Bücher werden immer teurer: Wie entstehen Buchpreise?

Bücher werden immer teurer.
Ein Thema, das mir in letzter Zeit ständig begegnet.
Klaudia von Herzdeinbuch hat gerade auch sehr gut die aktuelle Diskussion rund um den Lyx Verlag aufgegriffen. Dabei geht es auch um Buchpreise und die Wirtschaftlichkeit eines Verlags.
Ich bin nun einerseits Leserin und Bloggerin und andererseits arbeite ich in einem Verlag.
Und wisst ihr was? Ich kann diese negativen und sehr kritischen Stimmen nicht verstehen. Deshalb schreibe ich darüber.

Bücher werden immer teurer-Steigende Buchpreise-Wie entstehen Buchpreise-Buchblog

Kurz vorneweg: Ich kann durchaus verstehen, wenn der Geldbeutel knapp ist und man sich neue Bücher zu Preisen von 20€ oder auch 30€ nicht mal eben so leisten kann.
Der Bücherkauf war für mich als Kind immer ein Highlight, weil meine Eltern eben nicht das Geld hatten, um diese Preise ständig zu bezahlen.
Und auch als Azubi war es in manchen Monaten schwierig. Den monetären Aspekt kann ich absolut verstehen und auch nachvollziehen.

Nicht verstehen kann ich die Menschen, die einfach aus reiner Lust am Meckern gegen steigende Buchpreise wettern.

Ein Bericht von 2011: Durchschnittspreise gehen um 0,75 Prozent zurück
Letzter Zugriff: 31.01.2018 17:20 Uhr

Wisst ihr eigentlich, dass
– die Produktion eines Buches nicht nur ein oder zwei Euro kostet?
– Mieten, Löhne, und sonstige Ausgaben ständig steigen?

Wie entsteht eigentlich der Preis eines Buches?



Durch eine Kalkulation.
In diese werden alle entstehenden Kosten eingetragen, dann wird die angedachte Auflage hinzugezogen und der geplante Ladenpreis. Und dann steht unterm Strich, wie rentabel die ganze Rechnung ist.

Wollen wir mal aufschlüsseln, wobei und wann bei der Produktion eines Buches Kosten entstehen?

1. Beim Einkauf der Lizenz



Damit z.B. das neue Buch von Sebastian Fitzek, oder Coolleen Hoover, oder Dan Brown hier in Deutschland erscheint, müssen die Verlage eine entsprechende Lizenz einkaufen. Diese Kosten sind natürlich höher, je mehr der Autor oder die Autorin bekannt ist. Das hier teilweise wirklich Unsummen hingeblättert werden, weil Verlage sich ja auch gegenseitig überbieten, das sollte jedem klar sein. Lizenzen sind nicht günstig und da wird in Einzelfällen wirklich sehr viel Geld investiert.

2. Beim Lektorat und Korrektorat



Ein durchschnittlicher Lektor in einem normalen Publikumsverlag hat eine Menge Projekte. So viele, dass er nicht alle Titel selbst betreuen kann. Viele Lektorate werden von freien Lektoren und Lektorinnen übernommen. Außerdem haben Lektoren auch noch viele andere Aufgaben und sie sind nicht den ganzen Tag mit dem Lesen von Texten beschäftigt. Also werden freie Lektoren beschäftigt, die extra nochmal Geld kosten. Auch ein Korrektorat wird in vielen Fällen von einer externen Person gemacht. Wieder entstehen Kosten. Aber natürlich bekommt auch der Lektor im Verlag einen Lohn. Der arbeitet ja nicht für lau.

3. Bei der Covergestaltung



Wie kommt es, dass das Buch einen hübschen Umschlag und ein schönes Cover hat? Das machen meist verschiedene Grafiker. Nicht alle Verlage haben eine eigene Grafikabteilung im Haus. Natürlich gibt es ein paar, aber die meisten Aufträge erledigen verschiedene Coverdesigner. Je nach Stellung des Titels werden mehrere Versionen als Test angefertigt, dann werden mehrere Korrekturschleifen unternommen. Kein Cover ist gleich beim ersten Mal perfekt. Viele Meinungen wollen gehört werden, es gibt eigentlich immer etwas zu verbessern. Der ganze Umfang dieser Arbeit kostet Geld. Außerdem sind da natürlich auch noch die Kosten für den eventuellen Einkauf von Fotomaterial, oder vielleicht sogar für das Shooten von speziellen Motiven zu bedenken. Shootings kosten wieder Geld, dann wird das Foto bearbeitet, usw. Das ist eine lange Schlange an Kosten, die entstehen kann.

4. Beim Satz des Textes



Wie wird aus einem Worddokument der hübsche Text, wie er in den Büchern drin ist? Durch einen Setzer. Jemand überlegt sich, wie der Text gesetzt aussehen soll. So nennt man das: Den Satz. Da kommen dann auch diese kleinen Grafiken rein, die manchmal am Kapitelanfang sind, man überlegt sich so Kleinigkeiten wie die Schriftart, die Schriftgröße, die Abstände zu allen vier Seiten einer einzelnen Buchseite. Das sind viele Dinge, die bedacht werden müssen. Und, wer hätte das gedacht: Der Satz eines Textes kostet wieder Geld.

5. Bei der Auswahl von Gestaltung und Veredelung



Manche Bücher haben einen farbigen Schnitt, ein Lesebändchen, buntes Vorsatzpapier, vielleicht sogar einen bedruckten Vorsatz. Denkt nur mal an historische Romane, wo vorne meist alte Karten eingedruckt sind. Außerdem ist im Einband vielleicht eine Prägung, oder das Cover schimmert, leuchtet, fühlt sich anders an. Je mehr Extras man hier hat, desto teurer wird es. Und gerade bei der Veredelung eines Covers hat man wahnsinnig viele, irre tolle Möglichkeiten, aber das ist wahnsinnig teuer. Ihr glaubt ja gar nicht, was ein Lesebändchen in einer Kalkulation schon verändert. Das ist wirklich ein tolles Extra und es nicht selbstverständlich, dass ein Buch ein Lesebändchen bekommt. Das hätte ich früher zum Beispiel auch nie gedacht. Bis ich halt mal nachgefragt habe und selbst ausrechnen durfte, was das teilweise schon für Veränderungen nach sich zieht.

5. Beim Druck und der buchbinderischen Herstellung des Textes



Wie kommen gesetzter Text und Covergestaltung jetzt zusammen? Erstmal muss der gesetzte Text natürlich in die Druckerei. Quasi ein riesiger Drucker, der alle Seiten einer Geschichte ausdruckt. Und das sehr, sehr oft. Nun ist der Text da und der Umschlag für das Buch wurde auch produziert und angeliefert. Wer macht daraus jetzt unser Buch? Durch eine industrielle Buchbinderei. Industriell deshalb, weil dort viel mehr Maschinen arbeiten, das sind Prozesse, die für viel größere Mengen optimiert sind, als eine kleine Handwerksbuchbinderei. Bei der Buchbinderei um die Ecke lassen zum Beispiel Studenten ihre Facharbeiten binden. Aber eben auch beim Binden und Drucken der Bücher entstehen Kosten.

6. Bei der Werbung



Es fängt an bei so Sachen wie Lesezeichen und Postkarten. Oder vielleicht auch eine Leserunde, die bei Lovelybooks veranstaltet wird. Dann kommen Plakate hinzu, Aufsteller und Deckenhänger für den Buchhandel. Vielleicht macht der Autor sogar eine Lesereise, oder es werden einzelne Lesungen veranstaltet. Das alles kostet viel Geld. Je größer gedacht wird, desto teurer wird es. Wirklich rasant teuer. Beim Marketing für ein Buch kann man wirklich richtig, richtig viel Geld ausgeben. Von Kinowerbung und Fernsehspots rede ich da noch gar nicht. Das können auch schon Anzeigen in diversen Magazinen sein.

7. Beim Vertrieb



Irgendwie müssen die Bücher in den Buchhandel. Die größeren Buchhandlungen bekommen dazu Besuch von den sogenannten Vertretern. Ein Verlag hat meistens mehrere Vertreter, die verschiedene Bereiche im Land abdecken. So muss er im besten Fall nicht von Berlin nach München pendeln, sondern kann in Bayern seine Runde drehen. Und der Kollege fährt durch Berlin und Brandenburg. Die Vertreter besuchen die Buchhandlungen und stellen dort die kommenden Titel vor. Diese Arbeit ist stark von persönlichen Beziehungen getragen. Im Idealfall wissen die Vertreter nämlich durch die Erfahrung schon, welche Buchhandlung gerne welche Bücher kauft. Bei sehr, sehr großen Ketten, wie z.B. Thalia läuft das sehr viel zentraler geregelt ab. Falls ihr euch gerade gefragt habt, ob das dort auch so funktioniert. Aber allgemein kann man sagen, dass auch beim Vertrieb eines Titels Kosten entstehen. Die Vertreter reisen ja nicht nur aus Spaß an der Freude umher. Außerdem gibt es in den Verlagen auch noch die „normalen“ Vertriebler. Irgendwer muss sich ja auch um Amazon, Rossmann und Obi kümmern. Wie genau der Vertrieb da funktioniert, das ist für diesen Beitrag zu kleinteilig gedacht, aber auch da entstehen Kosten.

Gewinn und Verlust



Wenn wir jetzt daran denken, dass auch noch Mieten und Gehälter bezahlt werden müssen, dann ist der Preis eines Buches vielleicht doch nicht mehr so ungerechtfertigt, oder?
Verlage sind, ganz rational gesehen, Wirtschaftsunternehmen. Es geht um Gewinn und Verlust. Es geht darum, richtig große Titel zu machen, um die kleinen mittragen zu können.
Und ein Verlag hat einfach nichts zu verschenken. Aber das hat selten ein Unternehmen, oder eine Privatperson.
Die wenigsten von euch dürften für den Rest ihres Lebens ausgesorgt haben und momentan ein Leben in finanzieller Freiheit leben, oder?

Ich finde, man muss viele Aspekte bedenken, ehe man sich pauschal über zu teure Bücher aufregen darf.
Versucht doch beim nächsten Mal einfach zu überlegen, was denn den Preis vielleicht rechtfertigen könnte?
Ist das Buch besonders gestaltet und veredelt, ist es ein weltberühmter Autor, oder ist das Buch einfach nur ein richtig umfangreicher Schinken?

Buchpreise sorgen gerne für Aufregung, aber ich denke mir: Viele Leute bezahlen, ohne mit der Wimper zu zucken, jährlich 1000€ für ein neues Smartphone einer bestimmten Marke. Und es ist vielleicht drei Millimeter größer, als das vom letzten Jahr. Solche Dinge sind in Ordnung, ja normal, aber wenn ein Buch 22,99€ kostet, dann sorgt das für einen Shitstorm in der Buchcommunity?

Niedrigpreisstrategie bei E-Books



Ich kann verstehen, dass durch verschiedene zerstörerische Preisstrategien bei E-Books das Preisgefühl verloren gegangen ist. Da wurden E-Books sehr lange Zeit einfach verschenkt, wirklich kostenlos vertrieben. Und dann die 0,99€-Preise. Die rechtfertigen nicht mal annähernd die Arbeit, die in ein Buch geflossen ist. Selbst, wenn derjenige kein begabter Autor ist, so sind bestimmt einige Ausgaben beim Lektorat und Korrektorat und dem Coverdesign entstanden. Das lässt sich, meiner Meinung nach, nicht mit 0,99€ aufrechnen. Ich denke, dadurch, dass diese Preisstrategien heutzutage leider viel zu üblich sind, werden viele teurere Preise schneller verteufelt. Man ist so daran gewöhnt, sogar weniger als einen Euro für einen Text bezahlen zu müssen, dass 20€ natürlich komplett außerhalb der Vorstellungen sind.
Ich möchte euch nicht alle über einen Kamm scheren, aber dieser Eindruck hat sich bei mir an manchen Stellen sehr verfestigt.
Manchmal habe ich sogar schon Diskussionen gelesen, dass ja E-Books für drei oder vier Euro viel zu teuer wären. Das ginge ja alles günstiger.
Versucht doch einfach nur mal, den normalen Stundenlohn eines Menschen mal die Arbeitsstunden zu rechnen, die ein Autor an seinem Text schreibt. Einfach nur schreibt. Aber gut, das führt dann wirklich zu weit…

Ich wünsche mir Sensibilisierung



Es wäre schön, wenn wir alle etwas sensibilisierter mit Buchpreisen umgehen würden und diese Sätze „Bücher werden immer teurer“, oder „Warum sind Bücher so teuer?“ öfter mal durchdacht werden würden, ehe sie ausgesprochen werden.


Empfindet ihr Bücher als zu teuer? Waren euch die Kosten bewusst, die bei der Produktion eines Buches entstehen?

Kommentare

  1. Hallo liebe Ramona,
    vielen vielen Dank für diesen tollen BLicke hinter die Kulisse. Ich kann die Meckerei echt nicht so ganz nachvollziehen. Klar tut es dem Individuum weh, wenn die Preise pro BUch ansteigen, aber das aus sehr gerechtfertigten Gründen!

    Was mich noch interessieren würde: Woran orientiert sich die Aulagenhöhe? Ist die Stückzahl ausschlaggebend, damit ein Buch sich gerechnet hat, für den Fall, dass alle Exemplare verkauft worden sind. Ist das der Break-Even und sind alle weiteren Ausgaben dann zusätzliche Einnahmen? 🙂 Reines Interesse!

    Liebe Grüße
    Philip

    • Lieber Philip,

      ah, die Auflagenhöhe. Eine gute Frage.
      Das werde ich oben noch einfügen, aber um es kurz zu beantworten:
      Bei neuen Autoren ist das meist auf Basis der Vormerkerzahlen festgelegt. Plus einen Zuschlag.
      Bei bekannten Autoren sind es die Vormerker, plus eine Schätzung auf der Basis der letzten Verkäufe, was sich wohl ungefähr verkaufen wird. Und natürlich ein Zuschlag.
      So ganz grob. 🙂

      Liebe Grüße
      Ramona

  2. Liebe Ramona,
    ich bin dir unendlich dankbar, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt und uns so einen informativen und tollen Artikel geliefert hast!
    Mittlerweile bin ich wirklich genervt von den meisten Menschen was diese Einstellung betrifft und würde mir wünschen, dass die Arbeit der Autoren und Verlage wieder mehr Wertschätzung und vor allem Verständnis erfährt.
    Wie du schon sagst macht es vielen nichts aus, jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen wo n beknackter Apfel drauf ist, was den Preis scheinbar gerechtfertigt. Aber ein roter Buchschnitt und ein samtiger Coverglanz ist für 23€ ein Wucher.
    Ich glaube es gab noch nie den Moment dass ich so dachte „das Buch ist mir zu teuer, das kaufe ich nicht“. Klar sitzt das Geld manchmal nicht so locker, aber da kann ein Verlag ja nichts für.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  3. Ein sehr toller Artikel. Darauf kann nicht oft genug hingewiesen werden.

    Ich überlege auch oft, ob ich mir ein neues Buch kaufen kann, vor allem, wenn ich auf die ungelesenen im Regal schaue. Und ich kaufe bei geringen Preisunterschieden zwischen Print und E-Book die Printausgabe, weil ich diese ohnehin schöner finde. Aber ich weiß auch, dass das E-Book auch die Prozesse des Prints durchläuft, abgesehen vom Material und der Produktion. Aber selbst der Satz fällt für ein E-Book an. Natürlich liegen die Kosten dann auch nicht viel günstiger.

    Ich stimme dir völlig zu, dass die Preise, die gerade im Selfpublishing vorherrschen, zu einem verzerrten Bild führen. Allerdings greife ich dort auch vermehrt auf genau diese zurück (wenn ich denn überhaupt Bücher aus dem Selfpublishing lese), weil die Qualität oft doch unter Verlagsniveau liegt (es gibt zum Glück Ausnahmen). Da wird eben am Lektorat und/oder Korrektorat gespart, das Cover womöglich selbst gestaltet, was natürlich die Kosten weniger in die Höhe treibt und somit niedrigere Preise möglich macht.
    Glücklicherweise denken nicht alle Selfpublisher so, aber es gibt genügend. Und wo es billig geht, glaubt der Kunde gern, dass der Rest nur Geldmacherei ist, selbst wenn es sich eigentlich um bezahlte Arbeit für Qualität geht.

    Liebe Grüße,
    Mel

  4. Roland Siegloff meint:

    Ein interessanter Beitrag, der Artikel über die Buchpreise – vielleicht wächst ja die Einsicht, dass Gutes selten umsonst zu haben ist. Wenn ich als Autor auf Nachfrage erzähle, dass ich pro verkauftem Buch zehn Prozent des Preises bekomme, zu dem der Verlag es an den Buchhandel verkauft – also etwa 60 Cent pro Taschenbuch, das im Laden knapp zehn Euro kostet – machen die meisten große Augen. Da muss man schon zehntausende Exemplare verkaufen, damit es sich finanziell spürbar niederschlägt.
    Schöne Grüße,
    Roland Siegloff

  5. Es sei noch zu erwähnen, dass beim Kauf der Lizenz eines Buchs aus einer anderen Sprache auch noch die Kosten für die Übersetzung anfallen. Im Gegenteil zum Buchpreis stagnieren hier die Honorare allerdings leider seit über 10 Jahren. Die können also kein Grund für einen höheren Buchpreis sein. 😉

  6. Hallo liebe Ramona,

    weil mich das Thema interessiert, waren mir die meisten deiner Punkte bewusst. Der Satz wiederum war etwas ganz Neues und fand ich sehr spannend.
    Ich finde die Preise für Bücher auch gerechtfertigt. Das große Problem ist diese „Geiz ist geil“-Mentalität, wo einige Leute versuchen, nur noch das Günstigste zu ergattern. Was bei Bloggern und Viellesern noch hinzukommen mag, ist die Masse an Büchern, die man als Vielleser liest. Dann überlegen sich einige sicherlich, ob sie sich mehrere Hardcover leisten oder vielleicht nur eines und dann eben noch einige Selfpublisher für besagte 0,99 EUR dazukaufen. Ich finde allerdings die Selfpublisher tun ich damit auch keinen Gefallen, denn verdienen tun sie ja auch kaum etwas an ihren Verkäufen und wenn sie wirklich professionell mit Lektorat, Korrektorat und Coverdesign zusammengearbeitet haben, deckt das ja auch nicht ihre Kosten.

    Liebe Grüße
    Desiree

  7. Hallo Ramona,

    danke für den interessanten Text. Das mit den E-Book-Preisen ist wohl tatsächlich ein Grund, warum sich das Preis-Gefühl so verschiebt. U.a. wird wohl auch Amazon seinen Teil dazu beitragen mit seinem Unlimited-Angebot für 10 Euro alles lesen zu können, was in dieser Kategorie angeboten wird.
    Aber auch die Preispolitik von Titeln bekannterer Autoren ist meiner Meinung nach nicht so geschickt, da es das Preisgefühl vieler Nutzer kaputt machen (Kai Mayer hatte letztens einen Post abgesetzt, indem er in einer Mischung aus Verzweiflung und Humor geschrieben hat, dass sein neues Buch in der Erscheinungswoche als eBook für 5 Euro zu haben ist). Ich kann dann auch verstehen, dass für viele Nutzer ein Hardcover als zu teuer empfunden wird.

    Ich persönlich mag keine eBooks und finde den Trend, besondere Ausgaben / Gestaltungen anzubieten, sehr gut und gebe dafür auch gern mein Geld aus. Ich hoffe, dass sich das für die Verlage auf Dauer auch auszahlt (Und das es für die Käufer auch weiterhin eine Rolle spielt, ob sie ein schönen Buch in der Hand oder im Regal haben, statt „nur“ einen Reader mit einer Datei).

    Viele Grüße,

    Jemima

  8. Hallo,
    ich wollte kurz anmerken, dass ich deinen Artikel toll fand. Ich wollte auch schon seit längerem was dazu schreiben. Was ich auch bei einem Beitrag zum Thema Wert des Buches schon angeschnitten habe.
    Ich kann die Diskussionen auch nicht verstehen. Egal um welches Konsumprodukt es geht. Aber es gibt Bücher wohl zu häufig umsonst. Alle haben riesige Subs unter kaum einer hat die tatsächliche Summe dafür gezahlt. Dass die Leute, die alle für die Produktion und den Verkauf arbeiten, nicht davon leben können, vergessen dann die meisten.
    Aber wie gesagt, schön dass es mal jemand deutlich anspricht!
    Liebe Grüße
    Dana

  9. Hallöchen Ramona,
    ich finde deinen Beitrag total klasse!!
    Ich finde Bücher eigentlich nicht zu teuer, das einziege was ich manchmal komisch finde ist das ein z.B 250 Seiten Buch oft genauso viel kostet wie ein 600 Seiten Buch, da denke ich oft, müsste das eine nicht eigentlich zumindest ein wenig teuerer als das andere sein? Aber okay ^^
    Bei den e-books gebe ich dir vollkommen recht, ich lese recht häufig ebooks von selfpublishern ( da habe ich schon richtige schätze gefunden) die wie ich finde oft viel zu günstig sind und ich frage mich oft warum? Ja es sollte günstiger sein als ein Taschenbuch oder Hardcover aber 0,99 € oder 2,49€ ist schon krass.
    Ich denke es gibt oft die Preisdiskusion der Bücher, da einiege zum einen nicht verstehen wiviel arbeit in einem Buch steckt und zum andern, dass die meisten Leute ein Buch einmal lesen und es dann einfach im Regal steht.

    Ich hab mir gestern das reich der Sieben Höfe Band 3 gegönnt und gerne die 21€ dafür ausgeben 😉

    Liebe Grüße aus den Norden
    Anjelika/ Chilly´s Buchwelt

  10. ein äußerst interessanter Einblick liebe Ramona!
    mir ist das inzwischen auch scho aufgefallen, v.a. weil ich für das Studium viel Fachliteratur lesen muss und die ist erst recht teuer … inzwischen bin ich zumindest wegen dieser Bücher auf Onlineportale umgestiegen, die eine Sammlung an relevanten Fachbüchern haben 😉

    übrigens stellt sich mir auch direkt die Frage, ob durch das Thema eBook auch mehr Raubkopierei betrieben wird?!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  11. Ein sehr interessanter und aufklärender Beitrag. Man kauft so viele Sachen, die nicht ihren Preis wert sind und regt sich nicht über den Preis auf, warum also über ein Buch. Ein gutes Buch rechtfertigt seinen Preis.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  12. Das ist ja wirklich ein toller Beitrag und einige Dinge waren mir da auch nicht bewusst. Ich muss auch ehrlich sagen mir ist es gar nicht aufgefallen das Bücher anscheinend teurer geworden sind. Ich kaufe mir die Bücher wo mir einfach gefallen.

    LG Jasmin

  13. Liebe Ramona,

    danke für den Blick hinter die Kulissen! Also ich finde den Preis vollkommen gerechtfertigt. Da steckt so viel dahinter-unglaublich! Was mich stört, sind die höheren Steuern in Österreich. Deshalb kaufe ich meine Bücher immer wenn ich in Deutschland bin.

    Hab einen schönen Abend!
    lg
    Verena

  14. Liebe Ramona,

    vielen dank für den tollen und interessanten Artikel. Mir war zwar vorher schon klar, dass einige Faktoren zur Buchpreisbildung beitragen, aber es war sehr informativ, das mal so aufgeschlüsselt zu lesen. Ein toller Lick hinter die Kulissen. Zwar ist mir ein Buch auch manchmal zu teuer, aber bisher fand ich es eigentlich immer gerechtfertigt, wenn man all diese Punkte bedenkt. Aber als Azubi schaut man dann doch eher auch in den Geldbeutel und sagt dann auch mal nein. 🙂

    Liebe Grüße
    Raven ❤

  15. Ich hatte ja keine Ahnung! Über sowas habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, aber ich danke dir für die Aufklärung! Toller Beitrag 🙂

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  16. Danke für diesen Beitrag.
    Ich bin auch der Meinung, dass Bücher ruhig etwas mehr kosten können. Denn ich verstehe nicht, wo der Autor etwas verdienen kann, wenn ein Taschenbuch mit 500 Seiten regulär für 8 oder 9 Euro angeboten wird.
    Und ich finde auch, dass Bücher etwas anderes sind als alltägliche Verbrauchsgegenstände, auch wenn das manche vielleicht anders sehen. Immerhin hat man ja lange etwas davon.
    Was richtig teure Bücher sind, erfährt man ja im Studium, wo Bücher locker mal zwischen 50 und 100 Euro kosten. Es gab Zeiten, wo ich mir jahrelang kein einziges Buch kaufen konnte, weil es mir finanziell echt schlecht ging. Da konnte ich mir auch nix anderes leisten. Ein Handy schon gar nicht. Aber für diese Fälle gibt es ja die Bibliothek.

    Viele Grüße, Anja

  17. sevs ko meint:

    Es mag ja einigen nicht auffallen, aber gute Bücher werden häufig in einer neuen Auflage deutlich teurer. Bsp. der Suhrkamp hat Elena Ferrantes Roman Meine Geniale Freundin in der 11. Auflage noch für 22€ als Hardcover angeboten. Wer es nicht glaubt, guckt einfach mal in eueren Lieblingsbuchladen, da liegen die noch rum. Jetzt in der neuen Auflage sollen 25€ bezahlt werden. Für das selbe buch! Saftige 13% mehr. Wucher.

  18. Meine Verlegerin wurde auf derr Leipziger Buchmesse von einem befreundeten Verleger gefragt: „Was? Ihr druckt den Preis hinten auf’s Cover? Da könnt Ihr ja gar nicht die Preise erhöhen!“

  19. Was du da aufführst mag ja alles richtig sein. Aber früher hat ein Hardcover 25 Mark, heute sind 25 Euro und mehr normal. Das ist in den letzten 17 Jahren eine Preissteigung von 100% und mehr.
    Wie viele Produkte kennst du, welche eine solche Teuerung hingelegt haben? Alle von dir erwähnten Aspekte wie Produktion und Werbung gab es schließlich auch damals.

  20. Hallo,
    ein interessantes Thema. Klar, die Verlage wollen verdienen und die Kunden wenig bezahlen. So war es schon immer. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Wenn die Mitte jetzt bei 20€ liegt dann ist das so. Wenn es keiner kaufen würde, wären die Verlage ja schon pleite.
    Meine Freundin hat bei einem Schulbuchverlag gearbeitet und da wurde die Produktion jetzt schon größtenteils nach China verlagert, weil es in Deutschland zu unrentabel geworden ist. Da sollte man sich aber auch fragen, wer die teuren Bücher in Deutschland noch bezahlen kann, wenn man arbeitslos geworden ist.
    Ich leihe mir übrigens viele Bücher in der Bücherei aus, wenn ich sie mir nicht leisten kann. Somit gibt es jedenfalls keine Ausrede um wegen teurer Bücher weniger oder nicht zu lesen.
    Viele Grüße Andrea

  21. Hallo Ramona,

    Danke für den tollen Beitrag. Gerade wenn man überlegt, wie sich die Einstellung der Menschen immer mehr verschiebt. Wie oft hört man, dass gewisse Dinge zu teuer sind, oder man es sich nicht leisten kann?
    Manche wollen anscheinend lieber alles einfach so haben, ohne Geld dafür zu bezahlen. Dass man aber durch Verkäufe laufende Kosten deckt und sie selber ein Teil der ganzen Wirtschaft sind, die ebenfalls für ihre Leistung Lohn erhalten wollen, vergessen manche dabei wohl völlig. Schade eigentlich, dass man solche Beiträge braucht, um das verständlich vor Augen zu führen.

    Klar, sage ich auch mal, dass mir das zu teuer ist, aber mehr, weil meine Priorität dann eben nicht auf diesem Buch liegt. Wenn ich ein Buch unbedingt lesen will, zahle ich auch gerne ein Mal 30 Euro. Ist es aber ein Buch, bei dem ich: naja vielleicht sage, vielleicht nicht unbedingt.
    Aber das ist in meinen Augen auch eine Prioritäten Sache.
    Worauf lege ich mehr wert, wie viel bin ich bereit nachher wirklich auszugeben und und und. Diese pauschalisierten Aussagen auf den Preis bezogen kann ich allerdings nicht verstehen. In den seltensten Fällen sind die nicht gerechtfertigt.

    Liebste Grüße,
    Anna 🦊💓

    • Liebe Anna,

      danke dir, für deinen ausführlichen Kommentar.
      Ich glaube, manchmal möchten Menschen gar nicht darüber nachdenken, warum Dinge teurer werden.
      Es ist einfacher, über Dinge zu meckern, ohne sich über Hintergründe zu informieren.
      Aber das ist nur ein Gedanke…

      Liebe Grüße
      Ramona

  22. Lutz Bürger meint:

    Wie schon vor hundert Jahren, gibt es auch heute noch(sic.) mehr reiche Verleger, als reiche Autoren. Dies verwundert, lassen sich doch seit Jahrtausenden Autoren ohne Verleger, nicht aber Verleger ohne Autoren denken. Aber, ist es nicht typisch für unsere „Kultur“, daß die materielle Form angeblich mehr wert ist, als ihr geistiger Inhalt?
    Nun, es ist Besserung in Sicht, denn die mittlerweile zahllose, von den Autoren selbst und nur noch als reines Textmanuskript in elektronischer Form veröffentlichte Computer- und Wissenschaftsliteratur wird ein Umdenken bewirken: Um mich zu informieren, genügt es , wenn der Text flüssig lesbar ist – dazu reicht mir die Schreibmaschinenschrift des geistigen Vaters des Werkes. Und wenn ich dann mitbekomme, welche Unmengen an Autoren von den Verlagen rüde zurückgewiesen werden – teilweise mit fadenscheinigsten Begründungen (ich denke „der Markt reguliert sich selbst“ ?? 😉 ), die meisten aber wohl gänzlich ohne jegliche Begründung, die werden einfach ignoriert – dann kommt mir der Computer wie eine Erlösung von dieser verlagsgetragenen, jahrhundertealten, geradezu mittelalterlich-feudalen Bevormundung der Autoren- und(!) Leserschaft vor.

    Nun, liebe Verlage – Eure Tage sind gezählt, dank moderner Kommunikationstechnik seid Ihr nun endlich und endgültig das, was Ihr schon immer wart: Überflüssig wie ein Kropf – heute nun nur noch ein obrigkeitsstaatliches Relikt aus finsteren Zeiten. Und auch die Sprachbarriere wird fallen, die Leser werden absehbar auch Werke in Zulu-Dialekten lesen können . Und im Himmel jubeln nun die Seelen all jener Autoren, bildenden Künstler und Komponisten, die Ihr in den vergangenen Jahrhunderten totgeschwiegen habt – aus welchen Gründen auch immer (das mafiöse „Starwesen“ gibts ja noch heute: Hunderte andere abblitzen lassen, um den eigenen Mann und Interessenträger „groß raus“ zu bringen … man muß sich schütteln …) – die Leser hatten (und haben!) ein Recht, von allen Autoren zu erfahren, um selbst entscheiden zu können. Und sie werden nun von ihnen erfahren. Ganz im Sinne der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Amen. Das ist übersetzt: Es geschehe.

    Lutz Bürger

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