenende mit Bett und Buch? Das ist echt schön, das solltet ihr mal ausprobieren!

5. Kennst du eigentlich xy? Der liest ja auch immer.



Natürlich, ich gehöre einer geheimen Organisation von Viellesern an. Wir kennen uns untereinander alle, wissen, was die anderen aktuell lesen.
Also, keine Ahnung, wie ihr euch das vorstellt. Ich meine, ist ja nett, dass man mir neue Kontakte vermitteln will. Aber ganz ehrlich? Wozu? Wenn ich Anschluss brauche, dann suche ich mir den schon irgendwie…

6. Wo willst du denn mit den ganzen Büchern noch hin?



Was wollt ihr mir damit sagen? Dass ich zu viele Bücher habe? Dass ich mich bitte in meiner Bücherliebe einzuschränken habe? Dass es langsam mal genug ist?
Sorry, aber ich schreibe euch doch auch nicht vor, wie viele DVDs ihr haben dürft. Oder wie viel Bier ihr trinken dürft. Oder irgendwas anderes, was ihr gerne macht. Jeder darf doch wohl selbst entscheiden, ob er sich eher mit einer großen, oder einer kleinen Menge an Bücher gut fühlt. Ich sortiere regelmäßig aus, mein Bruder hat nur ein kleines Regal und eine befreundete Bloggerin hat doppelt so viele Regale wie ich. Ich finde, jemand anderes sollte nicht darüber entscheiden dürfen. Klar, wenn es um den Partner, oder die Familie geht, dann sollte man natürlich miteinander sprechen. Kompromisse sind da ein guter Weg. Aber wenn mir eine fremde Person (nicht im Scherz) durch die Blume mitteilen will, dass ich zu viele Bücher habe, dann geht das einfach nicht.

7. Willst du nicht auch mal anderes machen?



Immer nur lesen? Ja, das ist schon ziemlich nah dran an meiner Idealvorstellung. Also man nehme noch ein bisschen Schokolade, Kakao mit Sahne und einen windgeschützten Platz im Garten, dann bin ich restlos glücklich. Warum sollte ich nicht etwas tun, was mich glücklich macht? Ich verstehe diese Frage ehrlich gesagt nicht so richtig. Lasst doch mal die Leute das tun, was ihnen Spaß macht. Solange es niemandem schadet, geht das doch eigentlich niemanden etwas an.

8. Bist du immer noch nicht durch?



Manchmal liest man schneller, manchmal langsamer. Manchmal sprintet man durch die Seiten, um so schnell wie möglich zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Manchmal lässt man sich sehr viel Zeit, liest bedacht, um nur ja kein Detail zu verpassen. Jedes Buch ist anders, jeder Leser ist anders. Und diese Frage finde ich echt blöd. Dieser Vorwurf, der dahinter steckt, der hat da doch gar nichts verloren? Sich vielleicht zu erkundigen, warum man sich mit dem Buch Zeit lässt, oder ob man vielleicht einfach nicht vorwärts kommt – ok. Aber jeglicher Vorwurf – warum?


Welche Fragen sind es, die man einem Leser nicht stellt?



Braucht ihr alles auf einen Blick? Dann für euch hier noch mal alle Fragen, die man einem Vielleser nicht stellen sollte:

1. Hast du Buch xy gelesen?
2. Du kennst doch bestimmt Autor/in xy?
3. Woher nimmst du die ganze Zeit zum Lesen?
4. Was machst du am Wochenende/ heute Abend/ wann auch immer?
5. Kennst du eigentlich xy? Der liest ja auch immer.
6. Wo willst du denn mit den ganzen Büchern noch hin?
7. Willst du nicht auch mal anderes machen?
8. Bist du immer noch nicht durch?


Welche Fragen könnt ihr als Buchliebhaber und Vielleser nicht mehr hören? Treffen einige der Fragen ins Schwarze, oder bin ich komplett daneben gelandet?

Comments

  1. Huhu Ramona 🙂

    Oh man, bei einigen Sachen triffst du einfach so den Nagel auf den Kopf! „Hast du XY gelesen?“ finde ich noch ganz okay. Zumindest wenn es jetzt nicht irgendein Buch ist, was komplett außerhalb meiner Interessen liegt und von dem ich noch nie auch nur annähernd gehört habe. Aber gerade die Fragen 3, 5 und 7 sind so… O.o Frei nach dem Motto: Habt ihr keine eigenen Probleme?
    Ich mag auf jeden Fall deinen Sarkasmus bei dieser Art von Beiträgen 😀

    Liebe Grüße,
    Mareike

  2. Hi Ramona,

    ja, ich kenne das von Kollegen, die es zwar nicht böse meinen, aber tatsächlich glauben, man kenne jeden Autor und jedes Buch 😀 Auch die Frage, woher man die Zeit nehme, lässt mich immer den Kopf schütteln, aber du hast das schon schön sarkastisch formuliert 😉

    Liebe Grüße
    Desiree

  3. Hallöchen liebe Ramona,

    eine sehr nette Zusammenstellung. Ich hasse auch dieses „Wo nimmst du nur die Zeit zum Lesen her?“ .. Naja, wenn man lesen möchte, dann lässt man den Fernseher/das Tablet oder den Computer eben einfach mal in Ruhe.
    Ganz schlimm finde ich auch dieses „Hast du Buch XY gelesen?“ und dann immer dieser erwartungsvolle Blick einer/eines augenscheinlich begeisterten Leser(s)in und man selber steht da und kann nur sagen .. „Also ausgerechnet das habe ich noch nicht gelesen .. “ Meist folgt bei mir dann noch ein „Ist nicht so mein Genre ..“

    Herzliche Grüße,
    Lotta

    • Liebe Lotta,

      eben, da bin ich ganz deiner Meinung.
      Oh ja, dieser BLICK! Dieser Blick ist bei der Frage aber auch echt immer gleich…^^ Und jaaaa, die Genre-Ausrede – der Klassiker… Als würdest du neben mir sitzen…. 😀

      Liebe Grüße
      Ramona

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