Rezension: Kleine Schiffe

Silke Schütze – Kleine Schiffe


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Kurzbeschreibung:

Erst wird Franziska vierundvierzig. Dann von ihrem Mann verlassen. Und als sie kurz darauf merkt, dass sie zum ersten Mal schwanger ist, weiß sie, dass sie noch einmal ganz von vorne anfangen muss. Aber wie soll das gehen? Zufällig trifft Franziska die ebenfalls schwangere, flippige neunzehnjährige Lilly – und lernt von ihr, dass das Leben ein wunderbares Abenteuer wird, wenn man sich nicht immer an die bekannten Spielregeln hält…

So wandelbar wie das Leben selbst!

Silke Schütze hat mich schon mit ihrem Roman Erdbeerkönigin absolut begeistern können und „Kleine Schiffe“ steht dem in absolut nichts nach!

Die Autorin hat es geschafft, die Seiten vor Lebensfreude förmlich explodieren zu lassen!
Sie macht aus einem Bilderbuchalltag voller Klischees eine mitreißende Flut von Gefühlen, die den Leser von einem Extrem ins nächste befördern.
Denn nicht nur Friede-Freude-Eierkuchenstimmung kommt auf, es klingen auch ernstere Töne an.

Zwar war die Handlungsweise von Franziska für mich teilweise nicht nachvollziehbar, dürfte sie doch mit 44 schon etwas Lebenserfahrung besitzen, doch warum sollte man nicht auch gestandenen Frauen etwas Naivität zugestehen dürfen. Manchmal macht Leben eben blind.
Das Buch hat mich emotional bewegt und mitgerissen, hat mich manchmal nachdenklich gemacht und manchmal für Heiterkeit auf dem heimischen Wohnzimmersessel gesorgt.

Sprachlich ist das Buch ein absoluter Hochgenuss, denn hier beweist Silke Schütze auch eine ganze Palette an Wandlungsmöglichkeiten.
Sie schafft es gleichermaßen, Franziska, sowie natürlich Lilly, aber auch eine Menge liebeswerter Nebenfiguren einzigartig zu charakterisieren. So einzigartig, dass man am Ende eine Bandbreite unterschiedlichster Figuren hat, die alle auf die unterschiedlichste Weise ihren Beitrag zum Fortschritt der Geschichte leisten.

Silke Schütze ist für mich eine Autorin, die aus meinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken ist!
Sobald sich euch die Gelegenheit bietet, solltet ihr unbedingt mal einen Blick auf eines ihrer Bücher werfen.

Kaufen:amazon.de
Format:Taschenbuch
ISBN:9783426501290Bewertung:
Erscheinungstermin:März 2010
Verlag:Knaur
Übersetzung:


Rezension: Naschmarkt

Anna Koschka – Naschmarkt


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Kurzbeschreibung:

Dotti Wilcek hat der Männerwelt abgeschworen. Endgültig! Wer braucht schon Männer, wenn es Bücher und Katzen gibt? Kaum jemand könnte also ungeeigneter sein, um eine neue Internetdatingagentur zu testen. Doch Dottis bissiger Blog über Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von Singles aus dem Herzen…

Ich will!

Dotti hat mir so oft aus dem Herzen gesprochen, wie es in letzter Zeit selten eine Protagonistin geschafft hat. So viele Gedanken, Zitate, Sätze schienen mir wie aus der Seele geschrieben!
Es war faszinierend, in Dottis Gefühlswelt abzutauchen, weil sie so sehr der eigenen gleicht. Zwar bin ich nicht 30 und Single, aber weiblich bleibt eben weiblich.

Das Statement „Ich will“ steht für den ganzen Roman.
Es steht dafür, dass Dotti ihr Leben in die Hand nimmt.
Es steht dafür, dass sie „ja“ zum Leben sagt.
Es steht dafür, sich auch mal fallen zu lassen.
Jeder sollte sich zum eigenen Leben bekennen. Und Dotti formuliert ganz richtig:
„In eurem Leben seid ihr die Regisseure. […] Denn die richtige Frage lautet nicht: „Willst du?“, sondern: „Will ich?“
Darüber sollte man unbedingt mal nachdenken.

Doch nicht nur tief- und feinsinnig formuliert sprudeln Dottis Gedanken voller Lebenslust aus den Seiten hervor, sie unterstreicht ihre persönlichen Eigenheiten mit einem unglaublichen, mehr oder weniger subtilen Humor. Hin und wieder, manchmal, öfter kann es natürlich zu einigen Begegnungen mit ein paar Fettnäpfchen kommen…
Doch der Spaß kommt nie zu kurz!
Ich habe so oft und so herzlich lachen müssen, dass ich kaum weiterlesen konnte. Ich musste mir die Stelle glatt nochmal vornehmen, einfach, weil sie mir so gut gefallen hatte.
Es hat dem Fluss keinen Abbruch getan, denn wenn man hier schon so etwas wie ein persönliches Tagebuch vorliegen hat, dann ist man immer mittendrin, egal wann und wo.
Dotti nimmt den Leser wirklich überallhin mit.
Egal wie peinlich oder selbstironisch die Situation ist.
Das verleiht dem Buch einen authentischen und freundlichen Charakter. Man verbringt seine Zeit gerne mit der schusseligen, aber liebeswerten Protagonistin.

Anna Koschka hat einen wunderbaren Humor, der den heutigen Zeitgeist präzise auf den Punkt bringt.
Dazu hat sie eine wunderbare Heldin geschaffen, die sich wunderbar für eine Serie eignet…
Ich empfehle Naschmarkt, dessen Inhalt genauso sprüht vor Lebensfreude, wie das bunte Cover!

Kaufen:amazon.de
Format:Taschenbuch
ISBN:9783426511206Bewertung:
Erscheinungstermin:Juli 2012
Verlag:Knaur
Übersetzung:


Rezension: Spätzleblues

Elisabeth Kabatek – Spätzleblues




„Spätzleblues“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Pipeline Praetorius lebt in Stuttgart, der wildesten Stadt Deutschlands. Sie zieht Katastrophen vollautomatisch an und kämpft gegen die schwäbische Spießigkeit. Mit ihrem Freund Leon aus Hamburg hat sie sich versöhnt, doch der schafft jetzt bei Bosch in China. Und auch ihr neuer, vielversprechender Job in einer Werbeagentur entpuppt sich als die absolute Katastrophe. Da hilft nur noch Tante Dorles unübertroffener Käsekuchen…


Was für ein Buch…


Ein so fröhliches und verrücktes Buch liest man nicht oft.
Nicht nur, dass mindestens die Hälfte aller Dialoge im schwäbischen Dialekt abgefasst sind, auch der Name der Protagonistin lässt ja schon ein wenig Verwunderung in den Mienen der Leser einkehren.


Mit Dialekten hab ichs eigentlich nicht so, doch in dieses Buch passen sie absolut. Manchmal wurde es dann doch schon sehr viel und das Kauderwelsch war für mich kaum mehr verständlich. Bei den ganz argen Stellen helfen dann witzige und manchmal auch interessante Fußnoten der Autorin weiter. Ich musste mich immer einen Moment einlesen, bis ich den Gesprächen dann ungefähr folgen konnte, wodurch mein Lesetempo hier arg beeinträchtigt war. Aber das hat das Vergnügen, noch ein wenig mehr Zeit mit der quirligen und sympathischen Protagonistin verbringen zu dürfen, nur verlängert. Line ist etwas ganz besonderes. Sie erlebt so viele Pannen und Katastrophen, ist authentisch und wirkt so „normal“, dass man sich oftmals selbst darin wiederfindet.
Elisabeth Kabatek gelingt der Spagat zwischen Comedy und Ernst, verliert ihr Ziel nie aus den Augen und weiß den Leser durch kleinere Wendungen immer wieder zu faszinieren.


Nicht nur einmal musste ich lachen, musste ich schmunzeln über die Situationen und die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere, die Macken und Eigenheiten.
Ein glücklicher Hund, eine Bio-Mitbewohnerin, den Freund dieser Mitbewohnerin…
Die Kleinigkeiten machen dieses Buch zu einem großen Vergnügen.


Ich kann dieses Buch empfehlen, wenn man sich auf den schwäbischen Dialekt einlassen kann, ansonsten sollte man es nicht in die Hand nehmen.
Aufgrund dieser Tatsache ziehe ich auch einen Stern ab, weil es für Ungeübte teilweise eine ziemliche Herausforderung ist. Und wer sich unschlüssig ist, wirft vielleicht zuvor besser einen Blick in die Leseprobe!


Bewertung:

Rezension: Das Leben drehen

Nicole Walter – Das Leben drehen


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Kurzbeschreibung:

»Ich bitte Sie um Ihren Mann. Nicht für lange, weil … ich muss sterben.« Dieser Satz und die Begegnung mit der ungewöhnlichen Amelie stellen Marlenes Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. War sie, die erfolgreiche Ärztin, nicht eben noch glücklich verheiratet? Mit Markus, ihrem Markus? Und wer ist diese bezaubernde Frau, die sich in ihr Leben gedrängt hat? Marlene, Ärztin aus Leidenschaft, fasst einen Entschluss. Sie wird nicht zulassen, dass Amelie stirbt, wird ihr helfen, die Krankheit zu besiegen. Doch da ahnt sie noch nicht, dass sie ausgerechnet von ihrer Rivalin mehr über das Leben lernen wird, als sie je vermutet hat. Und das, was Amelie in ihr bewegt, lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Ein Ausnahmebuch!

Nach einem Blick auf das Cover, vermutet man leichte Sommerlektüre.
Doch es wäre fatal, an das Buch mit einer solch grundlegenden Fehleinschätzung heranzutreten.
Meine Gefühle nach dem Lesen sind vollkommen aufgewühlt und durcheinander, weil mir die Geschichte gleichzeitig viel gegeben, aber auch viel genommen hat.

Der Einstieg ist schnell und schonungslos, die Autorin redet hier nicht lange um den heißen Brei herum. Die Figuren sind mir zu Beginn leicht unsympathisch, weil sie alle aneinander vorbeireden, nur sich selbst im Blick haben und offensichtlich völlig dabei vergaßen, zu leben.
Doch sie wandeln sich sehr überzeugend. Beim einen dauert das länger, beim anderen ist es schnell vorbei. Aber unversehens beginnt man mit den Protagonisten zu leben, in ihre Gefühlswelten einzutauchen und vollkommen in der Authentizität der Gefühle aufzugehen.

Nicole Walter behält einen unheimlich blumigen und ausdrucksstarken Erzählstil die ganze Zeit über bei, was der Geschichte zusätzliche Tiefe und Kraft verleiht.
Man ist gefangen in einem Sog aus Traurigkeit, Schmerz, inneren Kämpfen, aber auch der Suche nach dem Leben. Die Suche danach ist lang und erfordert viel Durchhaltevermögen, stößt manchmal an ihre Grenzen und doch vermittelt sie dem Leser eine wichtige Botschaft: Beginne selbst zu suchen! Wie viel von deinem Leben ist so, wie du es dir wünschst? Wann bist du einfach nur? Wann hast du gelernt, dein Ich zu verleugnen?
Vieles geht im Alltag verloren, in der Hektik der Gewohnheit und wir vergessen, wieder danach zu suchen. Das Buch von Nicole Walter macht uns in erschütternder Weise darauf aufmerksam, lässt aber trotzdem den lebensfrohen Optimismus erstrahlen. Optimismus, der niemals aufgibt und sich nicht beirren lässt in dem außergewöhnlichen Wunsch, das Leben einfach nur bis in die letzte Ecke auszukosten.

Das Leben drehen ist ein absolut außergewöhnliches Buch. Ein Buch zum Weinen und zum Lächeln, ein Buch, das viele Seiten seines Lesers berührt und mich persönlich tief beeindruckt hat. Ich habe es an einem Tag verschlungen und habe mir dazwischen und danach unheimlich viele Gedanken gemacht.
Aus diesem Buch, geht niemand unverändert hervor.

Kaufen:amazon.de
Format:Taschenbuch
ISBN:9783426510612Bewertung:
Erscheinungstermin:2012
Verlag:Knaur
Übersetzung:


Rezension: Erdbeerkönigin

Silke Schütze – Erdbeerkönigin


erdbeerkönigin-silke schütze

Kurzbeschreibung:

Vor 20 Jahren wurde Eva in ihrem Heimatdorf zur Erdbeerkönigin gekürt und traf in Hamburg für ein paar Stunden den attraktiven Daniel. Sie hat ihn nie vergessen – und erfährt nun, dass er gestorben ist und sie zu seiner Grabrednerin bestimmt hat. Aber warum? Für Eva beginnt eine Spurensuche voller unerwarteter Entdeckungen …

Wo ist nur das Leben geblieben?

An mein erstes Buch von Silke Schütze bin ich aufgrund positiver Stimmen mit positiven Erwartungen herangegangen.
Schon die ersten Seiten fesselten mich augenblicklich an die Geschichte, sodass ich das Buch morgens begonnen und nachmittags aus der Hand gelegt hatte.

Ich habe mit der „Erdbeerkönigin“ wirklich einiges erlebt. Hinter diesem wunderschönen Titel verbirgt sich Eva. Eva ist noch nicht alt, aber auch nicht mehr blutjung und steckt in ihrem Leben fest, wie in einer zu kleinen Parklücke.
Irgendwann ging es verloren, wurde kleiner, bis nur noch eine Ahnung vom eigentlichen Leben vorhanden war.

Als die Vergangenheit sie einholt, wird sie vor die Wahl gestellt: Nochmal neu beginnen, oder aus dem alten Trott mehr machen? Es ist eine Zeit, in der alte Sehnsüchte aufbrechen, neue Leidenschaften zutage treten und längst vergessen geglaubte Freuden wieder eine Bedeutung bekommen.
Dabei trägt das Buch einen schon fast philosophischen Charakter, der mich aber an keiner Stelle langweilte. Die geschickt eingebundenen Zitate aus einem Spiel, bringen den Leser zum Nachdenken. Sie machen die Geschichte so authentisch, so wirklich. Es ist, als wäre man selbst Eva und müsste sich mit den verpassten Gelegenheiten seines eigenen Lebens auseinandersetzen.
Der Gelegenheit, nicht in den Alltagsdschungel abzudriften.
Die Gelegenheit, die beste Freundin anzurufen, oder sich einfach mal wieder zu verabreden.
Die Gelegenheit, sich mal wieder etwas zu gönnen.

Der Schreibstil von Silke Schütze ist manchmal unterhaltsam, manchmal nachdenklich und manchmal eben mitreißend.
Es ist ein unausgesprochener Wink, einmal selbst einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen, wo man mittlerweile angekommen ist. Will man dieses Leben überhaupt so, wie es momentan ist?

Folge dieser Aufforderung!! Mach doch!

Kaufen:amazon.de
Format:Taschenbuch
ISBN:9783426412053Bewertung:
Erscheinungstermin:März 2012
Verlag:Knaur
Übersetzung:


[Neu im Regal] am 19.04.

Ich hatte Lust, meine gestrige Buchpost mal ein wenig anders in den Mittelpunkt zu rücken, als sonst immer.
Nur Regal im Hintergrund ist ja auch langweilig.
Aber ich lasse die Bilder mal auf euch wirken.

Und dann bin ich natürlich an eurer Meinung interessiert.
Welche Bilder gefallen euch und welche nicht?
Was sagt ihr zur Idee?

Nur vorweg gesagt, in Ermangelung von Millionen und Prinzen musste ich improvisieren… 😉


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Rezension: Die Therapie

Sebastian Fitzek – Die Therapie


Sebastian Fitzek-Die Therapie

Kurzbeschreibung:

Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird …

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Rezension: Der Augenjäger

Sebastian Fitzek – Der Augenjäger




„Der Augenjäger“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Erzählt zu den besten Augenchirurgen der Welt.
Ein Meister im Operationssaal.
Nachts aber widmet er sich besonderen Patientinnen: Er verschleppt sie in seinen Klinikkeller und öffnet ihnen die Augen – im wahrsten Sinne des Wortes…


Es geht weiter!!


Endlich wieder ein Buch vom Fitzek! Ganz ehrlich, aber „der Typ“ bringt mich mit seinen Büchern immer regelmäßig um meine Nächte. Unglaublich, aber wahr.


Inhaltlich schließt „Der Augenjäger“ an den „Augensammler“ an.
Man sollte also unbedingt vorher den ersten Teil gelesen haben, ehe man sich diesem Buch widmet.
Der „Augenjäger“ hat mich persönlich sehr schockiert.
Er hat alles umgeworfen, woran ich vorher geglaubt habe.
Er hat einfach alles zunichte gemacht, was ich mir so schön an Verdächtigungen, Mutmaßungen und anderen Gedankengängen zurechtgelegt hatte.
Aber das ist ja eine der Spezialitäten des Autors. Die ganze Handlung nochmal in eine völlig andere Richtung bewegen, obwohl man sich vorher schon in Sicherheit wähnte.


Das Buch hat zwei Handlungsstränge.
Der eine baut auf dem ersten Buch auf und der andere erzählt quasi eine neue Geschichte. Beides lässt sich jedoch gut verknüpfen und dieses „Durcheinander“ sorgt für den richtigen Kick.
Manchmal musste ich das Buch zur Seite legen und mir über das gerade erlebte Geschehen klar werden. Es war so unglaublich, dass es eine kurze Denkpause erforderte.
Diese Handlungsumschwünge können, wenn man es kritisch betrachtet, als unglaubwürdig gewertet werden, doch ich meine, warum?
Die Geschichten sind in unseren Otto-Normal-Augen sowieso schon völlig absurd, weil wir uns das einfach kaum vorstellen können. Aber warum würden wir sonst die Bücher von Sebastian Fitzek lesen, wenn wir das nicht auf eine vollkommen abgedrehte Weise auch gut finden würden?
Ich möchte nicht wissen, was ein Analytiker über die Psyche derer aussagen würde, die eingefleischte Psychothriller Fans sind…


Mich hat Sebastian Fitzek mit seinem neuen Buch aus den Latschen gehauen und ich bin wahnsinnig gespannt, welche Ideen jetzt schon wieder durch seine Gehirnwindungen strömen…


Bewertung:


Für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich bei Droemer Knaur!

Rezension: Wunschkonzert

Anne Hertz – Wunschkonzert




„Wunschkonzert“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Stella hat in der Musikbranche Karriere gemacht, eine wunderbare Mutter und einen besten Freund, dem sie alles anvertrauen kann. Klingt super, oder? Ist es aber nicht: Der Freund ist ein Stoffhase namens Möhrchen, die Mutter hat das Wort „Kontrollfreak“ erfunden und der schöne Job geht gerade den Bach runter, weil ein Konkurrent alles daransetzt, Stella auszubooten. Noch dazu sieht er umwerfend aus – Schweinerei! Nein, Stellas Leben ist im Moment ganz und gar kein Wunschkonzert. Es sei denn, sie schafft es, den Taktstock wieder an sich zu reißen…


Gerührt…


Die starke Einbindung von Musik fiel schon in den vorigen Romanen von Anne Hertz auf, doch hier erreicht sie einen neuen Höhepunkt.
Die Handlung ist eng mit den unterschiedlichsten Songs verwoben, was ihm ihr einen ganz eigenen Charme und Charakter gibt. Die Musik transportiert die Gefühle sehr stark an den Leser heran, da man sich automatisch versucht, zu den Worten auch einen Rhythmus zu denken.


Die Handlung ist süß, einfallsreich und weicht von der Schiene „überall-beliebte-und-partysüchtige“-Protagonistin ab, was sie mir gleich zu Beginn sehr sympathisch machte. Es ist doch schön, wenn es auch mal Menschen gibt, die auch mit Apfelschorle gut drauf sein können…
Der dazugehörige Protagonist, Tim, ist wie aus einem Schmachtroman entsprungen. Gefühlvoll und unaufdringlich, aber manchmal hat er leider die Scheuklappen etwas zu sehr vor den Augen.
Aber wozu hätten wir sonst Anne Hertz, wenn bei den Leuten alles schon tutti wäre…?
Natürlich gibt es auch noch einen ungemochten Rivalen, der mit der Zeit aber gar nicht mehr so schlimm wirkt.


Die Handlung ist zwar zu weiten Teilen vorhersehbar, aber manchmal ist Stella auch einfach zu naiv gewesen. Da konnte man ja gar nicht anders, als sich den Rest zu denken.
Jedenfalls hat es mich stolz gemacht, zu lesen, wie sie irgendwann ihren ganz eigenen Reifeprozess vollzogen hat.


Ein wunderbares seufz-und-schmacht-Buch, was ich am liebsten nicht mehr aus der Hand gelegt hätte.
Noch mehr Gefühle erlebt man, wenn man auch die dazugehörige Musik laufen lässt…


Bewertung:


Für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich bei Droemer Knaur!

Rezension: Die Entscheidung der Hebamme

Sabine Ebert – Die Entscheidung der Hebamme




„Die Entscheidung der Hebamme“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Die Geschichte von Marthe und Christian geht weiter Hoftag in Magdeburg 1179: Kaiser Friedrich Barbarossa ist entschlossen, Heinrich dem Löwen den Prozess zu machen. Das bedeutet Krieg. Christian und Marthe müssen damit rechnen, dass er auch ihr Dorf in der Mark Meißen erreicht. Bald darauf nimmt Markgraf Otto von Wettin Christian als einen seiner Heerführer mit in den Kampf. Währenddessen steht Marthe in Christiansdorf vor einer ganz anderen Herausforderung: Otto hat für die Zeit des Kriegszuges seinen machtbesessenen ältesten Sohn das Kommando über die Christiansdorfer Burg übertragen. Diesem sind Christian, Marthe und ihre Anhänger schon lange ein Dorn im Auge. Mit Mut und Schläue versuchen die Dorfbewohner, sich gegen den gnadenlosen Albrecht zu behaupten. Doch viel muss geschehen, bis Christians Traum wahr wird und aus dem Dorf eine Stadt: Freiberg.


Was für ein trauriges Ende! Unser aller Held gibt sein Leben…
Zu Beginn werden sie durch die Zwänge des Krieges gewirbelt – und überstehen diese Tortur. Doch alle Menschen scheinen nur an sich selbst zu denken, sodass der Beschützer aller drei Bände ein tragisches Ende findet.


Ich denke, dass ist von allen 3 Teilen der gelungenste. Die Autorin hat einiges gelernt in Bezug auf Sprache und Ausdruck, was ihr von mir einen dicken Pluspunkt einbringt.
Es hat nichts mehr mit dem ersten Buch gemein.
Spannend und rasant erzählt durchlebt man in einigen, schönen Lesestunden viele Emotionen. Sehr eingehend recherchiert und erläutert, kann man aus Sabine Eberts Buch auch etwas lernen.


Bewertung: