10 Top-Tipps: So schreibt man Blogger nicht an

Wie kann man Blogger anschreiben?
Lasst euch sagen: Blogger anschreiben ist eigentlich kein Hexenwerk.
Ihr seid Autor, oder Blogger Relations Manager und wünscht euch folgendes: Bloggern ein Buch, oder anderes Produkt zuschicken, was dann ästhetisch in Szene gesetzt und wohlwollend bewertet auf deren Kanälen gezeigt wird?
Man hat bloß den Versand zu tragen und dann kann man sich die Lorbeeren einholen?

Klingt einfach – birgt aber tatsächlich viele Stolperfallen.

Blogger anschreiben-Blogger Relations-So schreibt man Blogger an

In meiner ganzen Zeit, mittlerweile sind es über 8 1/2 Jahre, werde ich täglich mehrmals kontaktiert, damit ich diverse Bücher vorstelle.
Entschuldigt, das soll nicht als Überheblichkeit verstanden werden. Ich freue mich, dass viele Menschen mir ihr Buch anvertrauen wollen, aber bei manchen Anfragen lässt sich eben auch noch ein bisschen was rausholen.
Bis hin zu kompletten „Das geht so gar nicht“-Anfragen…

Aufgrund der Flut an Anfragen beantworte ich nur noch einen Bruchteil davon.
Allerdings ist es nicht nur die schiere Menge, sondern auch der Ton, der mich schnell weiterklicken lässt.
Aber wie schreibt man Blogger an?
Wie schafft man es als Autor, dass ein Blogger das eigene Buch bespricht?

Ich habe 10 Best Practice Beispiele aus den letzten Jahren gesammelt, wie man Bloggen auf jeden Fall NICHT anschreiben sollte.
Es ist alles anonymisiert und so reduziert, das deutlich wird, warum die Anfrage nicht gelungen ist.

1. Liebe Renate!



Ich weiß, Zeit ist ein kostbares Gut. Aber wenn man keine Massenmail an 1000 Blogger vorbereitet hat, sondern einen gut gewählten, kleinen Verteiler anschreiben möchte, dann ist eine Anrede absolut nicht zu viel verlangt. Mir wurde mal gesagt ich „könne mir ja gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit das mache“. Doch, das kann ich mir tatsächlich vorstellen. Ich mache das nämlich auch beruflich… Achso und wenn es sich einrichten lässt, dann sucht doch bitte auch den richtigen Namen raus. Das steht meistens auf der „Über mich“-Seite, allerspätestens aber im Impressum. Und nein, das ist absolut nicht zu viel verlangt! Nur zur Info: Ich heiße Ramona und ich bin weiblich. Nein, nicht Renate und auch nicht Herr Ramona Nicklaus…

2. Du liest gerne.



Wie viele Mails habe ich jetzt eigentlich schon gelesen, in denen man mir sagt „Ich habe gesehen, dass du gerne liest.“. Ja, vielen Dank, das ist mir tatsächlich auch selbst schon aufgefallen. Hin und wieder lese ich ein Buch. Oh Wunder. Sorry, aber dieser Einstieg ist ähnlich hölzern wie „Ich bewerbe mich auf die ausgeschriebene Stelle als was auch immer, weil ich die Anzeige auf www.ichsucheeinenjob.de/irgendeinnervigerlink gesehen habe. Das liest doch keiner. Klar, kann man machen, aber da schnarcht man doch schon nach den ersten zwei Silben! Dazu passen übrigens auch die megasexy Aussage: „Mit Interesse habe ich deinen Blog gelesen.“ oder „Ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen“.

3. Du kannst das Buch hier und dort bestellen.



Aha, erst stellt ihr mir ausschweifend euer Buch vor und dann folgt der Hinweis „Du kannst das Buch übrigens bei Amazon, Thalia und Hugendubel“ bestellen. Das ist… interessant. Am besten kommt dahinter noch ein Zwinkersmiley. Ist das dann die dezente Aufforderung, sofort einen Onlineshop zu stürmen und meinen Bestellfinger auf einen bestimmten Titel loszulassen? Hinweise auf Sonderpreise bei E-Books lassen mich ebenfalls kalt. Sehr gut fand ich auch die Formulierung: „Um es richtig beurteilen zu können, müsstest du eines kaufen.“ Also zum Mitschreiben: Ich soll genau EUER Buch rezensieren, aber es wäre ja total knorke, wenn ich es vorher kaufe? Dazu bekam ich ja auch mal den Hinweis: „Es ist in mehreren Formaten verfügbar, aber es wäre toll, wenn du dir das Hardcover bestellst.“. Jetzt auch noch Vorstellungen, welches Format ich kaufen soll? Ich muss mal ganz kurz Luft holen und lasse das hier unkommentiert stehen.

4. Mit deiner Reichweite kannst du doch…



„Bei deinen Möglichkeiten…“ So riesig ist meine Reichweite doch gar nicht. Ich bewege mich im guten Mittelfeld, aber ich rette auch keine Leben. Es ist aber schn, wenn man von Autoren darauf hingewiesen wird, dass man das Buch bitte unbedingt mit seinen Fans teilen soll. Da kann man ja so viele Leute erreichen. Ich könne die Mail auch gleich noch an andere Blogger weiterleiten, ich sei ja bestimmt gut vernetzt.

5. Ich will!



Anfrage: „Ich will von dir eine Rezension geschrieben haben.“ Ich will auch ganz viel, bekomme das aber leider nicht alles. Und mit „ich will“ sollte eine Mail an einen Blogger niemals beginnen. Niemals! (Also ausgenommen davon sind natürlich Buchzitate, die einleitend genutzt werden!)

6. Du bekommst jetzt mein Buch…



…und deine Rezension erwarte ich dann in zwei Wochen. Ach ja, unaufgefordert Bücher zu verschicken ist ja schon die eine Sache. Dann noch Forderungen zu stellen: Wie lange hat man für die Rezension Zeit. Wie hat man das Buch zu bewerten. Wie viele Fotos, wie viele Wörter, wie viele Beiträge… Die Liste lässt sich schier endlos erweitern. Am besten war ja kürzlich der Fall: Jemand bot mir sein Buch an. Ich hatte kein Interesse und ignorierte es. Plötzlich hatte ich das Buch im Kasten. Nun sagte ich dem Autor, ich würde es verschenken. Das hat er mir verboten, das dürfe ich nicht. Ich müsse es zurückschicken.
Seid euch bewusst: Wenn ihr Bloggern ungefragt Bücher, oder andere Produkte zuschickt, dann sind diese zu rein gar nichts verpflichtet. Weder zum Rezensieren, noch zum Zurückschicken. Da gibt es auch ein schönes Gesetz im BGB. Als ich den Autor übrigens darauf hinwies, erteilte er mir gnädigerweise die Erlaubnis, ich müsse das Buch jetzt doch nicht zurückschicken. Wie nett!

7. Wenn du nicht antwortest, dann verfolge ich dich!



Viele Blogger, so wie ich in den meisten Fällen ja auch, antworten aus Zeit- oder Interessengründen nicht mehr auf alle Angebote. Vielleicht hat der Blogger eure Nachricht wirklich übersehen. Da könnt ihr ja noch mal eine kurze Erinnerung nach ein, oder zwei Wochen schicken. Aber bitte fangt nicht an, den Blogger über diverse Kanäle zu belästigen! Irgendwann nervt das schlichtweg nur noch… Ganz schlimm wird es, wenn ihr dem Blogger dann in andere Bereiche seines Lebens folgt, zum Beispiel zur Arbeit. Ich bekam letztens eine Mail zur Arbeit, zu der ein Autor sich „berechtigt sah“, weil ich ihm ja nicht geantwortet hätte. Auch eine Geschichte, bei der mir dezent der Kragen geschwollen ist. Es gibt einfach Grenzen. Und den Blogger zur Arbeit, zum Partner, egal wohin, zu verfolgen, das geht einfach zu weit!

8. Eigentlich liest du ja keine Sachbücher, aber…



Ja, wenn ihr auf meinem Blog „eigentlich“ keine Sachbücher findet, dann hat das wohl einen Grund: Ich lese sie nicht. Das lässt sich auf alles übertragen: Liebesromane, Thriller, Bilderbücher… In den meisten Fllen berichten Blogger auf ihren Blogs ja darüber, was sie alles lesen. Wenn ein Genre da überhaupt nicht vorkommt, dann liegt das eventuell an einer starken Genre-Nische, die der Blogger bedient, oder er liest das Genre einfach nicht. Daran wird, sorry, dass ich das so sage, aber daran wird jetzt dieses „ganz neue und innovative“ Buch auch nichts ändern. Das tut mir leid.

9. Kuss, Jürgen.



Der Name ist hier geändert, aber ich wollte euch das trotzdem zeigen: Letztens bekam ich eine Nachricht, die ein männlicher Autor tatsächlich mit „Kuss, Vorname“ unterschrieben hat. Entschuldigt bitte, aber das kann ich absolut nicht ernst nehmen. Ich meine, was soll denn das? Ich kenne den nicht und dann das? Die Beziehung zwischen Autor und Blogger soll professioneller Natur sein und diese Verabschiedung ist ganz und gar nicht professionell. Klar, es muss auch nicht „Mit hochachtungsvollen Grüßen“ sein, aber „Kuss“? Reicht nicht „Viele Grüße“, „Schöne Grüße“, oder sowas wie „Ich freue mich auf deine Antwort, Vorname“? Da gibt es so viele Varianten, die nicht an meine Komfortzone herantreten und bei denen ich mich nicht belästigt fühle.

10. Pressemitteilung



Wenn eine Mail schon so sexy mit dem Wort „Pressemitteilung“ oder „Presseinformation“ beginnt, dann hab ich unbändige Lust weiterzulesen. Mir schwirrt es schon ganz doll im Kopf, wenn ich nur daran denke. Ich glaube, ich brauche hier mal einen großen Eimer eiskaltes Wasser.
Nein, bitte tut das nicht. Niemals. Keine Presseinformation, keine Mitteilung. So lasst ihr keine Mail an Blogger beginnen!

Es gibt so viele Phrasen, die ganz, ganz schnell aus den Mails an Blogger gestrichen werden müssten.
Aber das sprengt diesen Beitrag und geht auch ein bisschen am Thema vorbei.
Wir wollten ja einfach allgemeine Bausteine sammeln, die in Mails nicht reingehören, oder die man sorgfältiger formulieren sollte.
Vielleicht ist es ja auch für euch mal unterhaltsam zu lesen, wie man es eben nicht machen sollte.
Wie gesagt, all diese Dinge habe ich wirklich so in meinem Mail-Archiv. Seit einiger Zeit speichere ich mir nämlich die größten Flops zur Erheiterung. Screenshots möchte ich aber nicht einfügen, Datenschutz und so…


Was wünscht ihr euch ansonsten noch für Beiträge? Vielleicht, warum zehn Blogger zum Anschreiben besser sind, als 100? Oder wie man ein Anschreiben an Blogger interessant gestaltet? Bei mir sprudeln gerade die Ideen, also raus damit: Wie kann man euch helfen?
Oder, wenn ihr Blogger seid: Was waren die gruseligsten und merkwürdigsten Anschreiben, die ihr so bekommen habt?

Comments

  1. Nach dem was ich auf Twitter verfolgt habe, habe ich schon auf so einen Beitrag von dir gehofft. ^-^
    Du bringst es echt auf den Punkt. Ich frage mich ehrlich gesagt, was in den Gedanken dieser Personen vorgeht, insbesondere dann, wenn sie dich sogar auf der Arbeit terrorisieren. Das macht das Buch ja wohl kaum attraktiver für dich – eher im Gegenteil. Ich meine, ich bin mir auch bewusst, dass viele Personen nur versuchen ihren Job zu machen. Gerade Linkakquise wird ja auch gerne mal an den neuen Praktikanten abgeschoben. Aber selbst dann: Wenn man sich zu fein ist, solche einfachen Dinge wie den NAMEN raus zu suchen, dann kann man sich die Arbeit auch gleich sparen.

  2. Liebe Ramona,

    ich danke dir so sehr für deinen Beitrag. All das ist mir auch schon mal passiert, mit Ausnahme, dass mich bisher noch niemand „verfolgt“ hat, in dem er mir E-Mails auf Arbeit oder an meinen Freund schickte etc. pp. zum Glück.

    Von allem anderen kann ich auch ein Liedchen singen. Alleine bezüglich der Sachbücher haben mich in der letzten Woche drei E-Mails erreicht. „Ich weiß du liest keine Sachbücher, aber dieses hier ist anders, also lies auf jeden Fall weiter …“ Im Prinzip stimmt es ja nicht mal, dass ich gar keine Sachbücher lese, wenn es mit Reisen zu tun hat, freue ich mich über jede Anfrage, aber so ein blöder Einstieg hält mich meist schon davon ab, überhaupt weiterzulesen.

    Früher habe ich mir tatsächlich die Zeit genommen und habe allen eine Absage geschickt, wenn ich kein Interesse hatte. Mittlerweile ist mir das aber echt zu blöd geworden, ganz besonders, wenn ich nicht mal mit Namen angesprochen werden. „Hallo Blogger“ Ich geh ja auch nicht hin und rufe „Hallo Autor“.

    Awww stimmt, das mit dem „Kuss, Vorname“ ist mir auch noch nicht passiert haha das finde ich mega gruselig, ich glaube ich hätte die E-Mail Adresse direkt blockiert.

    Ich frage mich manchmal echt, was so schwer daran ist, eine anständige E-Mail zu verfassen … das ist mir bisher aber überwiegend bei deutschen Autoren aufgefallen. Amerikanische oder englische Autoren haben da offenbar mehr Talent, angenehm formulierte E-Mails an Blogger zu verschicken.

    Liebste Grüße
    Ivy

    • Hallo liebe Ivy,

      auf solche Anfragen wie „Hallo Blogger“ antworte ich mittlerweile wirklich mit „Hallo Autor“, falls ich noch antworte. Ich finde es dreist, wie viele so bescheiden mit uns umgehen, da kann man denen das auch mal entgegnen. Vielleicht merken die es dann ja, auch wenn ich es ernsthaft bezweifle 🙁

      Liebe Grüße
      Philip

  3. Liebe Renate,
    ich will einfach mal loswerden, dass ich es einfach toll finde, wie lange du schon dabei bist und was du dir für eine Reichweite über die Jahre aufgebaut hast. Dass du dich auch immer so gegen Sachbücher stellst, dass kann ich nicht nachvollziehen. Probiere es doch einfach mal aus, dann liest du das vielleicht auch ganz gerne irgendwann.. Ansonsten kann ich dir noch das Buch „Wie antworte ich am besten auf Autorenanfragen“ von mir empfehlen, dies kannst du preiswert auf amazon bestellen 😉

    Kuss, Philip

    Sorry liebe Ramona, ich konnte nicht anders als probieren, alle aufgeführten Punkte in den Kommentar einzubauen 😀 Ich mag den Beitrag super gerne und kann mir richtig vorstellen, wie du da beim schreiben vorgesessen hast. Echt knorke 😀 xD
    Danke dafür und es ist einfach super traurig, was manche Verlage und Autoren für eine Dreistigkeit an den Tag legen und extrem hohe Erwartungen haben. Was denken die sich denn bitte? Da kann man nur den Kopf schütteln 🙁

    Auf jeden Fall vielen Dank für diese Zeilen und den einen oder anderen Lacher 😀

    Komm gut ins Wochenende
    Philip

  4. Hallo Ramona,

    ich danke dir so sehr für diesen Beitrag! Auch wenn ich jetzt sicher nicht so viele Anfragen bekomme wie du, kann ich nachfühlen, wie es ist, wenn Autoren sich beim Anschreiben einfach mal null Gedanken machen. Du sprichst mir wahrlich aus der Seele. <3

    Der merkwürdigste Anfrage, die ich mal bekommen habe, ging in etwa so: Eigentlich mag ich ja keine Autoren, die auch bloggen und Bücher von Kollegen rezensieren, aber das musst du ja selbst wissen und schau mal! Dann und dann erscheint mein neues Buch. Darf ich dir Goodies schicken, damit du die dann auf deinen Kanälen zeigst?

    Ich habe dankend abgelehnt, da die Anfrage von einer Autorin kam, die ich tatsächlich schon kannte. Das Buch habe ich dann tatsächlich auch nicht gelesen. (War auch gar nicht mein Genre.)

    Und eine Anfrage, die mich nur den Kopf hat schütteln lassen: Hallo Blogger, gefolgt von einer vorgefertigten Massenmail.
    Habe ich beim ersten Mal gekonnt ignoriert. Zwei Tage später habe ich die gleiche Mail noch einmal bekommen. Auf meine private Mailadresse. Bis heute habe ich keine Ahnung, wie der Autor an die rangekommen ist.

    Weil ich nicht ganz böse bin, habe ich darauf geantwortet, dass es doch ganz nett wäre, wenn man sich zumindest ein wenig mit der Bloggerin befasst, der man sein Buch andrehen möchte, und im besten Fall auch vermeidet, sie innerhalb so kurzer Zeit doppelt anzuschreiben. Als Antwort kam zurück, dass ein Autor ja auch Schreiber, Geschäftsmann/frau, Goodie Besorger, Marketingleiter, Messeartikel und TB Besorger ist und auch noch ein Leben hat. Da kann man sich ja gar nicht alle Blogs anschauen. Ein Blogger ist ja "nur" ein Blogger.

    Das war so unverschämt, dass ich beinahe gelacht habe. Kannst du sicher auch ein Lied von singen, oder Renate? 😀

    Liebe Grüße und komm gut ins Wochenende
    Anni

  5. Die Mail „Eigentlich liest du ja keine Sachbücher, aber…“ habe ich auch bekommen – dabei lese ich Sachbücher!!! 😂

  6. Huhu Ramona,
    den Spruch „Eigentlich liest du ja keine Sachbücher, aber…“ kenne ich nur zu gut wahlweise auch mit anderen Genres.DA frag ich mich oft, was die lieben Autoren sich bei sowas denken.
    Also es ist manchmal schom interessant, as man so für Anfragen bekommt. Und dann gitb es aber auch genug, die einen richtig ansprechen. Da tut es mir dann oft Leid, wenn ich das Buch eben nicht rezensieren kann.

  7. Hallo Ramona 🙂

    Vielen Dank für den Beitrag. Ich kann die meisten Punkte so gut nachvollziehen, weil ich sie auch schon mehrfach erlebt habe.

    Ich bekomme nicht so viele Anfragen, also beantworte ich bisher auch jede. Aber manchmal musste ich mich selbst ein bisschen zügeln. Wenn man dann mit Herr Sowieso angesprochen wird (obwohl man ja offensichtlich eine Frau ist) oder dann sofort in eine persönliche Anrede übergangen wird, als würde man sich schon seit Jahren kennen – das sind für mich ein paar No-Gos. Mich stört es ja nicht mal, wenn ich mit „du“ angesprochen werde, aber ich halte es nicht für schwer, dass man vorher auch mal danach fragt, ob das in Ordnung ist.

    Den Fall mit den Sachbüchern hatte ich noch nicht, dafür aber dasselbe mit Hörbüchern. Da bekommt man von irgendeiner Agentur eine Nachricht, dass sie mit einem großen Anbieter zusammen arbeiten und gerne einen Beitrag für mich hätten. Ich höre ja so gerne Hörbücher. Darauf hin hab ich ein wenig verwirrt erstmal meinen Blog durchforstet, ob ich das jemals so gesagt habe – nope. Ich höre keine Hörbücher. Also hab ich das ignoriert und bekam dann alle 3 Tage eine Erinnerung. Ein wenig genervt habe ich dann geantwortet, dass Hörbücher leider nicht meins sind. Soweit so gut – lustigerweise kam etwa ein halbes Jahr später von der gleichen Agentur, aber einem anderen Mitarbeiter, die gleiche Mail – und damit ging das Theater von vorne los. Sowas geht für mich leider auch gar nicht.

    Liebe Grüße
    Andrea

  8. Eine schöne Zusammenstellung der größten Flops. Wie ich das hasse, wenn mich Leute auch fünfmal anschreiben, nur weil ich nicht antworte. Zum Glück herrscht, seit ich dem neuen Blog habe, weitestgehend Ruhe. Aber die ein oder andere „Buchwerbung“ verirrt sich dennoch zu mir …

  9. Hallo Ramona,
    bei Punkt 8 musste ich ziemlich schmunzeln, die E-Mail ging schnell in den Papierkorb. Auch ich habe schon einige skurille Mails lesen müssen.
    Ich hoffe das einige sich das doch ein bisschen zu Herzen nehmen. Weil, wie du sagtest: Schwer ist das nicht.

  10. Guten Morgen!

    Ich hab deinen Beitrag heute in meiner Stöberrunde verlinkt! Du triffst wirklich sehr gut, was man als „Blogger“ so alles lesen muss *lach* Das hab ich auch alles so oder in ähnlicher Form schon bekommen – nur geküsst hat mich noch keiner 😀

    Ich wünsch dir einen schönen Freitag und ein tolles Wochenende! 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

  11. Oh ha da sind ja echt krasse Dinger mit dabei. Kuss? Ernsthaft, das fände ich auch total unangebracht. Ansonsten sollte es ja nicht überraschen wie dreist manche Menschen sind, aber tut es leider immer wieder. Gerade das man dir dann auf der Arbeit schreibt ist einfach nur unverschämt. Das gehört sich nicht und hat mit deinem Blog auch nichts zu tun.

    Bei den meisten Anfragen die ich bekomme, passt das Buch auch null zu meinem Blog. Da steht dann immer dabei das würde ja so gut zu mir passen und dann ist das ein E-Book zum Thema Finanzen oder Putzen? Ähm wie bitte. Wer sich meinen Blog angeschaut hat, der sieht dass beide Themen bei mir keine Rolle spielen und auch zu meiner Zielgruppe eher nicht passen. Da antworte ich auch nicht mehr.

    Ansonsten habe ich aber zum Glück bisher überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Da ich im Lifestyle Bereich unterwegs bin, erhalte ich lediglich viele Anfragen wo nicht gekennzeichnet werden soll und natürlich noch ein Do Follow Link obendrauf gesetzt werden soll. Steht zwar schon auf meiner Seite, dass ich solche Kooperationen nicht annahme, aber scheint niemanden zu interessieren. Auf lange Diskussionen habe ich da auch keine Lust, wenn man auf gesetzliche Regelungen und Bestimmungen seitens Google hinweis, sodass ich auch die Mails geflissentlich ignoriere.

    Lg Nicole
    litnetzwerk

  12. Liebe Ramona,

    wie wahr! Ich verstehe auch absolut nicht, wie unprofessionell sich viele AutorInnen geben. Mit anderen Menschen können die doch auch vernünftig kommunizieren. Oder gehen die zu ihrem Friseur auch hin und sagen: Hallo Friseur, ich habe gehört, dass du Haarschneiden sehr magst. Bla bla, Küsschen X

    Nur weil wir auf dem Blog vielleicht recht frei und locker schreiben, heißt das ja nicht, dass wir nicht professionell kommunizieren können.
    Danke für deinen wichtigen Artikel!
    Viele Grüße
    Mareike

  13. Liebe Ramona,
    ich hoffe wirklich ein paar Autoren/Verlage etc. haben diesen Beitrag dann auch gelesen oder wäre da ein „10 Tipps wie man Blogger richtig anschreibt“ Beitrag besser, oder hattest du diesen nicht schon geschrieben? Auf jeden Fall hoffe ich das es irgendwann einmal besser wird, weil wir irgendwann nur noch genervt sind von solchen Nachrichten und es Ihnen ja nicht wirklich etwas bringt. Ich hab letztens eine Anfrage bekommen ob ich nicht ein Buch über das Golfen lesen möchte..:Woher diese Person denken könnte, dass ich so etwas lese…
    Alles Liebe,
    Julia von https://thebookdynasty.de
    #litnetzwerk

  14. Liebe Ramona,

    super Beitrag. Ich bekomme zwar nicht ganz so viele Anfragen wie du, aber einige davon hatte ich auch schon und das ist manchmal wirklich gruselig, was da bei manchen Autoren rauskommt. Aber was du schon alles erlebt hast, lässt mich auch nur den Kopf schütteln. Da fragt man sich echt, was das soll..

    Hab noch einen schönen Sonntag.
    Alles Liebe, Ela

  15. ja, ja und nochmals ja! danke dir für diesen beitrag, denn er zeigt mir, dass ich nicht alleine bin. 😀 wenn ich mal anfragen bekomme, sind es meistens total unpassende.. z.b. „ich sehe, du liest gern fantasy“, obwohl ich noch nicht einen titel besprochen habe :’D natürlich muss man als autor auch sehen wo man bleibt und wo die reichweite herkommt, jedoch wäre ein kleines bisschen mehr sorgfalt bei der auswahl, wen man anschreibt, wünschenswert.

    lg tina

  16. Hallo Herr Nicklaus,

    ok… lassen wir das! 😉

    Liebe Ramona,

    dein Beitrag hat mich nicht nur bestens unterhalten, sondern mir vollkommen aus der Seele gesprochen. Ich kenne alle deine genannten Punkte nur zu gut. Ich habe auch mal eine Mail bekommen: Ich sollte eine komplette Trilogie rezensieren, plus die neuste Buchreihe, da der Autor ja keine Rezensionen hätte und dies nun ändern wolle. Ich würde ja viel lesen und sollte seine Büchern nun abarbeiten. Erst habe ich überlegt, ob ich überhaupt antworten soll, mich dann aber für: “ Ich bin keine Werbeplattform (auch wenn man mit Rezensionen ja im gewissen Maße Werbung macht) und lesen am Fließband ist neben meinem Vollzeitjob leider nicht möglich entschieden.“
    Ebenso hasse ich es, wenn ich einfach in irgendwelche Mail-Verteiler aufgenommen werde und mich dann selbst darum kümmern muss, dass ich dort irgendwie wieder herauskomme. Das ist ein Punkt, der im Moment wohl voll „in“ ist und mir in letzter Zeit ständig passiert. Besonders bei Verlagen, die überhaupt nicht meinem Interessengebiet entsprechen…

    Auch der Punkt der Verfolgung ist mir ebenfalls schon passiert. Von der Mail (wobei es eigentlich mehr als eine Mail war), zu Instagram über Facebook usw. Schrecklich!

    Früher habe ich zu Hause gesessen und versucht jedem zu antworten. Egal wie unfreundlich und unpersönlich die Mail war. Ich habe sogar immer versucht zu begründen, warum ich kein Interesse an etwas habe. Mittlerweile bin ich da etwas abstumpft – anders lässt es sich gar nicht mehr handhaben. Wer mir nett schreibt, bekommt aber weiterhin eine nette Antwort 😉

    Danke für deinen schönen Beitrag. Weiter so!

    Viele liebe Grüße
    Sara

  17. Liebe Ramona,
    danke für den Beitrag und die tolle Zusammenfassung der “ Problematik“.
    Auf dem Litcamp in Hamburg, was das aktuell auch gerade wieder Thema. Hier waren auch Autoren in der Session und es war eine richtig gute Dikussion darüber, wie beide Seiten gut miteinander arbeiten können, wenn man sich mit Respekt und Professionalität begegnet.
    Liebe Grüße
    Isabel

  18. Hallo Ramona,
    was für eine schöne Zusammenfassung! Glücklicherweise habe ich noch nicht so viele gruselige Anfragen erhalten, unpersönliche und unrealistische aber schon des öfteren. Ich wundere mich auch immer wieder, warum man nicht einfach in das Impressum schauen kann und den richtigen Namen einsetzen, so schwer ist das ja wirklich nicht. Meistens lehne ich einfach freundlich ab.
    Wie ich allerdings bei bei „Kuss, xxx“ reagiert hätte, weiß ich auch nicht… das ist schon sehr strange…

    Liebe Grüße
    Vera

  19. Ich bin zwar aus dem Sportbereich, aber bei mir geht es ähnlich zu. Was mich auch nervt, sind unverlangt zugesandte Produkte. Bei mir kommen dann meist Kochbücher an, weil Sportler müssen sich ja gesund ernähren und da passt ja ein Kochbuch…. 🙂

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