Rezension: Das Gegenteil von fröhlich

Katrin Stehle – Das Gegenteil von fröhlich



cover
„Das Gegenteil von fröhlich“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Nelli will mal wieder einen witzigen Abend mit ihren Freundinnen verbringen, noch besser wäre ein Date mit Sam. Stattdessen hängt plötzlich alles an ihr: der Haushalt, ihre kleine Schwester, ein nerviger Bruder. Und ihr Vater ist im Ausland.
Wenn sie wenigstens wüsste, was mit ihrer Mutter los ist. So hat sie sie noch nie erlebt: abwesend und unendlich traurig. Ob so was wirklich von allein wieder in Ordnung kommt? Sie hätte gerne ihr altes Leben zurück. Oder steht sie an der Schwelle zu etwas Neuem?


Einfach erzählt – bewegend rübergebracht!


Eine Geschichte über Depressionen eines anderen aus der Sicht eines Teenagers. Eine bisher, für mich, unbekannte Herangehensweise an ein sensibles und schwieriges Thema.


Dieses Buch behandelt auf recht kleiner Seitenzahl gleich mehrere Themen. Es schneidet die Schwierigkeit des Erwachsenwerdens an und auch das Thema Verantwortung übernehmen ist ein wichtiger Punkt. Dann kommen noch Liebe, Freundschaft, Verleumdung und die Suche nach der eigenen Persönlichkeit hinzu.
Wirklich viele Dinge, die Jugendliche betreffen und die sie begleiten. Authentisch hat Katrin Stehle hier Nellis eigene Persönlichkeit untergebracht. Sie konfrontiert sie mit Situationen, mit denen sie nicht umzugehen vermag, die sie schlichtweg überfordern. Doch es liegt in ihrem Stolz verankert, dass sie sich allen Herausforderungen stellt. Das ist eine äußerst wichtige Message, die die Autorin so zum Leser transportiert!


Mir haben die eingeschobenen Telefongespräche zwischen Vater und Tochter gut gefallen. Hier wurde deutlich, wie sehr der Vater mit seinem eigenen Leben beschäftigt ist und wie wenig er auch in diesen Gesprächen zu seiner Familie zurückfindet. Die Gespräche sind kurz und knapp gehalten und sie verdeutlichen auch immer wieder Nellis Situation. Ihre Lage wird mehrmals deutlich und ich hatte oft Mitleid mit ihr.
Doch auch das ist ein großes Problem in der heutigen Zeit: Viele Eltern wollen und können sich einfach nicht mehr mit ihren Kindern beschäftigen, die langsam erwachsen werden. Traurig, aber oftmals wahr…


Das einzige, was mich stört, ist der Schreibstil. Die Sätze sind gerade zu Beginn stark abgehackt und ein Hauptsatz reiht sich brav an den nächsten. So etwas stört meinen Lesefluss und ich hatte Probleme, mich mit den Gedanken zu identifizieren.
Erst ist ja noch alles halbwegs in Ordnung. Zwar ist sich Nelli ihrer Person nicht sicher und auch sie klemmt in verschiedenen Vorstellungen fest, aber später, als die Situation immer prekärer wurde, da hat sich dieses abgehackte, flüchtige Denken ihr einfach besser angepasst.


Über dieses Buch muss man trotz seiner Länge nachdenken und das Ende war mir ein wenig zu kurz gefasst. Es ist kein sprichwörtliches Happy-End – ich möchte es aber dabei belassen, denn es passt!


Dieses Buch ist ein empfehlenswertes Buch für junge und ältere Leser – auch für diese, die ihre Kinder vielleicht gerne besser verstehen würden.


Bewertung:


Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Bücherkinder.de zur Rezension zur Verfügung gestellt!

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