Rezension: Wirst du da sein?

Guillaume Musso – Wirst du da sein?


Guillaume Musso-Wirst du da sein

Kurzbeschreibung:

Dr. Eliot Cooper hat alles: den Respekt von Patienten und Kollegen, die Liebe seiner Tochter. Doch seit dem Tag vor dreißig Jahren, der ihm Ilena nahm, quälen ihn Sehnsucht und Schuldgefühle. Was aber, wenn das Schicksal ihm eine zweite Chance böte? Wenn er in der Zeit zurückreisen dürfte, um einen tragischen Fehler zu korrigieren?

San Francisco, 2006. Mit Sechzig hat Elliott Cooper erreicht, wovon viele nur träumen: Er ist ein angesehener und erfolgreicher Arzt, begeisterter Vater einer zwanzigjährigen Tochter, und die Frauen liegen dem attraktiven Mann immer noch zu Füßen. Das perfekte Glück?
Nur scheinbar, denn niemals ist Elliott über den dreißig Jahre zurückliegenden Tod der Frau hinweggekommen, die er leidenschaftlich liebte: Ilena.

Eines Tages macht er während eines humanitären Einsatzes in Kambodscha die Bekanntschaft eines alten Khmer, der ihm aus Dankbarkeit seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt: die Möglichkeit, Ilena noch einmal wiederzusehen.
Als Zeitreisender zwischen 1976 und 2006 begegnet Elliott seinem eigenen Ich als jungem Mann, den er überzeugen will, die Weichen in seinem Lebens anders zu stellen und so Ilenas frühen Tod zu verhindern. Bis ihm klar wird, dass man die Wege des Schicksals nicht ungestraft umleitet.

[Read more…]

Rezension: Das System

Karl Olsberg – Das System



cover
„Das System“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
Was wäre, wenn alle Computer der Welt plötzlich verrückt spielten? Als Mark Helius zwei Mitarbeiter seiner Softwarefirma tot auffindet, weiß er, dass im Internet etwas Mörderisches vorgeht. Stecken Cyber-Terroristen dahinter? Oder hat das Datennetz ein Eigenleben entwickelt? Eine Jagd auf Leben und Tod beginnt, während rund um den Globus das Chaos ausbricht.


Beeindruckende Fiktion. Man möchte den wahren Kern der Sache gerne übersehen…


Mark Helius ist Leiter einer Softwarefirma und steht kurz vor dem Durchbruch. Doch bei der Präsentation seines Wunderwerks vor vielen einflussreichen Geldgebern geht etwas schief. Der Deal ist geplatzt. Mark kann nicht akzeptieren, dass er offenbar wegen eines simplen Computerfehlers alles verloren haben soll.
Als zwei Mitarbeiter seiner Firma tot aufgefunden werden, wird die Polizei hellhörig und hat Mark im Verdacht, der Täter zu sein. Er war immer am Tatort und war auch noch kurz zuvor in Auseinandersetzungen mit der betreffenden Person verwickelt.
Er flieht und sucht Hilfe bei Lisa, einer talentierten Softwareentwickelerin, die vor einiger Zeit gefeuert wurde.
Er lernt Pandora kennen. Den Schlüssel zu der sich anbahnenden globalen Katastrophe.
Ein Ringen um Leben und Tod beginnt.


Ein rasanter Roman, der mich mit seiner flüssigen Sprache und den Erklärungen vollkommen überzeugt hat.
Jeder Computerlaie kann das Szenario nachempfinden. Alles, was man eventuell nicht verstehen könnte, wird auf pfiffige Art erklärt und dem Leser somit auf dem Silbertablett überreicht.


Die Handlung wird aus der Sicht mehrerer Personen geschildert. Das gibt der Handlung Tiefe und Spannung. Die kurzen Kapitel laden immer wieder zum spontanen Weiterlesen ein.
Zwischendurch findet sich der Leser zum Beispiel in Japan, auf einem Militärgelände, in einem Forschungslabor oder sogar im Weltraum wider.
Man schlüpft in die Haut von den unterschiedlichsten Charakteren, die gerade auf die verschiedensten Arten mit den Computerproblemen konfrontiert werden.
Das macht die Sache spannend – besser gelöst, als wenn Protagonisten wie Mark Helius oder Lisa alles nur aus den Medien erfahren würden.
Man ist quasi hautnah dabei und wird vom Autor permanent in Atem gehalten.


Der Roman passt super auf die knapp 400 Seiten. Der Roman hat mich nie nirgends gelangweilt und mir einige sehr atemlose Lesestunden beschert.


Bewertung:

Rezension: Prinzenrolle

Gitty Daneshvari – Prinzenrolle



cover
„Prinzenrolle“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
Ihr Freund ist ein wahrer Adonis. Nur Anna hat trotz aller Bemühungen noch immer ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften. Um ihre Eroberung vor den Avancen glutäugiger Schönheiten abzuschirmen, schmiedet sie einen gefährlichen Plan. Sie will ihren Prinzen zum Frosch machen. Die geheime Mission: Kalorien zuführen, Kleidung sabotieren, Kopfhaar lichten. Ein urkomisches Großstadtmärchen über die Suche nach sich selbst und die Liebe, die kein Ponyhof ist.


Anna ist fett, süchtig nach Fastfood und hasst Bewegung.
Das ändert sich schlagartig, als sie ungewollt beim Partyservice von Janice zu arbeiten beginnt. Diese kennt nämlich das Übergewichtsproblem und setzt fortan alles daran, Anna schlanker werden zu lassen.
Anna verstößt gegen vielerlei Regeln, nimmt aber ganz langsam ab.
Sie ist auf gutem Wege zu einer schlanken Figur, als sie Ben begegnet. Ben, schön und engelsgleich, scheint so überhaupt nicht zu ihr zu passen.
Doch das unglaubliche geschieht: Ben verabredet sich mit Anna und die beiden kommen sogar zusammen.
Anna legt natürlich jetzt gesteigerten Wert auf ihre äußere Erscheinung, kommt sich aberin Begleitung des perfekten Ben immer nur durchschnittlich vor.
Zumal tagtäglich Gefahren in Form von langen Mähnen, üppigen Brüsten und eindeutigen Angeboten mit ihrem Traummann in Kontakt kommen.
Und Ben scheint nicht das Bedürfnis zu besitzen, klare Grenzen zu markieren. Er lacht fröhlich mit und flirtet schamlos.
Anna wird es zu bunt uns so fast sie den gewagten Plan, aus ihrem Prinzen einen Frosch zu machen. Sie vertauscht seine Müsliriegel gegen Süßigkeiten, sie ändert Hosengrößen und füllt zuletzt sogar ihre Enthaarungscreme in sein Shampoo.
Fast wie von selbst konvertiert Ben langsam aber offensichtlich zum ungesunden Esser, er nimmt zu und sitzt den ganzen Tag nur noch vorm Fernseher.
So drastisch hat Anna sich das nun auch wieder nicht vorgestellt. Nun setzt sie alles daran, ihre Änderungen rückgängig zu machen.


Sprachlich ist dieses Buch kein Highlight. Unzufriedenheit sprechen aus jedem von Annas Sätzen.
Derbe Sprache und Respektlosigkeit vor der schönsten Sache im Leben (der Liebe), haben den literarischen Wert des Buches nicht gesteigert.
Man möchte sich am Ende selbst kaum noch mögen, so abartig wird Anna uns in diesem Buch vorgestellt. Ob es pausenloses Schuppenrieseln ist, oder die fetten Eiterpickel im Gesicht…
Anna schreibt hässliche „Hallo Pummelchen“-Briefe an sich selbst, kann sich aus ihrem Selbstmitleids-Fress-Loch aber auch so nicht befreien.


Oliver ist ein oberflächlicher, charakterloser Schönling, der dauernd nur an den Spaß im Bett denkt.
Oft habe ich mich gefragt, warum der nicht gleich nackt durch die Straße rennt.


Das einzig Positive ist wohl Annas Entwicklung vom potthässlichen Entlein zum schönen Schwan.
Sie lernt sogar.
Sie lernt Ben kennen und ihr werden sogar die Augen geöffnet.


Ein Buch, welches ich leider nicht empfehlen kann.


Bewertung:


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Aufbau Verlag!

Rezension: Blutrote Nacht

Jarad Henry – Blutrote Nacht



buch
„Blutrote Nacht“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
Detective Rubens McCauley kennt St. Kilda, den Szene-Vorort von Melbourne wie seine eigene Westentasche. Als ein Junge leblos neben einer Spritze gefunden wird, scheint der Fall klar – ein Drogentoter mehr. Doch Rubens fallen Ungereimtheiten auf. Wo etwa ist das Handy des Toten? Als er beginnt, Nachforschungen anzustellen, wird der zweite tote Junge gefunden.


Ein Krimi, der erst nach einiger Zeit seine düsteren Abgründe offenbart…


Rubens McCauley ist ein geprägter Cop. Vor 12 Monaten wurde auf ihn geschossen. Seitdem hat er einen Ärzte- und Albtraummarathon hinter sich. Die Kollegen halten in noch nicht für dienstfähig, als McCauley auch gleich zu seinem ersten Einsatz geschickt wird.
Dem Toten hängt eine Nadel im Arm. Aufgefunden von einem übergewichtigen Ladenbesitzer scheint der Fall klar: Wieder ein Drogentoter mehr in der Kartei.
Doch nachdem schon seine Unterschrift unauslöschlich auf dem Papier prangt, fallen ihm Ungereimtheiten ins Auge.
Wo ist die Kappe von der Spritze? Warum hat ein offensichtlicher Junkie teure Markenklamotten an? Und wo ist sein Handy, wenn man doch eine Quittung für die entsprechende Karte gefunden hat?
Dem Polizist wird die Hölle heiß gemacht und es ist ein Grund, um ihn vom Dienst zu suspendieren.
Doch neben seinen beruflichen Schwankungen, muss Rubens auch noch seine Frau Ella zurückgewinnen. Doch sie möchte erst, dass er herausfindet, was er wirklich will.
Nicht gerade sehr einfach, wenn man dann auch noch auf eigene Faust weiterermittelt und auf wahrhaft düstere Abgründe stößt, als man jemals angenommen hätte.


Die Story ist rasant, aber teilweise nichts für schwache Nerven. Das geht schon von den oft sehr detaillierten Beschreibungen aus… Dazu kann ich aber näher nichts sagen, weil ich sonst einem wichtigen Schlüsselergebnis in der Handlung vorweggreifen würde.


Die eingebundene Liebesgeschichte zwischen Rubens und seiner Ella lockert die Geschichte etwas auf.
Zwischendrin entstanden für mich aber auch manchmal Längen, die man dann getrost überfliegen konnte.


Die Handlung hat eine präzise Spannungskurve, die kurz vor den letzten 100 Seiten abrupt abbricht – um plötzlich wieder zu steigen.
Diese Wendung hat der Leser zwar vermutet, ich empfand sie aber als zu viel des Guten.
So viele Täter, wie hier überführt wurden, da hätte der letzte nicht mehr sein müssen.


Trotz allem war das Buch ein guter Thriller. Eben einer von der Sorte: Suspendierter Polizist ermittelt auf eigene Faust im totgeschwiegenen Milieu einer beliebten Stadt – aber spannend


Bewertung:


Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Aufbau Verlag

Rezension: Hildegard von Bingen

Heike Koschyk – Hildegard von Bingen


„Hildegard von Bingen“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
Hildegard von Bingen (1098-1179) war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Sie gründete nicht nur ihr eigenes Nonnenkloster, sondern verfasste viel beachtete Werke über Religion, Medizin, Musik und Kosmologie. Noch immer wird Hildegard wie eine Heilige verehrt, ihr Wissen und ihre Visionen finden großen Anklang. Heike Koschyk, Romanautorin und Heilpraktikerin, zeichnet Hildegards Leben nach und erklärt, warum die Visionärin nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.


Sehr anschaulich, verständlich und vor allem – interessant.


Hildegard von Bingens Leben wird in all seinen Facetten und Wendungen geschildert. Jede Vermutung, neue Forschungsergebnisse und unergründete Dinge werden in dieser Biografie dargelegt.
Hildegard von Bingen bekommt einen Charakter und man lernt ihre Persönlichkeit zu verstehen.
Es beginnt von dem Jahr an, in dem die Visionärin das Licht der Welt erblickte. Man erblickt Seiten an Hildegard, die man vorher so noch nicht vermutet hat.
Man lernt die starke Frau von einer vollkommen anderen Seite kennen. Als ängstliches, kränkliches Kind. Als adeliges Kind mit einer großen Geschwisterscharr.
Man erfährt, dass Hildegard nicht immer so zielstrebig war, ohne ein Blatt ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Man entwickelt Verständnis.


Was mir an dieser Biografie gefallen hat, ist die anschauliche Erklärung. Das Eingehen auf wirklich jedes Detail.
Man möchte gerne glauben, dass Hildegard von Bingen ihre Visionen wirklich von göttlicher Adresse erreicht haben.


Der Schreibstil ist sachlich. Erklärungen, fachliche Ergänzungen sind im Buch kursiv und erleichtern oft das Verständnis.
Zwar merkt man dem Buch den Zeitraffer an, was aber keineswegs langweilt.


Ich fand die Biografie in Verbindung mit Heike Koschyks Roman „Pergamentum“ besonders sinnvoll. Im Roman geht es nur passiv um die einflussreiche und geordnete Person Hildegards, hier wird auf ihr Leben und Wirken in allen Einzelheiten eingegangen.


Wer also an Geschichte, authentisch und mal nicht trocken dargebracht, interessiert ist, dem kann ich das Leben der Hildegard von Bingen nur ans Herz legen!


Bewertung:

Rezension: Pergamentum

Heike Koschyk – Pergamentum



bild
„Pergamentum“ bei amazon.de (Werbung)


Kurzbeschreibung:
„Die Elemente treten an, die Welt zu vernichten, wenn die Menschheit sich nicht gegen den Einen stellt, der das Verderben bringt.“
Das Kloster Eibingen, in dem einst Hildegard von Bingen wirkte: Im Skriptorium wird ein Mönch ermordet aufgefunden, in der Hand ein rätselhaftes Pergament. Elysa, eine junge Adelige, wird als Novizin in das Kloster geschleust, um den Mörder zu finden. Mit der Entschlüsselung des Pergaments kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das nicht nur den Ruf der seligen Prophetin erschüttern könnte, sondern die gesamte christliche Welt…


Umfassend recherchiert und mitreißend spannend!


Der Roman wird in mehreren Perspektiven erzählt.
Elysa ist eine junge Adlige. Sie ist auf dem Weg zu ihrem Bruder, doch dort wird sie vorerst nicht ankommen. Sie taucht in einem etwas düsteren Konvent unter und hat die Aufgabe, in 4 Tagen den Mord an einem Mönch aufzuklären.
Doch Elysa kann nicht wissen, wer Freund und Feind ist. Und dann wird auch noch eine ihr vertraute Nonne niedergeschlagen.
Aus den Perspektiven der beiden Nonnen Ida und Margarete wird ebenfalls erzählt. Die Geschichte wird so vollkommen abgerundet und man bekommt Einblicke in den Klosteralltag und die geheimen Ängste und Wünsche der Frauen.
Und aus der Sicht des Kanonikus Clemens wird erzählt. Er macht sich ebenfalls auf die Suche nach Beweisen, will er doch Elysa vor Ablauf der Frist wieder aus dem Kloster holen.
Und die Zeit rennt ihnen davon…


Beeindruckend ist die Art der Autorin, die damalige Zeit, die Charaktere, den schmalen Grad zwischen Gottesfurcht und Teufelsnarr zu schildern. Die düstere Stimmung wird unterstützt, durch authentisch Wortwahl.


Die Geschichte ist voller Facetten, voller Wendungen! Immer wieder ergeben sich andere Umstände, gehen den Protagonisten neue Lichter auf! Bis zum Schluss habe auch ich den Täter nur geahnt.


Am meisten beeindruckt hat mich wohl die opulente, perfekt zum Roman und der Zeit passenden Sprache. Es sind Worte, die ganze Bände sprechen und einen unheimlichen Reiz des Geschehens ausmachen. Würdevoll und galant ist der ganze Roman voll davon und man kann sich kaum sattlesen.


Der ganze Roman ist eine einzige, umfangreiche Sammlung von Spannung und Fakten. Interessant und umfangreich wurde auf Leben Hildegard von Bingens und das ihrer Anhänger eingegangen.
Besonders spannend fand ich die Erwähnung und großzügige Einbeziehung der lingua ignota – der geheimen Sprachen der großen Visionärin!


Im Anhang findet sich noch eine Karte des Klosters, sodass sich der Leser noch besser in die beschriebene Umgebung hineinversetzen kann. Außerdem ein Anhang, der über Wahrheit und Fiktives Auskunft gibt.


Ein sehr spannender, packender historischer Krimi – nicht nur von heldenhaften Bauern oder Adligen, sondern direkt im Angesicht Gottes und seiner Auserkorenen!


Bewertung:

Lesungsbericht: Heike Koschyk

Gestern Abend um 21 Uhr fand in der Kapelle des Neuen Kirchhofs der 12 Apostel Gemeinde Berlin eine Benefizlesung zugunsten der Suppenküche des Franziskanerklosters Berlin-Pankow statt.
Etwa eine Viertelstunde vorher trafen meine Begleitung und ich ein. Schnell das Auto geparkt und rein. Mit so vielen Leuten hatte ich nicht gerechnet…
Die doch verhältnismäßig kleine Kapelle war mit musikalischer Untermalung und ganz vielen Kerzen in eine schöne Atmosphäre getaucht.
Über einen Beamer wurde das Cover von „Pergamentum“ an die Wand geworfen. Total proffessionell. Wir waren die einzigen, die sich vorher Karten bestellt hatten und nett reserviert von der Autorin, bekamen wir zwei ganz hervorragende Plätze in der ersten Reihe.



lesung


lesung



Pünktlich ging es dann auch schon los.
Heike Koschyk wurde kurz vorgestellt und der Veranstalter dankte ihr, dass sie gekommen war.
Nachdem die Autorin ein paar einleitende Worte zu ihrem Buch gesagt hatte, ging es auch schon los.


lesung



Mit einer weichen, sehr ruhigen Art zog sie die Zuhörer ganz schnell in ihren Bann. Auch wenn EINER das wohl missverstanden hatte… (*schnarch*…).
Zwischen den Kapiteln zeigte uns Heike viele Bilder vom Kloster heute, von einem Grundriss, wie er gewesen sein könnte, von Schriften und Säulenfragmenten, was die Geschichte sehr lebendig unterstützte.
Sie hätte auch gleich das ganze Buch vorlesen können, nur leider gehen ja gerade die schönen Dinge des Lebens ganz schnell vorüber.


lesung



Es durften noch Fragen gestellt werden, was einige Zuhörer auch in Anspruch nahmen.
Die Lesung war wunderschön, was das Publikum Heike Koschyk mit kräftigem Beifall dankte.
Der Veranstalter überreichte ihr zum Schluss einen großen Blumenstrauß und einen Wimpel seiner Organisation, auch wenn wir, wörtlich, hier nicht beim Fußball wären.


lesung



Und dann ging die Jagd nach einem Autogramm los. Fast keiner hatte das Buch schon dabei, die meisten kauften es sich erst. Die Bücher wurden hierbei vom aufbau Verlag für den guten Zweck spendiert.
Irgendwann kam ich auch an die Reihe und habe noch ein paar Worte mit Heike gewechselt. Dabei durfte ich feststellen, dass sie nicht nur im Internet eine so nette Autorin ist.
Natürlich bekam ich auch meine Bücher signiert. Ist ja Ehrensache…. ☺



lesung



So ging dann gestern Abend eine sehr schöne Lesung zu Ende, für welche ich Heike Koschyk an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchte!

Rezension: Lass mich niemals gehen

Guillaume Musso – Lass mich niemals gehen




„Lass mich niemals gehen“ bei amazon.de (Werbung)



Kurzbeschreibung:
Fünfzehn Jahre ist es her, dass Ethan alles hinter sich ließ, um seinen Traum von einem glamourösen Leben zu verwirklichen. Der goldenen Karriere als Psychologe und umschwärmter Medienstar hat er sogar seine große Liebe Céline geopfert. Als Céline ihn Jahre später überraschend zu ihrer Hochzeit einlädt, hofft Ethan auf einen Weg zurück zu ihr. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Ethan sein Leben kosten könnte – oder gibt man ihm doch noch eine Chance?


Eine romantisch-traurige Geschichte über das Leben und seine Vergänglichkeit.


Ein wehmütiger Titel mit einem schlichten Cover – eine romantische Schnulze? Nein!

Ethan Withaker hat vor 15 Jahren einen resoluten Schlussstrich unter ein bisheriges Leben gezogen. Unglücklich in einem Leben gefangen, was ihm nicht ausreicht, geht er fortan seinen eigenen Weg. Er bricht mit all seinen Verbindungen, hat aber nun keine Freunde und keine Liebe mehr in seinem Leben. Durch einen Zufall wird Ethan über Nacht zum gefeierten Medienstar. Er kassiert schwindelerregende Geldsummen, während seine ehemaligen Freunde mit der Existenz kämpfen. Ethan wird oberflächlich und sich schafft sich langsam seinen größten Feind: Sich selbst.


Unbarmherzig und authentisch führt das Buch dem Leser alle Höhen und Tiefen auch auch die schwärzesten Abgründe des Lebens vor Augen. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert das Leben in all seinen Facetten.


Zu Beginn ist der Schreibstil noch etwas gewöhnungsbedürftig – abgehackt und kurz. Doch schon in den ersten Kapiteln taucht man ab. Die Personen sind interessant und abwechslungsreich. Alle Geschichten werden kurz vom Autor beleuchtet, ihr Leben immer wieder beiläufig eingeflochten.


Lass mich niemals gehen“ ist ein gut proportionierter Roman aus Wirklichkeit und Mystik. Dennoch driftet die Geschichte an keiner Stelle in unglaubwürdige Passagen ab.
Dieses Buch hat mich berührt. Es ist kraftvoll und spiegelt unseren eigenen Alltag, unsere Wünsche, Träume und Sehnsüchte in großen Teilen wider.
Man kann den Roman fasst schon als philosophisch bezeichnen: Ein Mann auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Doch das Buch ist auch spannend wie in Thriller und so undurchsichtig gestrickt, dass der Leser oft nicht erwartet, was als nächstes passiert.


Guillaume Musso hat etwas geschrieben, was mir so vorher noch nie begegnet ist. Etwas, worüber wir alle nachdenken und uns zu Herzen nehmen sollten!


Bewertung:

Rezension: Mauertänzer

Andrea Busfield – Mauertänzer



Mauertänzer
„Mauertänzer“ bei amazon.de (Werbung)



Kurzbeschreibung:
Als der elfjährige Fawad in Kabul mit seiner Mutter in eine WG mit westlichen Journalisten zieht, bleibt der Kulturschock nicht aus: Der trinkfeste James sitzt halbnackt in der Sonne, die blonde May schwärmt für Frauen und die emanzipierte Georgie liebt einen mächtigen Paschtunen. Fawad will seine Mutter vor diesen Sünden beschützen, zugleich ist er hingerissen von der fremden Lebensweise.


Ein kluges Buch aus der Sicht des jungen Fawad…


Fawad ist jung, hat keinen Vater mehr und lebt mit seiner Mutter in großer Armut. Seine Mutter kannte auch bessere Zeiten, so ist sie verschlossen, vorsichtig und Fawad kommt auch nicht richtig an sie heran. Das Lächeln um ihre Lippen, ist schon vor langer Zeit erblasst.
Fawad muss sich mit den Problemen der Straße herumschlagen und jeden Tag beginnt von neuem ein Kampf. Ein Kampf um die paar Dollar, die sich auf den Straßen sammeln oder schnorren lassen.
Doch eines Tages bekommt seine Mutter ein Angebot: Sie soll in einer bunten WG als Mädchen für alles arbeiten. Es brechen andere Zeiten an. Fawad kommt nicht nur in Berührung mit einer vollkommen anderen Lebensweise, er lernt auch die Annehmlichkeiten des Geldes kennen. Plötzlich ist er stolzer Besitzer eines Fernsehers, eines Fahrrads und plötzlich auch von ganzen 100 Dollar!
Doch so sehr ihn das Leben auch interessiert, so sehr will er doch auch seine Mutter beschützen.
Es beginnt eine abenteuerliche Geschichte zwischen Verstand und Gefühl.


Flüssig erzählt und zum Nachdenken anregend – authentisch führt uns die Autorin ein Land vor Augen, welches die wenigstens kennen. Aus der Sicht eines Kindes geschildert, nimmt die Geschichte eine unbeschreibliche Authentizität an.
Die politischen Situationen sind kompliziert, aber vereinfacht dargestellt versteht sie jeder. Das Geschriebene ist gefühlvoll. Manchmal muss man lachen, teilweise lässt der Text aber auch das Lachen im Halse stecken bleiben.


Die Unterschiede zwischen den beiden Ländern werden deutlich, aber auch unsere Gemeinsamkeiten.


Ein ganz außergewöhnliches Buch über ein außergewöhnliches Land.
Hier spielt weniger die eigentliche Handlung im Vordergrund, als die Liebe zu einem Land, seinen Menschen und der Kultur.


Bewertung: