Rezension: Der Glücksdiabetiker

Lars Lindigkeit – Der Glücksdiabetiker



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Kurzbeschreibung:
Von der Freundin verlassen.
Von allen guten Geistern auch.
Und plötzlich ist er Popstar…

Mit den Gaststars Robbie Williams, Jürgen Drews und Thomas Gottschalk.

Wieso wurde auf meinem Konto jeden Monat mehr Geld abgebucht als gutgeschrieben? Weshalb wollen Frauen von mir immer nur das eine – nämlich dass ich ganz schnell verschwand? Warum drückte ich jedes Mal wieder an Pickeln im Gesicht herum, obwohl ich ganz genau wusste, dass sie dadurch nur viel schlimmer wurden?
Ich hätte eine Liste der Niederlagen aufstellen können, länger als Tolstois „Krieg und Frieden“ im Großdruck.

Und jetzt hatte ich auch noch diesen blöden Brief an Sonja geschrieben.


Geschichten die das Leben schreibt…


Er ist am tiefsten Tiefpunkt überhaupt angelangt.
Seine Liste der Niederlagen könnte nicht länger sein und jetzt hat er auch noch seine Freundin mit aller Macht vergrault.
Doch im nüchternen Zustand sieht er seine Fehler ein und schreibt einen Song. Denn er hat die Diagnose: Er ist Glücksdiabetiker.
Und sein Insulin: Seine verflossene Freundin.
Nun setzt er alles daran, sie zurückzuerobern. Dabei stellt ihm dieser Song mehr Beine, als das er ihm hilft.
Doch hinterher ist man immer schlauer – in vielen Dingen…


Mit einem unverwechselbaren Humor lässt Lars Lindigkeit die größten Peinlichkeiten, die größten Gefühle und die wohl größten Fehltritte erleben.
Er schreibt seiner Figur einen authentischen, ein bisschen tollpatschigen Charakter auf den Leib, den der Leser schnell liebgewonnen hat.


Allein die Sprache ist es, bei welcher ich phasenweise gestolpert bin.
Doch die gehört wohl zu diesen speziellen Orten, wie das Gelbe zum Ei. Da kann man auch keinen Vorwurf draus drehen. Nur war die Ausdrucksweise streckenweise schon sehr rau und ruppig.
Dennoch ist auch hier der Situationshumor nicht verloren gegangen…


Die vielen optischen Highlights wie Zeitungsausschnitte, Listen und Musiknoten beleben das Buch und machen es erst richtig interessant. Es sieht manchmal aus, wie aus einem Notizbuch geklaut. Mit Smileys, verschiedenen Schriften und Zeichen verziert.


Ich habe beim Lesen viel gelacht und geschmunzelt.
Dieses Buch hat viele Facetten gleichzeitig: Es ist schrill, skurril = einfach anders!


Bitte selbst lesen!


Bewertung:


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Eichborn Verlag!
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Rezension: Copy Man

Markus Henrik – Copy Man



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Kurzbeschreibung:
Wie bitte?
14 Tage umsonst zur Probe arbeiten? Voller Arbeitseinsatz? Win-Win-Situation? Vielleicht für seine Firma und ihn persönlich. Das Grinsen der beiden Kinder auf dem Familienfoto auf der Fensterbank wurde hämischer. Der Menschenfänger Kremer rückte meine Bewerbungsunterlagen pedantisch zurecht und blickte mich erneut erwartungsvoll an. Anstatt in sein Gesicht schlug ich in seine Hand ein und nahm das Angebot an.


Witzig, authentisch, ehrlich!


Anton hat es geschafft. Endlich hat er ein Vorstellungsgespräch für eine Festanstellung. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Bevor er fest arbeiten darf, stehen ihm noch eine zweiwöchige unbezahlte Probezeit und der Kampf gegen zwei Mitstreiter im Weg.
Doch er denkt, er macht ja alles richtig. Zwar hat er bei den Umfragen geschummelt und für die Verkaufsgespräche seine Freunde angerufen, aber das merkt doch niemand.
Von den Vorgesetzten wird er in seiner Probezeit nur herum gescheucht und wirklich etwas lernen, tut er auch nicht.
Dennoch freut er sich auf den Tag der Entscheidung – und wird vor die Tür gesetzt-
Als er zufällig hört, dass seine beiden Mitstreiter den Job ebenfalls nicht bekommen haben, sinnen sie auf Rache.
Und bringen die FigView AG damit ganz schön in Bredouille…


Eine Geschichte, wie ich sie so noch nicht gelesen habe…
Das Thema fand ich interessant und musste das Buch dann einfach lesen!


Die Sprache ist so pikant gewürzt mit einer ausgewogenen Mischung aus Witz und Ironie, man muss einfach zwischendurch die Mundwinkel nach oben ziehen!
Der Autor bleibt diesem Stil auch den ganzen Roman über treu, sodass es nie langweilig zu werden droht.


Einen großen Pluspunkt bekommt auch die kreative Handlung von mir. Mit immer wieder neuen, noch kurioseren Einfällen hält Markus Henrik die Geschichte lebendig und macht sie unheimlich abwechslungsreich.
Es gibt kein Blut, nichts mit Mord und Totschlag und doch ist die Geschichte spannend. Es ist die Situationskomik und der Einfallsreichtum, welchen die Protagonisten an den Tag legen, die mich überzeugt haben.


Dieser Roman ist ehrlich, beschönigt nichts und vor allem auch authentisch. Denn Anton ist wie unser bester Kumpel. Er verbringt Zeit im Internet und plötzlich sind 4 Stunden für das herum klicken bei Videoclips vergangen. Und er hat auch ein Gewissen: Er möchte keine alten Rentner übers Ohr hauen und ihnen irgendwelchen Quatsch zu vollkommen unsinnigen Preisen andrehen.


Dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert – nicht nur für Praktikanten, auch für Chefs, Eltern, Lehrer und alle, die sonst noch Interesse daran haben!


Bewertung: