Wie fange ich an: So können wir Nachhaltigkeit in den Alltag integrieren

Gerade haben wir noch den #plasticfreejuly und generell beschäftigt mich das Thema Nachhaltigkeit schon seit einigen Jahren.
Seit März arbeite ich stundenweise auch in einem Unverpackt-Laden, wodurch die Themen Plastikvermeidung und Nachhaltigkeit im Alltag bei mir noch stärker im Fokus stehen.
Da ich schon einige Male dadurch mit euch ins Gespräch gekommen bin, ist es mir eine Herzensangelegenheit, dem Thema mal mehr Raum zu geben.

Nachhaltigkeit im Alltag-Themenwoche-Plastik sparen-Buchblog

Mir wurde oft gesagt, dass man selbst ja keinen Unverpackt Laden in der Nähe hätte. Dadurch sei es ja quasi unmöglich, nachhaltiger zu leben, oder auch Plastik zu vermeiden.
Aber ansich fände man das natürlich alles ganz toll.

Ramona Nicklaus im Unverpackt Laden-Nachhaltigkeit im Alltag-Plastik sparen

Möchtet ihr gerne weniger Müll in der Tonne entsorgen?
Habt ihr in eurer Nähe keinen Unverpackt-Laden?
Das Thema ist so umfangreich und ihr habt gerade keine Zeit, euch großartig einzulesen?

Ich möchte euch mit diesem Artikel den Einstieg erleichtern, wie ihr quasi nebenbei damit anfangen könnt, plastikfreier einzukaufen und damit nachhaltiger zu leben.

Was mir wirklich wichtig ist zu sagen: Ihr braucht nicht zwingend einen Unverpackt Laden, um euren Alltag mit weniger Müll zu bestreiten. Oder generell einen Schritt zu einem nachhaltigeren Leben zu machen.
Natürlich, so ein Laden ist eine riesige Unterstützung in der Richtung, aber auch ohne ihn ist ein Umdenken möglich.

Was mir noch wichtig ist, als Disclaimer: Ich bin keine Wissenschaftlerin, oder etwas in der Richtung. Es ist mir persönlich einfach wichtig gewesen, in meinem Alltag Müll einzusparen.

Wie fängt man an mit der Nachhaltigkeit?

Am besten ist es immer erst mal, sich einen Überblick zu verschaffen und ein wenig zu recherchieren.
Trennt ihr euren Müll?
Schaut mal ganz bewusst in euren Müll. Was ist da eigentlich drin?
Schreibt euch das gerne auch auf.
Beispiele wären eventuell: Werbung, Jogurtbecher, Milchverpackungen, Wurstverpackungen, Einkaufsplastiktüten, oder Kaffeesatz.

Dann könntet ihr mal recherchieren.
Habt ihr in eurer Nähe vielleicht einen Wochenmarkt? Oder einen Bioladen? Einen Bauernhof? Oder nicht mehr als die üblichen Discounter?

Dann ist es natürlich sinnvoll, sich mit Lesematerial auszustatten.
Also das ist für mich auch immer der ideale Türenöffner für eine neue Thematik.
Für einen Einstieg in einen plastikarmen Alltag gibt es jede Menge Lektüre, die sehr gut für Anfänger*innen geeignet ist.

Besser leben ohne Plastik von Nadine Schubert und Anneliese Bunk-Nachhaltigkeit im Alltag-Plastik sparen

Solltet ihr jetzt demnächst Plastik aussortieren, dann schmeißt das bitte nicht alles gleich weg! Das ist nicht im Sinne der Nachhaltigkeit. Benutzt es anders, verschenkt es, überlegt euch was. Aber haut nicht alles einfach in den Müll.
Dosen können prima zur Aufbewahrung von Kleinteilen genutzt werden. Oder für den Transport von Seife. Oder Schüsseln kann man zum Beispiel bei der Sammlung von Biomüll gut gebrauchen. Oder als Trinkschale unterwegs für den Vierbeiner.
Überlegt euch, wie ihr Dinge noch anders verwenden könnt.

Was sind mögliche erste Schritte?

Ihr habt jetzt also einen ersten Überblick über euren Müll, ein Buch ist vielleicht auch schon eingezogen.
Trotzdem fühlt ihr euch ein wenig überfordert, von den vielen Möglichkeiten.

Was könnt ihr also tun, wenn ihr das nächste Mal einkaufen geht?
(Und das nicht in einem Unverpackt-Laden.)

Lasst die Plastiktüten weg!
Denkt dran, euch von zu Hause schon Beutel und Tüten mitzunehmen. Da hat eigentlich jede*r etwas im Haushalt.
Loses Obst und Gemüse müsst ihr nicht in diese kleinen, dünnen Plastiktütchen packen.
Dinge wie z.B. Bananen sind durch ihre Schale schon sehr gut geschützt. Die können so in den Korb wandern. Ansonsten gibt es mittlerweile in beinahe jedem Discounter schon Mehrwegnetze. Die kauft ihr einmalig und verwendet sie dann immer wieder. Alternativ kann man die übrigens auch selber häkeln, oder aus Baumwolle im Internet/ Bioladen/ Unverpackt-Laden kaufen.
Jede Plastiktüte hat nur eine Nutzungsdauer von insgesamt wenigen Minuten und das ist nicht nötig. Denkt dran, in Zukunft vielleicht auch immer schon einen Beutel in der Handtasche mitzunehmen, oder ins Auto zu packen. So seid ihr auch auf Spontankäufe vorbereitet.

Investiert in einen wiederverwendbaren Becher!
Ihr holt euch unterwegs gerne ein heißes Getränk? Dann verbraucht ihr diverse To-Go-Becher, die auch nur eine sehr kurze Nutzungsdauer haben und sehr viel Müll erzeugen. Investiert in einen waschbaren Becher. Die gibt es mittlerweile wirklich überall (zum Beispiel auch bei Thalia) und aus diversen Materialien. Wenn ihr einen solchen Becher bei euch habt, dann spart ihr in vielen Geschäften neuerdings sogar einen kleinen Betrag beim Getränk. Quasi als Anreiz, dass ihr euren eigenen Becher mitbringt. Wenn das mal keine gute Investition ist.

Schaut im Supermarkt nach Alternativen im Glas!
In eurem Müll habt ihr zuletzt beispielsweise die leere Ketchupflasche aus Plastik, die Milchtüte aus Plastik und eine alte Zahnbürste gefunden.
Ich versichere euch, für ganz viele Dinge gibt es auch Alternativen im Glas. Und das im ganz normalen Supermarkt. Ketchup gibts im (Pfand-)Glas, Milch und Jogurt ebenfalls. Das kostet euch sogar in einigen Fällen keinen Cent mehr. Klar, wenn es jetzt noch Bio sein soll, oder von einer bestimmten Marke, dann kann ich euch darauf keine Garantie mehr geben. Sicherlich bietet auch nicht jede Firma ihre Produkte in einem Glas an. Aber manchmal ist es sinnvoll, sich nach einer Alternative umzuschauen.

Produkte im Glas-Plastik sparen-Nachhaltigkeit im Alltag

Schaut in der Drogerie nach Alternativen!
Ach genau, die Zahnbürste war auch noch im Müll. Wenn ihr das nächste Mal in der Drogerie seid, dann schaut mal nach einer Bambuszahnbürste. Mittlerweile hat eigentlich jede Drogerie da aufgerüstet und eine kleine Auswahl im Sortiment. Das ist wirklich einfach, da nach einem anderen Produkt zu greifen. Ja, hier kann durchaus auch der Preis ein Hindernis sein. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mittlerweile auch günstiger geworden ist, weil eben schon verschiedene Marken am Markt existieren.
Wie wäre es, wenn ihr außerdem die Handwaschseife gegen ein festes Stück Seife austauschen würdet? Das spart wieder Müll und Seife im Stück findet ihr auch beinahe überall. Oft tatsächlich sogar komplett ohne Verpackung, oder auch im Pappkarton. Schaut euch da mal um.

Nehmt euch Mittagessen von zu Hause mit
Anstatt jeden Tag einen Imbiss anzusteuern, oder noch schnell teure Salate im Supermarkt zu kaufen, könnt ihr euer Essen auch zu Hause vorkochen. Ich plane die Woche meist so, dass ich jeden Tag immer ein wenig mehr koche, was ich mir dann für den nächsten Mittag aufheben kann. So spare ich Geld und auch Müll.

Essen mitnehmen-Nachhaltigkeit im Alltag-Plastik sparen

Was gibt es zu Beginn sonst noch für Möglichkeiten?
Meine allerwichtigste Anfänger*innen-Empfehlung für euch ist: Kauft nur das, was ihr braucht. So verschwendet ihr nichts, es wird weniger weggeschmissen und nachhaltiger geht es schlichtweg nicht. Schreibt euch für den Einkauf einen Zettel. So habt ihr immer den Überblick und es ist weniger planlos.
Macht euch Gedanken, dass ihr regional und/ oder saisonal einkauft. Müssen im Januar unbedingt „frische“ Erdbeeren auf dem Speiseplan landen? Oder wenn ihr die Auswahl zwischen Kartoffeln aus Deutschland und welchen aus den Niederlanden habt, dann entscheidet euch vielleicht für die regionalere Variante. Na klar, das kostet eventuell eine Minute Lesezeit im Supermarkt extra. Aber sich bewusst zu machen, was im Einkaufswagen landet und warum, das ist mit das wichtigste.
Ihr müsst nicht bis morgen müllfrei, vegan und komplett nachhaltig leben. Das ist auch wirklich nicht mein Anliegen an euch. Wichtig ist zu Beginn vor allem, dass ihr euer Bewusstsein für euren Umgang mit Ressourcen schärft. Dass ihr euch bewusst macht, was ihr einkauft, welche Mengen und warum. Das bezieht sich nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch auf Kleidung und alle anderen Dinge.

Gegen die Werbung im Briefkasten hilft übrigens ein Aufkleber. „Keine Werbung“ erspart euch jede Menge Müll. Und die wöchentlichen Supermarkt-Angebote findet ihr auch ganz praktisch in diversen Apps und natürlich online. Falls das eine mögliche Alternative für euch ist.

Plastikfreie Küche

So, wir haben nun einen ersten Überblick, also können wir ein wenig in die Tiefe gehen. Widmen wir uns als erstes der Küche. Wie ihr euren Blick im Supermarkt aufmerksamer schweifen lassen könnt, das haben wir ja im Grundsatz schon besprochen.
Wo könnt ihr aber relativ leicht in der Küche auf eine plastikfreie Alternative umsteigen?

Plastik in der Küche-Plastik sparen-Nachhaltigkeit im Alltag

Wenn ihr wirklich mal sehen möchtet, was ihr eigentlich alles so in der Küche habt, dann empfiehlt es sich, die Schränke auszuräumen.
Tupperdosen, Schüsseln, Bretter, Messer. Ganz schön viel Plastik.
Meine Bitte an euch: Schmeißt beim Aufräumen nicht einfach alles weg! Das ist nicht der Sinn von Nachhaltigkeit.
Tupperdosen könnt ihr beispielsweise weiterhin zur Aufbewahrung von Kleinteilen nutzen. Eine Plastikschüssel vielleicht für den Biomüll einsetzen. Seid da kreativ.

Wenn ihr euch fragt, warum genau ein Schneidebrett aus Plastik, oder eine Tupperdose nicht gut sind, dann die Erklärung in der unwissenschaftlichen Kurzversion von mir: Beispielsweise bei Hitze lösen sich häufig Weichmacher und/ oder Mikroplastik aus den Dosen. Das ist keine Empfehlung für die Gesundheit, denn diese Stoffe gehen auf eure Lebensmittel über. Und ihr esst das dann. Dosen gibt es mittlerweile aus sehr vielen alternativen Materialien. Ob Edelstahl, Bambus, Glas, oder auch Zuckerrohr. Natürlich ist die Investition in eine Plastikdose geringer, aber sie wird, meiner Erfahrung nach, auch deutlich schneller wieder aussortiert. Da lohnt es sich dann, eventuell mal auf eine teurere Dose zu sparen, die dann sehr viel länger überlebt.
Auf einem Schneidebrett aus Plastik sammeln sich häufig Keime und Krankheitserreger. Ein Schneidebrett aus Holz ist da weitaus hygienischer. Holzbretter gibt es natürlich auch in den unterschiedlichsten Varianten. Da müsst ihr euch einfach mal umschauen.

Kochbesteck wäre mein nächstes Beispiel. Klar, das kann man ganz günstig und bunt aus Plastik kaufen. Leider hält das meist bei häufiger Verwendung nicht lange. Mir war das irgendwann nichts mehr und ich habe in ein Set aus Edelstahl investiert. Und schon ist wieder eine Sache weniger in der Küche aus Plastik.

Weitere Beispiele sind da Messer. Die gibt es natürlich mit einem Griff aus Plastik, aber auch mit Griffen aus unterschiedlichen Holzarten.

Außerdem haben wir in den Küche meistens ja auch noch die Dinge, die wir für unterwegs brauchen.
Also Brotdosen, in denen wir Essen transportieren. Oder eine Flasche, für ein Getränk unterwegs. Oder Besteck, für den Snack unterwegs. Auch hier gibt es ein breites Angebot an Mehrwegalternativen. Da müsst ihr einfach mal schauen, was ihr braucht und natürlich auch, was ins Budget passt.

Was auch in der Küche noch zu Bedenken ist: Die Geschirrspülmaschine, sofern ihr natürlich eine habt. Benutzt ihr da noch die einzeln verpackten Tabs? Eine müllärmere Lösung ist hier Pulver. Das gibt es meist auch im Pappkarton, wodurch noch mal mehr Plastik entfällt. Auch diese Tabs, die in sich auflösendem Plastik verpackt sind, solltet ihr mal einer genaueren Überlegung unterziehen. Denn wohin löst sich das Plastik denn auf? Es entsteht Mikroplastik und das geht ins Abwasser. Das ist auch keine ideale Lösung.

Das sind nur ein paar kleine Beispiele, aber natürlich kann man die Sortieraktion in der Küche beliebig ausweiten.

Plastikfreies Bad

Ach, das ist wohl eines meiner liebsten Themen bei der Nachhaltigkeit im Alltag.
Die Bambuszahnbürste habe ich ja weiter oben schon erwähnt. Die Entsorgung ist auch ganz einfach. Ihr brecht den Teil mit den Borsten ab und der kommt dann in den Restmüll. Der Griff kann in den Biomüll.
Mehr im Sinne der Nachhaltigkeit ist es aber, wenn ihr die Zahnbürste noch zum Putzen aufbewahrt. Da ist das nämlich manchmal wirklich praktisch.

Eine plastikfreie Möglichkeit der Zahnreinigung habe ich auch schon in meiner Drogerie hier entdeckt: Zahnputztabletten. Die kommen meist im Glas. Vorm Putzen zerkaut man sie und daraus entsteht dann ein Brei.
Mir persönlich ist das ehrlich gesagt nichts. Deshalb kaufe ich Zahnpasta im Glas im Unverpackt Laden. Wenn ihr aber nur eure Drogerie habt, dann schaut doch vielleicht auch mal, was in eurer Zahnpasta so für Stoffe drin sind. Hormone? Mikroplastik? Ich nutze da gerne die App CodeCheck, um die Dinge zu prüfen, die in den Einkaufskorb wandern. Auch so tut ihr eurer Gesundheit etwas gutes.

Plastik sparen Nachhaltigkeit im Alltag-App Codecheck

Auf dem Waschbecken ein Seifenstück liegen zu haben, das hatte ich euch auch schon weiter oben empfohlen.
Aber natürlich kann man sich mit Seife nicht nur die Hände waschen, sondern damit auch duschen. Achtet hier allerdings darauf, dass ihr eine hochwertige Seife nehmt. Sonst fühlt sich eure Haut schnell sehr ausgetrocknet an. Manchmal muss man sich da auch ein wenig durchprobieren. Alles, was am Körper nicht passt, das habe ich dann einfach für meine Hände aufgehoben.
Mittlerweile schwöre ich auf die Seifen von Rosenrot. Die sind so wahnsinnig sanft zur Haut, es gibt verschiedene Sorten und sie sind einfach unglaublich ergiebig. Aber ich weiß, nicht jeder hat diese Produkte in seiner Nähe.
Deshalb: Schaut euch die Seifen in der Drogerie genau an, oder überlegt euch, was ihr vielleicht mal online bestellt.

Wenn man dann weiterdenkt, dann geht es ans Haarewaschen. Natürlich kann man auch die Haare mit einem festen Stück Seife, oder Shampoo waschen. Das ist ein ganz wichtiger Unterschied: Seife und Shampoo! Bei Seife müsst ihr daran denken, die Haare danach noch mit einer sogenannten Sauren Rinse auszuspülen. Also zum Beispiel mit einer Mischung aus Wasser und Apfelessig. Sonst habt ihr strähnige, fettige, strohige Haare und seid im besten Fall extrem frustriert.
Bei einem Shampoo entfällt das, aber natürlich ist es für die Haare trotzdem ok, sie noch mit Apfelessig zu spülen.
Bei der Umstellung auf eine feste Haarreinigung müsst ihr allerdings etwas geduldiger sein. Es ist sehr gut möglich, dass eure Haare erst mal ein wenig „zickig“ darauf reagieren.
Aber feste Produkte für die Haarwäsche gibt es seit einiger Zeit auch schon in der normalen Drogerie zu kaufen. Deshalb wollte ich das nicht unerwähnt lassen.

Was wirklich supereinfach ist, sind solche Sachen wie Wattestäbchen. Die muss wirklich niemand mehr mit Plastikstil kaufen. Die gibt es mittlerweile zum gleichen Preis auch ohne Plastik in der Drogerie.
Ach und ihr benutzt Abschminkpads? Wie wäre es, wenn ihr selber welche näht? Also waschbare Abschminkpads? Da könnt ihr ja auch mal schauen, ob euch das vielleicht eine Person mit einer Nähmaschine anfertigen kann. Da spart man so viel Müll.

Schaut doch generell erst mal, wie viel ihr wovon habt. Viele Menschen bunkern beispielsweise tonnenweise Duschzeug, weil das sowas ist, was immer geht. Braucht das erst mal auf, oder verschenkt es. Einfach wegschmeißen ist natürlich auch hier nicht die Lösung.
Wenn ihr einen Unverpackt-Laden in der Nähe habt, dann könnt ihr die leeren Verpackung vom Duschzeug auch einfach aufheben. Die könnt ihr dort dann neu befüllen. Das als Tipp am Rande.
Auch bei Duschzeug empfiehlt es sich, die Inhaltsstoffe mal mit der App zu prüfen. Was schmiert ihr euch da eigentlich auf die Haut? Manchmal ist das echt gruselig…

Eine weitere Stellschraube ist irgendwann dann noch der Rasierer, wenn ihr einen benutzt. Über Einmalrasierer möchte ich gar nicht sprechen, denn die sind mülltechnisch natürlich eine Katastrophe. Ein Rasierer mit Wechselklingen ist da schon besser, aber wenn ihr noch weitergehen möchtet, dann informiert euch doch mal über einen Rasierhobel.

Peelingcremes kennt ihr bestimmt auch. Leider sind die kleinen Schmirgelteilchen in den Produkten häufig aus Plastik. Das sollte man also eher stehen lassen. Aber trinkt ihr zum Beispiel gerne Kaffee? Dann sammelt doch den Kaffeesatz und dann könnt ihr euch damit peelen. Das macht eine seidenweiche Haut, das sag ich euch. Ich liebe das! Und ihr verwendet den Kaffee weiter, was natürlich wieder nachhaltig ist.

Putzmittel und Nachhaltigkeit

Keine Ahnung, in welchem Raum ihr euer Putzzeug aufbewahrt, deshalb habe ich das mal als separaten Punkt in diesen Beitrag mit aufgenommen. Am besten verschafft ihr euch auch hier erst mal eine Übersicht, was und wie viel ihr eigentlich habt.
Badreiniger, Glasreiniger, WC-Reiniger, spezielle Reiniger für den Backofen und fürs Spülbecken und noch so viel mehr. Die Auswahl in den Läden ist riesig und meistens lässt man sich dazu verleiten, für jedes Putzproblem einen eigenen Reiniger anzuschaffen.

Natürlich könnt ihr mithilfe des Internets, oder eurer Buchmaterialien tüfteln, wie ihr einige Reiniger in Zukunft selbst macht. Das ist oftmals gar nicht kompliziert.
Da ich jetzt aber wirklich ganz einfach auf Anfänger*innen-Niveau bleiben möchte, lasse ich das mal weg.

Was interessant ist: Lest euch durch, was in euren Reinigungsmitteln eigentlich so alles drin ist. Oft darf das beispielsweise die Haut nicht berühren, weil es stark ätzend ist. Viel Chemie, viel Plastik.
In der Drogerie gibt es schon viele „grünere“ Alternativen. Putzmittel, bei denen die Verpackung aus recyceltem Plastik besteht. Oder Reiniger, die natürliche Stoffe enthalten. Schaut doch da zum Beispiel mal nach. Diese Alternativen gehen auch nicht mehr ins Geld, als die „konventionellen“ Reiniger.

Wenn es mehr in die Tiefe gehen soll, dann kann ich euch sagen: Putzen ist echt einfach. Weil man eigentlich alles mit gerade mal fünf verschiedenen Hausmitteln sauber bekommt. Essig ist da ein ganz wichtiger Vertreter. Und Essig bekommt man ja auch in den normalen Läden. Soda, Zitronensäure, Natron und Kernseife kommen dann noch hinzu. Wenn ihr diese fünf Dinge daheim habt, dann bekommt ihr eigentlich alles sauber. Dann braucht es keinen separaten Fettlöser mehr. Oder einen extra WC-Reiniger. Das ist dann aber schon eher für die unter euch, die sich etwas mehr mit dem Thema beschäftigen möchten.

Empfehlen für den tieferen Einstieg kann ich an dieser Stelle das Buch Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie von smarticular.

Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie von smarticular-Nachhaltigkeit im Alltag-Plastik sparen

Kein Stress!

Wir haben jetzt fleißig gemeinsam ausgemistet und nachgeschaut, was bei euch eigentlich so an Plastik herumschwirrt. Natürlich habe ich das Thema quasi nur am Rande angeschnitten, denn wir könnten noch so viel mehr in die Tiefe gehen.

Mir ist aber wichtig, eben auch die unter euch erreichen, die jetzt nicht total öko sind. Oder die, die keine Zeit haben, um sich groß mit der Nachhaltigkeit im Alltag zu beschäftigen. Oder alle die, die denken, ohne Unverpackt-Laden sei man quasi aufgeschmissen und das Plastiksparen nicht möglich.

Mir ist es wirklich wichtig, dass wir uns alle mit diesen Themen beschäftigen. Denn wir haben nur eine Erde und wir müssen zuallererst bei uns selbst anfangen. Es bringt nichts, wenn wir über Müllberge in anderen Ländern lästern. Die Müllberge in unseren eigenen Tonnen sind es, die wir bemerken sollten. Denn nur, weil bei uns regelmäßig der Müllwagen vorbeifährt, ist der Dreck halt nicht weg.
Aber so ist es natürlich bequemer: Aus dem Auge, aus dem Sinn.
Wichtig ist es neben der korrekten Mülltrennung eben auch, den Müll beim Schopfe zu packen. Und wenn wir schon im eigenen Einkaufskorb damit anfangen, dann landet nachher auch weniger Müll in der Tonne.

Ohne Wenn und Abfall von Milena Glimbovski-Nachhaltigkeit im Alltag-Plastik sparen

Jede eingesparte Verpackung ist gut!
Macht euch keinen Stress, dass ihr jetzt nie wieder Müll produzieren dürft. Ich hab auch Müll. Aber eben weitaus weniger, als etwa noch vor drei Jahren. Ihr müsst nicht komplett auf leckere Dinge in einer Verpackung verzichten. Aber konsumiert sie bewusst.
Das betrifft etliche Lebensbereiche. Nicht nur die Verpackungen und die Flut aus Plastik, sondern auch den Fleischkonsum, oder generell unseren Konsum. Aber das würde jetzt deutlich zu weit führen.

Jetzt bin ich natürlich neugierig: Habt ihr euch schon mal Gedanken über (euren) Müll gemacht? Und wie ihr eventuell ganz persönlich dazu beitragen könnt, weniger Müll zu produzieren?

Comments

  1. Hey! Das ist wirklich ein ganz toller und wichtiger Beitrag.
    Ich habe in den letzten Wochen/Monaten auch angefangen, mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen, muss man ja mittlerweile wirklich auch, wenn man etwas ändern möchte. Du hast da echt einige gute Tipps gegeben, die ich auch noch nicht so kannte, danke dir!
    Angefangen hat das dann ganz einfach mit einer wieder verwenden Glas-Wasserfalsche, die mich nun schon länger zur Arbeit begleitet, statt den Plastik-Flaschen. Mittagessen bringe ich mich auch immer häufiger mit, sollte ich es vergessen/keine Zeit mehr dafür gehabt haben, gehe ich mittlerweile aber zum Bäcker und kaufe kein in Plastik abgepackten Salat o.Ä. mehr.. Im Bad hadere ich noch ziemlich, auch wenn meine Shampoos, Duschgele und Spülungen schon vor einem Jahr den festen Alternativen ohne Plastikverpackung gewichen sind. Die Umstellung des Shampoos war anfangs wirklich etwas unangenehm, aber seitdem meine Haare dran gewöhnt sind, sind die viel gesünder & meine Naturlocken viel definierter als vorher 🙂

    Ich werde mich in der nächsten Mal dran setzen und auch den Rest auch noch umzustellen. Aber danke schon mal für die Tipps! 🙂

    Liebst, Lara.
    Die Zahnpasta-Tabletten klingen aber interessant, hatte ich so noch gar nicht auf den Schirm!

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