5 Tatsachen, die du über den lokalen Buchhandel wissen musst

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Immer wieder gibt es Fragen, die ich als regelmäßiger Kunde in meiner Lieblingsbuchhandlung nicht nachvollziehen kann.
Das ist gar nicht böse gemeint, aber ich finde, dass jeder ein paar Fakten kennen muss.
Du musst wissen, welche Vorteile es hat, dich in die schützende Umarmung einer liebevoll betreuten Buchhandlung zu begeben.
Als ich also letztens bei Facebook gesehen habe, dass jemand fragte, ob man in einer Buchhandlung auch Bücher bestellen könne, kam mir die Idee zu dieser Liste.
Ich will jetzt für alle mit Fragezeichen in den Augen aufzählen, was du unbedingt über den lokalen Buchhandel wissen solltest.
So kann man sich beim nächsten Mal gleich beruhigt und vertrauensvoll an den örtlichen Buchhändler wenden, ohne dass man Angst haben muss, dass der Service vielleicht nicht ausreichend ist.

Wer noch Zweifel hat, dass da draußen Buchhändler mit Leib und Seele auf euch warten, der muss unbedingt den Beitrag von Sarah aka pinkfisch zum „schönsten Job der Welt“ lesen.

1. Bestellung bis zum nächsten Tag


Das war die Frage bei Facebook. Wenn man ein Buch in der Buchhandlung bestellt, wann können die das dann liefern?

Mein Text dazu: Jedes verfügbare Buch kann bis zum nächsten Tag geliefert werden.

Allerdings sind die Kriterien folgende:

Das Buch muss lieferbar sein!
Das ist klar, oder? Wenn der Verlag gerade am Nachdrucken ist, dann kann er es nicht liefern.

Du musst bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bestellt haben.
In meiner Buchhandlung ist das z.B. 18 Uhr. Dann geht die Bestellung für den Folgetag raus. Alles, was danach kommt, ist dann natürlich nicht mehr dabei.

Gib am besten die ISBN an, damit du auch tatsächlich das richtige Buch bestellst.
Du hilfst dem Buchhändler deines Vertrauens wirklich sehr, wenn du ihm eine ISBN liefern kannst. Wenn du genau weißt, welchen Titel du wilsst und den gibt es dann vielleicht sogar noch in vielen verschiedenen Ausführungen, dann kann eine Bestellung unter Umständen schiefgehen. Dann gib ihm am besten so genau wie möglich an, was du haben möchtest. So vermeidest du Fehlbestellungen.

2. Jeder lieferbare Titel möglich


Das ist so wichtig, ich muss das nochmal besonders herausstellen: Jedes Buch, was du gerade auch beim großen A bestellen kannst, bekommst du auch beim Buchhändler.
Das vergisst man immer schnell, wenn man die Auswahl beim A sieht.
Aber exakt die gleiche Auswahl hat auch der Buchhandel!

3. Oft versandkostenfreie Lieferung


Dieses Detail findet man nicht bei jeder Buchhandlung.
Aber man muss es leider beim Namen nennen: Durch die Konkurrenz der kostenlosen Lieferung von unserem allseits bekannten Internetriesen ziehen viele kleine Händler nach.
So auch kleine und mittlere Buchhändler.
Manchmal ist es an einen Mindestbestellwert gebunden, manchmal ist es tatsächlich komplett kostenfrei.
Aber das kannst du ja umgehen, indem du deine Bücher einfach persönlich abholst.
Das ist eine schöne Gelegenheit, um vielleicht auch ein wenig zu stöbern…

4. Der Preis (deutschsprachiger!) Bücher ist IMMER gleich


Egal wo du guckst, wenn du dir ein neues (deutschsprachiges!) Buch kaufst, kostet es überall das gleiche Geld!
Beim A, bei Kaisers um die Ecke, beim Buchhändler.
Wenn du es haben möchtest, musst du keine Preise vergleichen.
Dein (deutschsprachiges!) Wunschbuch ist nicht im einen Laden günstiger als im anderen.
Auch nicht im Internet!

5. Gespräche inspirieren dich


Ja, das ist ein sehr individuelles Argument.
Aber wenn ich in Büchern schmökere, oder Bücher abhole, dann mag ich es, wenn mich „meine Buchhändler“ ansprechen.
Wenn sie mit mir über ihre Eindrücke plaudern, oder mir eine Empfehlung aussprechen.
Das bereichert mich sehr und macht mir auch Spaß!
Das musst du auch unbedingt ausprobieren!
Sprich deinen Buchhändler einfach mal an. Er hat sicher Lust, sich auf ein Gespräch mit dir einzulassen.


Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Beitrag ein bisschen weiterhelfen und deine Zweifel/ Unsicherheiten in Bezug auf den örtlichen Buchhandel reduzieren oder sogar komplett abbauen.

Hast du sonst noch Fragen in Bezug auf deinen Buchhändler?

Kommentare

  1. Hey,
    ein guter Beitrag 🙂 Mir ist auch schon aufgefallen, dass viele Menschen glauben, dass man in der Buchhandlung nur das bekommt, was gerade da ist. Ich bin mir allerdings nicht sicher wie es mit den Selfpublishern ist… ob die auch alle problemlos vom Händler bestellt werden können.
    Lg Nanni

    • Das kommt auf den Selfpublisher an: Hat er mitgedacht, dann ja! Hat er es „nur“ beim A veröffentlicht, dann hat der Buchhändler keine Chance …

      • Jürgen Albers meint:

        Genau. Ist als „alleinstehender“ Autor ja auch so einfach, „schlau“ zu sein. Manchmal macht mich die leicht genervte, blasierte Arroganz der „Profis“ unsagbar wütend. Diese Leute, die ja selbst den Buchdruck, die Buchhandlung und den ersten Buchverlag allein und schon in der Kinderkrippe erfunden haben, die „alles“ über Bücher wissen und das von Anfang an. Na Glückwunsch.

        • Vielleicht machen Sie Ihre Angelegenheiten auch mit Herzblut. – Wenn man nicht entsprechend sensibel ist
          sind Mißverständnisse nicht ausgeschlossen. – Gilt das aber nicht für uns alle?

  2. Toller Beitrag! Ich gehe auch lieber zu meinem Buchländer meines Vertrauens, als beim großen A zu kaufen. Klappt immer Super, wenn das Buch nicht da ist, kann ich mir es aber nächsten Tag in der Mittagspause abholen.
    Liebe Grüße
    Sandra

  3. „Der Preis ist immer gleich.“ – Ja, bei deutschsprachigen Büchern. Englischsprachige z.B. sind in Buchhandlungen oft deutlich teurer. Das ist vielen, glaube ich, nicht klar.

    Und so schön es auch ist, in einer lokalen (Lieblings-) Buchhandlung Bücher zu kaufen – manchmal gibt es leider auch schwarze Schafe unter den Buchhandlungen. 🙁

    • Ramona meint:

      Liebe Jess,

      danke, für deine Anmerkung!
      Das habe ich natürlich nicht bedacht.
      Tatsächlich habe ich noch keine englischen Bücher gekauft…
      Deshalb habe ich das mit den Sprachen oben nochmal ergänzt.

      Schwarze Schafe sind sehr traurig, aber mir ist in der Hinsicht zum Glück bisher noch keines begegnet…

      Liebe Grüße,
      Ramona

    • Wo bitte gibt es das nicht. Buchhändler sind auch keine „Engel“.
      Leider aber auch ab und zu nicht genug Kaufleute,
      weil sie Ihren Beruf häufig mit Herzblut betreiben.

  4. Huhu liebe Ramona,
    ein schöner und informativer Post.
    Obwohl ich ne echte Bücherratte bin, war mir bisher nicht klar, dass ich mir die Bücher einfach nach Hause schicken lassen kann, was natürlich manchmal echt praktisch sein kann.
    Und ich dachte, ich kenne mich im Buchhandel aus 😀

    Alles Liebe, Nelly

    • Ramona meint:

      Liebe Nelly,

      dadurch, dass dein Buchhändler dann das Geld für das Porto (jedenfalls in den meisten Fällen) übernimmt, ist es für ihn natürlich weniger lukrativ…
      Vielleicht wird es deshalb nicht offen angeboten.
      Aber du kannst dich ja mal erkundigen! 🙂

      Liebe Grüße,
      Ramona

      • Janine meint:

        Liebe Ramona,

        Außerdem ist es einfach so: Meistens ist es schneller, wenn man dann doch selbst das Buch abholt. Vor allem, wenn die Gefahr besteht, dass man nicht zu Hause ist, wenn das Paket ankommt… Obwohl meine Buchhandlung auch damit wirbt, dass wir kostenfrei nach hause liefern, entscheiden sich deshalb doch viele zum Selbstabholen.

        LG

        Janine

  5. Toller Beitrag! Sehr aufschlussreich, obwohl ich grundsätzlich immer in Buhhandlungen gehe.

    Liebe Grüsse
    Josia Jourdan

  6. Caro meint:

    Ich als Buchhändlerin (in einer kleinen, inhabergeführten Buchhandlung) hätte zwar noch die ein oder andere Anmerkung zu den einzelnen Punkten, aber im Großen und Ganzen bin ich dir sehr dankbar, für dein Loblied auf den deutschen Buchhandel. Und was du sagst, ist so ja auch richtig!
    Viele Grüße

    • Ramona meint:

      Liebe Caro,

      ich bin für jede Anmerkung offen 🙂
      Also halte dich bitte nicht zurück…
      Danke auch, für dein Lob.

      Viele Grüße,
      Ramona

  7. Insi meint:

    Huhu!

    Du hast absolut recht mit dem was du schreibst, und ich habe mir auch fest vorgenommen, meine Bücher nicht mehr zu bestellen.

    Bei der kleinen, familiären Buchhandlung in meiner Stadt hab ich außerdem die folgende Entdeckung gemacht:
    Die Buchhandlung ist jetzt Teil im Tolino-Netzwerk.
    Wenn ich also künftig E-Books kaufen will, kann ich das auch über den Onlineshop der Buchhandlung machen. Finde ich einfach super! <3
    Hier lohnt sich also ggf. auch mal ein Blick auf die Internet-Seite des Lieblings-Buchhändlers. 🙂

    LG, Insi

  8. „Das ist so wichtig, ich muss das nochmal besonders herausstellen: Jedes Buch, was du gerade auch beim großen A bestellen kannst, bekommst du auch beim Buchhändler.“

    Diese Aussage kann ich nur als schlichtweg gelogen bewerten, denn wie ich aus zahllosen Tests weiß, stimmt das einfach nicht.

    CreateSpace-Bücher konnte mir noch kein einziger Buchhändler beschaffen. Ebenso wenig etliche englischsprachige Originale. Und wenn doch, dann mit wochenlanger Lieferzeit und mindestens zum doppelten Amazon-Preis. Bücher aus Kleinverlagen können Buchhändler oft nicht beschaffen (oder wollen es nicht), beispielsweise weil KNV (oder andere Grossisten) die nicht im Katalog hat und es dann zuviel Arbeit ist, die beim Verlag direkt zu bestellen (das haben mir Buchhändler exakt so gesagt).

    • Tja, die Kleinverlage!
      Auch die müssen mitdenken und dem Buchhandel die Möglichkeit geben, Ihre Produkte zu vertreiben. Tun sie aber nicht immer, daher haben die Buchhandlungen diese Problem: zu umständlich und zumeist zu teuer. Die vergessen oft die Marge, die zum Überleben notwendig ist einzukalkulieren und dann hauen sie auch noch ordentlich Versandkosten drauf.

      Daher klappt das oft nicht im Buchhandel – nicht nur wegen der vielen Arbeit, sondern weil das Buch dann im einkauf teurer ist als der angegebene Listenpreis.Und den Buchhalterischen Aspekt habe ich erst gar nicht beleuchtet …

      • Andersherum wird aber auch ein Schuh draus. Buchhändler verlangen Rabatte, die Kleinverlage gar nicht geben können, oder zahlen ihre Rechnungen nicht. Man kann diverse Erfahrungen von namhaften Kleinverlegern mit Buchhändlern auf Steglitzmind einsehen, die diese dort im Interview zu Protokoll gaben. Das auf „die sind zu teuer und nehmen zu hohe Versandkosten“ zu reduzieren, halte ich für arg weltfremd und zeigt genau eins der Probleme bei Buchhändlern auf. Die sind so verwöhnt von den Margen bei Publikumsverlagen, dass sie keinen Blick für die völlig andere Lage von Kleinverlagen haben. Auf den buchhalterischen Aspekt hinzuweisen ist insbesondere deswegen ulkig, weil Buchhändler sich doch auf dem weichen Kissen der Buchpreisbindung ausruhen dürfen und mit den Preiskämpfen anderer Branchen nichts zu tun haben. Angesicht dessen die Kleinverlage wegen angeblich zu hoher Preise oder zu geringer Margen zu rügen ist kafkaesk.

        Und solange irgendwelche Buchhändler das mit Kleinverlagen machen, oder deren Waren nicht verkaufen wollen, weil angeblich die Marge nicht stimmt, macht halt Amazon das Geschäft.

        • Gut, dann klinke ich mich hier aus – das führt zu nix, denn es gibt nicht nur schwarz-weiss, dondern auch viele Graustufen.

          Ich erlaube mir aber noch anzumerken: Wir als Kleinverlag senden unsere Publikationen mit entsprechender, marktüblicher überlebensfähigen Rabattierung und ohne Versandkosten. UND, wir verkaufen nicht über A, auch wenn es für uns 90% Umsatzeinbusen bedeutet – wir haben uns nichts vorzuwerfen.

          • Ramona meint:

            Ich bin da ganz eurer Meinung! Es gibt Graustufen!
            Es gibt sicherlich überall das berühmte „schwarze Schaf“, aber gerade deshalb sollte man sehr vorsichtig sein, einfach alle über einen Kamm zu scheren!
            Das ist nicht die Lösung.

            Und wenn man sich von seinem Buchhändler mehr Flexibilität wünscht, dann spricht man das entweder an, oder es ist die falsche Buchhandlung.
            Deswegen die Branche und den Buchhandel an sich zu verteufeln ist aber auch nicht der richtige Weg!

    • Hackbrett meint:

      Lieber PhantaNews,

      sehr gerne würde ich CreateSpace Bücher bestellen, leider ist das aber nicht möglich, da dies eine Selfpublisher-Form von Amazon ist!
      Ich bestelle aber auch sehr gerne bei Kleinverlagen, obwohl es mit höherem Aufwand und Kosten verbunden ist. Aber meistens wollen das die Kunden nicht, da der Titel nicht über Nacht lieferbar ist. Denn nur die Grossisten liefern ja über Nacht.
      Natürlich kann Amazon einen meistens günstigeren Preis bei den fremdsprachigen Bücher anbieten. Fremdsprachige Bücher unterliegen ja nicht der deutschen Buchpreisbindung. Und eine unabhängige Buchhandlung bekommt von den ausländischen Verlagen einen höheren Einkaufspreis als das große A. Dementsprechend müssen wir den Preis für einen ausländischen Titel natürlich kalkulieren.
      Ansonsten tut es mir natürlich leid, dass Sie fast nur negative Erlebnisse in den deutschen Buchhandlungen hatten.

  9. Richtig, man spricht das an und wenn der Buchhändler nicht reagiert, wechselt man den Anbieter. Das habe ich vor ca. zehn Jahren aufgrund ganz miserabler Erlebnisse in mehreren Buchhandlungen getan: Ich kaufe inzwischen ausschließlich bei Amazon. Hin und wieder versuche ich es nochmal (ich habe früher Unmengen an Zeit in Buchhandlungen verbracht und eine Menge Geld da gelassen), um zu sehen, ob sich irgend etwas bessert. Tut es nicht. Schlechte bis keine Beratung, Ware kann nicht beschafft werden oder ist trotz ISBN sogar angeblich unbekannt. Neulich habe ich in einer namhaften Buchhandlung vor Ort nach Details zu einem Sachbuch im Regal gefragt. Man konnte mir keine (!) Auskunft geben und dann waren sie auch noch sauer, weil ich mir Onlinebewertungen angesehen habe, obwohl ich es vor Ort kaufen wollte.

    Nein, lasst mal. Das Gerede von schwarzen Schafen ist Augenwischerei, denn nach meinen Erfahrungen ist so etwas eher die Regel als die Ausnahme. Ich würde ja gern wieder beim lokalen Händler kaufen, aber der hat da offensichtlich kein Interesse dran.

    Der richtige Weg wäre Kundenfreundlichkeit, Kundenorientierung und Abweichen von den überzogenen Vorstellungen gegenüber Kleinverlagen. Alles andere sind nur Ausreden.

    • Ich weiß nicht genau, wie Du Dir das vorstellst, aber als Buchhändler zu jedem Buch im Geschäft Auskunft geben zu können, ist so gut wie unmöglich. So ein Gedächtnis hat einfach niemand und das hat in dem Moment nichts mit grau, schwarz oder weiß zu tun—sondern mit einfacher Menschlichkeit.
      Natürlich gibt es Ausnahmen und dass die bei Dir eher die Regel sind, ist wirklich schade. Aber denk doch bitte daran, dass wir im Buchladen auch keine Roboter sind. Es ist nicht immer möglich, alle 10 Neukunden zu begrüßen und angemessen zu beraten. Man steht 9 Stunden am Tag, muss immer höflich, nett und freundlich sein, auch wenn man wie Dreck unter den Schuhsohlen behandelt wird. Vielen ist nämlich einfach nicht bewusst, dass Personen, die im Einzelhandel arbeiten, NICHT weniger wert sind, als irgendwelche Büroarbeiter. Und dass es auch unheimlich schwierig ist, den ganzen Tag wie auf dem Präsentierteller zu sein.
      Versteh mich nicht falsch—wenn man das nicht ab kann, sollte man sich so einen Job nicht aussuchen. Und wie gesagt, dass Du ausschließlich solche Erfahrungen machst und gemacht hast, ist natürlich noch viel unschöner. Aber es sind nicht alle Buchhändler schon 30 Jahre im Geschäft und kennen den Laden und jedes Buch auswendig. Manchmal wird man kurzzeitig zur Ablösung in eine Abteilung gestellt, von der man absolut keine Ahnung hat und an anderen Tagen ist einfach persönlich die Luft raus.

      Aber danke trotzdem für Deine Kritik! Sowas zählt ja auch dazu und wenn alle immer nur Lobeslieder singen, kann sich schließlich auch nichts verändern.

  10. Mara Laue meint:

    Der Buchhändler „meines Vertrauens“ liefert mir das bestellte Buch sogar PERSÖNLICH ins Haus ohne zusätzliche Kosten. Er bemüht sich sogar, antiquarische Werke aufzutreiben und reißt sich für seine Kunden ein Bein aus.

  11. Huhu liebe Ramona,

    was für ein wundervoller Post! <3

    Ich liebe es auch in meiner lokalen Buchhandlung neue Bücher zu kaufen und unterstütze immer auch gerne kleinere Buchhandlungen. 🙂

    Ich bestelle absolut nie Bücher im Internet, außer manchmal fremdsprachige. 😀 Denn diese sind von der Regel ausgenommen und oft im Internet billiger als im Laden. Da ich viel auf Englisch und auch auf Französisch lese, bestelle ich die fremdsprachigen Bücher ab und zu im Internet.

    Vor allem nach meinem Praktikum letztes Jahr in einer Buchhandlung gemacht habe, habe ich natürlich dort einige Kontakte und liebe es mit meinen "alten Kollegen" über Neuheiten zu quatschen. 😀

    Ganz liebe Grüße,
    deine Hannah
    <3

  12. Ky van Rae meint:

    Ach ja, dieses Rumgejammere der Buchhändler. Ich kann es nicht mehr hören.
    Ist das Fernbleiben doch meist selbstgemacht und hat weder etwas mit dem bösen großen A noch mit den bösen Kleinverlagen zu tun.
    Noch vor 20 Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich beim Verlag direkt oder im Internet meine Bücher bestellen würde, aber so ist es inzwischen. Buchhandel, ja, ich geh da noch rein. Aber meistens nur, wenn mein Blutdruck zu niedrig ist, denn ich weiß, dass er dort sich extrem erhöht.

    Ich wohne in einem kleinen Kaff mitten in der Wallapampa. Um in den nächsten Ort mit Buchhandel zu kommen, muss ich entweder eine Stunde mit dem Auto fahren oder, wenn das nicht vorhanden, knappe 2,5 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Normal würde ich sagen: Kein Problem. Aber dann kommt das ABER.
    Wir haben 3,5 Buchhändler in diesem Ort. Den Großen mit dem T, den großen mit dem H, dieses halbe Ding mit dem großen W und einen kleinen Privaten (und nein, ich nenne keine Namen, die sind nämlich alles allergisch gegen Kritik).

    Egal in welchen man reinkommt (außer diesem Mischding W) man sieht im Grunde das Gleiche.
    2-5 Regale (je nach Größe des Ladens) mit immer ein und dem selben Buch.Auf den Tischen auch das was gerade „in Mode“ ist. Vielfalt, so wie früher? So dass man da durchstöbern kann? FEHLANZEIGE!

    Dann geht man irgendwann zu einem der VerkäuferInnen und fragt nach einem bestimmten Buch.
    Wenn ich Gllück habe, wird der PC angeworfen und nachgeschaut, meistens bekomme ich aber die Antwort:
    Wenn Sie es nicht finden, haben wir es nicht!
    Auf die Frage, ob sie denn so freundlich wären, es zu bestellen, machen die MtarbeiterInnen nicht etwas das Verzeichnis lieferbarer Bücher auf sondern …. ja, RICHTIG! … Amazon.
    Bücher von Kleinverlagen oder SP’lern werden grundsätzlich boykottiert, egal ob die ISBN haben oder nicht.

    Anderes Beispiel:

    Man steht unschlüssig rum, weil man weiß was man lesen will, einem aber keine Titel oder Autoren einfallen.
    Es kommt ein netter Verkäufer (ich hoffe man bemerkt die Ironie), sinngemäß folgendes Gespräch:
    Verkäufer: Kann ich Ihnen helfen?
    Ich: Ja, klar, ich suche einen Thri…lllll…eeeee….rrrrrr (bereits nach Thri… läuft der Verkäufer los und schleppt mich, zu den Frauenromanen)
    Ich bedanke mich, blätter durch und weiß schon auf Seite 4, dass es nicht mein Genre ist, denn ich will einen Thriller und keine Liebesschnulze mit Thrillerelementen. Der Verkäufer sieht mich, kommt wieder (total eifrig bei der Sache, gut gut).
    V: Nicht das richtige?
    I: Ne, ich hätte gern eines, das etwas brutaler ist und ohne Romantik.
    V: Also ein Buch für Ihren Mann?
    I: Hab ich nicht. Nein für mich.
    Verkäufer sieht mich ganz entsetzt an: Aber, Sie sind doch eine Frau.

    Da ich dieses Erlebnis nicht nur bei den Büchhändlern in meiner Nähe hatte, sondern auch in Hamburg, Frankfurt/Main und Berlin, scheint ein latenter Sexismus durchaus zur neuen Ausbildung von Buchhändlern zu gehören. Der Boykott von Kleinverlagen und Selbstverlegern scheint ja zum guten Ton der Buchhändler geworden zu sein, die sich leider auf die falsche Seite, nämlich die der Großverlage, gestellt haben.

    Das sind nur zwei Beispiele, aber durchaus die zwei Wichtigsten, zusammen mit dem Boykott von ganzen Genren durch Buchhändler, die mich ins Internet getrieben haben.

    Ob ich jetzt nun eine absolut inkompente Beratung vor Ort oder gar keine Beratung bei Amazon bekomme, ist vollkommen egal. Amazon interessiert sich nicht für mein Geschlecht, wenn sie mir Bücher anpreisen, sie interessieren sich für das was ich entweder gekauft habe oder wo ich drin gestöbert habe. Amazon liefert mich auch JEDES von mir gewünschte Buch direkt nach Hause. Ich muss also nicht erst zum nächsten Buchhänlder fahren, mir dann blödes Zeug anhören, dann ein „Haben wir nicht, aber jaaaaa wir bestellen es dann mal.“ und dann irgendwann nach 6-8 Wochen nochmal hinfahren und das Buch abholen (im besten Fall) oder frustiert nach Hause fahren, weil das Buch „Ja doch nicht angekommen ist.“.

    Kinders, ganz ehrlich: Ihr könnt doch nicht eure Kunden wie den letzten Scheißdreck behandeln, einen immer werden Teil der Literaturlandschaft schlichtweg ignoieren und euch dann hinstellen und rumjammern, dass es euch ja soooowas von schlecht geht.

    Wir hatten hier mal einen Buchhänder, durchaus auch kleine Kette, bist du hin und er hatte das Buch nicht da, er hat es besorgt. Nach spätestens 3 Tagen war das Buch da, egal ob Großverlag, Kleinverlag oder Selbstverleger, egal in welcher Sprache und egal ob ISBN oder nicht.
    DAS war noch ein Buchhändler. Da ist man gern reingegangen, dafür ist man gern 200km gefahren.
    Leider musste er Altersbedingt aufhören und hat seine Häuser an eine große Kette verkauft.
    Seitdem Scheiße. Und ja, auch die kleinen, privaten Buchhänder, auch da gibt es vielleicht noch die eine oder andere Perle, aber nicht in meiner Nähe.

    Ihr, liebe Buchhändler, habt es euch selber zuzuschreiben. Also hört auf zu jammern und ändert was an eurem Verhalten. Es sind nicht immer die anderen Schuld.

    • Dieser Post spricht mir aus der Seele.
      Als betroffener „Kleinverleger“, der sich mal die Arbeit gemacht hat, mittels Freunden in ganz Deutschland die eigenen Bücher zu bestellen, kann ich nur bestätigen, dass es den „guten“ Buchhändler fast nicht mehr gibt. Von ganzen 18 Kaufversuchen haben zwei Buchhändler direkt bei mir im Verlag nachgefragt. Das waren dann auch die zwei Händler, die sich nicht nur auf das VLB verlassen haben, sondern nach Autor/Titel gegoogelt haben – und dann auf der Verlagswebseite gelandet sind. So geht es halt auch, man muss sich nur die Mühe machen!
      Und grundsätzlich ist eines sehr Schade: Selbst wenn ein Buchhändler bestellt, dann niemals ein zusätzliches Exemplar, sondern nur das eine aus der Kundenbestellung. Und dann sich aber wundern, wenn man nur einen geringeren Rabattsatz bekommt (bei portofreier Lieferung).

  13. Mike Böll meint:

    Wie sieht es mit Büchern aus, die bei Amazon sind und keine ISBN-Nummer haben? Kann man die auch über den Buchhandel bestellen? Das ist ja eigentlich unfair, oder?

  14. Hey Ramona 🙂

    als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, habe ich meine Bücher immer(!) im lokalen Buchladen bestellt. Seit ich aber in Bremen wohne, passiert das leider seltener. Die nächste Buchhandlung hat nämlich nur so kurze Öffnungszeiten und von meinen bevorzugten Genres so gut wie nichts da. Jede andere Buchhandlung ist eine Busfahrt entfernt, so dass ich selten Lust habe dort mal hinzufahren…

    Liebe Grüße,
    Tati

  15. Ich möchte noch eine Sache hinzufügen, vieles wurde ja schon gesagt: Auch wenn man im Internet kaufen möchte, muss man nicht Amazon wählen (Was an Amazon problematisch ist, kann man an vielen Stellen nachlesen). Es gibt sehr viele „kleine“ Shops – als Beispiel seien nur mal Kohlibri oder Ocelot genannt, dazu hat fast jeder Buchladen heute eine Seite, auf der man online bestellen kann. Wie schon beschrieben, auch oft portofrei.
    Was ich auch noch bedenkenswert finde, unabhängig vom Buchhandel: Je weniger wir lokal kaufen, desto mehr verödet die Ladenlandschaft vor der eigenen Haustür. Ich finde das schade und würde mir wünschen, dass mehr Menschen die Verantwortung und auch die Macht ihrer Kaufentscheidungen bewusst wahrnehmen – und sie ernst nehmen.

    • Caro meint:

      Danke für den letzten Post. Die kleine Buchhandlung, in der ich arbeite hält sich nun seit fast 30 Jahren (nächstes Jahr ist Jubiläum, wuhu!!!)
      Neben den, für uns selbstverständlichen Dingen, wie für jeden Kunden das passende Buch zu finden (auch brutale Reisser für junge Frauen oder Liebesschnulzen für Männer), uns für solche Beratungen lange Zeit zu nehmen, dem Kunden zuzuhören und über unsere Großhändler zu bestellen, haben wir auch täglich damit zu tun alte, vergriffene, ausländische und Bücher von Kleinstverlagen zu bestellen. Für uns gehört das zum guten Ton und unsere Kunden schätzen das sehr. Es macht mich traurig, dass es wohl in vielen Buchhandlungen nicht so ist.
      Ich hab auch schon einige Kollegen erlebt, die überrascht waren, als ich wegen Fragen zu einem Buch direkt beim Verlag angerufen hab und haben selbst gar nicht daran gedacht. Das ist immer mein erster Schritt, direkt nach der Internet Recherche. Wir tun was wir können, kaufen selbst bei Händlern im Ort, verkaufen auch eBooks und machen Beratungen zu Testern. Selbst meine Kolleginnen, die wenig Technik affin sind, bemühen sich. Wir halten unsere Kunden so seit Jahren und haben zu vielen mittlerweile ein super Verhältnis. Ich wünschte jeder Buchhändler würde das so machen. Die Kunden so bedienen, wie man selbst bedient werden möchte.

  16. Hallo,
    dein Beitrag gefällt mir sehr gut. Fast schade, das so viele immer noch so unwissend einfach im Internet bestellen, weil sie, was du oben so toll beschrieben hast nicht wissen. Gerade die Deutsche Buchpreisbindung scheint irgendwie ein für viele ein Brief mit sieben Siegeln zu sein, ich bekomme das von „Wenig-Lesern“ öfter mal mit. Dabei ist es doch so einfach und gleichzeitig noch so bequem zu wissen, dass ich überall und immer das gleiche zahle.

    Viele liebe Grüße,
    Rena

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  1. […] Ramona von Kielfeder hat fünf Tatsachen über den lokalen Buchhandel zusammengefasst, die vielleicht noch nicht jeder auf den Schirm hatte. Also – kauft auch lokal, nicht nur beim großen A! Zwar bin ich leider nur selten dort, aber ich liebe die Buchhandlung hier bei uns, insbesondere das Regal mit den Empfehlungen der Mitarbeiter – da kommt man auch an Schätze, auf die ich so nie gekommen wäre. Und wenn ihr noch mehr Überzeugung braucht, dann lest den Bericht von Pinkfisch, über den schönsten Beruf der Welt. […]

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