Rezension: Schlusstakt

Arno Strobel – Schlusstakt


Strobel Schlusstakt

Kurzbeschreibung:

Für Vicki scheint ein Traum wahrgeworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Vickis Mitbewohnerin Carolin wird am Strand gefunden – erschlagen.
Wer ist zu so einer Tat fähig? War es einer der Kandidaten, die Carolin in den Fights aus dem Wettbewerb gedrängt hat? Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein…

Mangelhaft

Dies war mein erster Jugendthriller von Arno Strobel, doch durch seine Bücher für Erwachsene weiß ich sehr gut, zu welchen Spannungshöchstleistungen er fähig ist.
Leider hat gerade dieser Aspekt mir hier sehr gefehlt. Es passiert nicht mehr als das, was auch schon im Klappentext angekündigt ist
Die Rahmenhandlung ist ganz nett. Sie hat mich unterhalten und ich fand es authentisch. Klar wurden natürlich alle Klischees verarbeitet, die es über eine Castingshow nur irgendwie gibt. Und die fehlende Tiefe schreibe ich der Tatsache zu, dass es eben auch jüngere Leser unterhalten soll.

Die Sprache hat mich das Buch rasch verschlingen lassen und das ist wirklich ein Wert, den man bei ihm immer wiederfindet. Darauf kann man sich in jedem seiner Bücher freuen.

Ich für meinen Teil war bisher mehr überzeugt von den Büchern für Erwachsene. Zwar war es schnell gelesen, aber es war ok. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht ist es auch für eine jüngere Zielgruppe passender, wenn der Thrilleranteil nicht allzu groß ist.
Kann man als Strobel-Fan lesen, muss man aber nicht.
Wenn man den Autor noch nicht kennt, ist das sicherlich eine begründete Möglichkeit, danach nie wieder ein Buch von ihm in die Hand zu nehmen.

Kaufen: amazon.de
Format: Taschenbuch
ISBN: 9783785578650 Bewertung:
Erscheinungstermin: März 2015
Verlag: Loewe Verlag
Übersetzer:


Rezension: Egal wohin

Franziska Moll – Egal wohin


egal wohin

Kurzbeschreibung:

Jo zählt die Tage, bis sie nach Kreta auswandern kann – endlich 18 Jahre alt, endlich unabhängig, endlich frei. In Kreta möchte sie ein neues Leben anfangen, mit Koch, ihrem Kumpel aus dem Restaurant, in dem sie kellnert. Doch als dieser verschwindet, sieht Jo, dass Koch nicht der einzige Mensch ist, dem Jo am Herzen liegt. Der unscheinbare, geradezu unsichtbare Amar ist es, der sich nun um Jo kümmert, bei ihr bleibt, egal, wie sehr sie ihn von sich stößt. Der ihr die Schönheit des Lebens zeigt, wie nur er sie sehen kann.

Und am Ende bleibt nur Stille

„Egal wohin“ ist nicht mein erstes Buch der Autorin.
Vorher habe ich auch schon „Was ich dich träumen lasse“ gelesen.
Daher war mir im Vorhinein ungefähr klar, dass ich hier kein „normales“ Buch erwarten kann.
Zu Beginn fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht leicht.
Das kann ich einerseits mit dem Aufbau der Geschichte begründen. Man startet mitten in der Geschichte. Ohne Hintergründe, ohne Wissen, ohne alles. Wirklich nichts wird dem Leser geschenkt und man ist voll und ganz auf die wenigen Brocken angewiesen, die von der Autorin zugeteilt werden. Das hat mir den Einstieg etwas erschwert, weil ich lange Zeit orientierungslos in der Luft hing.
Andererseits war der Kontakt mit der Protagonistin zu Beginn nicht sehr einfach für mich. Johanna ist kein fröhlicher Mensch. Und das lässt sie den Leser und ihre Umwelt spüren. Sie vermeidet es tunlichst, irgendwem zu nahe zu kommen.
Genau an der Stelle wird es dann aber auch spannend, denn natürlich will man wissen, was sie umtreibt und woher dieser sehnliche Fluchtwunsch kommt.

Ihre Art zu Denken und zu erzählen ist sehr knapp und abgehackt. Ihre Sätze sind schlicht und melancholisch. Traurig und wütend. Niemals kann sie auch nur in Erwägung ziehen, dass jemand es ehrlich mit ihr meint. Sie legt es darauf an, ihre Begegnungen auf das allernötigste zu beschränken.
Dieser Stil wird mit der Weile sehr eingehend und fesselnd. Wenn man sich darauf einlässt, erfährt man viel über Johanna. Möchte hinter ihre Fassade schauen. Möchte ihr die Last auf den Schultern erleichtern. Ich habe mit ihr gelitten und gebangt, wo ich doch eigentlich so wenig von ihr weiß.
Aber das muss eine besondere Gabe der Autorin sein. Dem Leser die Figuren vertraut zu machen, ohne ihnen besonders viel mitzuteilen.

Auch wenn die Geschichte nicht sonderlich lang ist, so hat sie mich dennoch bewegt.
Ich sitze jetzt einfach nur da und lasse meine Gedanken fließen. Alles ist still.
Ich hoffe, Johanna kann ihren Frieden finden.
Und ich kann euch dieses Buch nur empfehlen.

Kaufen: amazon.de
Format: Hardcover
ISBN: 9783548286617 Bewertung:
Erscheinungstermin: 09.03.2015
Verlag: Loewe Verlag
Lesepobe: HIER klicken


Rezension: Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?

Mara Andeck – Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?


mara andeck-liebe antwort frage

Kurzbeschreibung:

Lilia hat Tom erobert. Oder hat Tom Lilia erobert? Egal. Fest steht: Was aussah wie ein Happy End, macht zwar durchaus happy, aber zu Ende ist damit gar nichts. Jetzt fangen Lilias Probleme nämlich erst an. Zurück zu Hause muss sie feststellen: Nicht nur Eltern und Lehrer, auch beste Freundinnen und kleine Schwestern können ganz schön komisch werden, wenn man einen Jungen küsst. Und plötzlich hat Lilia ganz viele Fragen: Was kommt eigentlich nach dem ersten Kuss? Der zweite, klar, und dann der dritte, der vierte … Aber danach? Lilia muss unbedingt herausfinden, wie sie, das Leben und die Liebe zusammenpassen. Diesmal kann und will sie sich nicht auf ihr Bücherwissen verlassen. Jetzt muss sie selbst ran und eigene Erfahrungen machen. Wenn man sie nur lassen würde…

Hinreißend witzig!

Ich muss vorweg nehmen, dass ich irgendwie ein wenig traurig bin, dass es mit Lilia und Tom jetzt vorbei ist.
Hatte ich mit den beiden doch eine sehr lustige und spannende Zeit, in der ich sie beim Erwachsenwerden beobachtet habe.
Und Lilia ist definitiv älter geworden.
Komisch, dass das einer meiner ersten Gedanken war.
An der Stelle hat die Autorin eindeutig etwas richtig gemacht, denn sie hat ihrer jungen Protagonistin in jedem Buch die zum Alter passende Stimme gegeben.

Die Geschichte ist einfach nur süß und witzig. Keinesfalls kitschig oder überladen.
Sie ist einfach nur ein buntes, kreatives Chaos im Kopf eines lebensfrohen Teenagers.
Lilia führt kapitelweise ihr „Lexikon der Liebeswörter“ auf, in welchem sie sehr unterhaltsame und auch passende neue Begriffe für bisher unbenannte Phänomene findet.

Ich habe so viel gelacht und war zum Ende hin sehr traurig, als es plötzlich vorbei war.
Aber es stimmt, wir können unsere eigene Liebesgeschichte erleben. Das müssen wir sogar.

Das Cover passt ganz wunderbar zu den beiden Vorgängerbüchern und es reiht sich auch innen optisch passend in die Reihe ein.
Die Gestaltung ist verspielt und fantasievoll, aber von anderen, erwachseneren Gedanken getragen.

Danke, für diese schönen Bücher, liebe Mara Andeck, die sich so leicht lesen ließen!

Kaufen: amazon.de
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-414-82378-6 Bewertung:
Erscheinungstermin: 14.02.2014
Verlag: Boje Verlag
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Rezension: Der Weg der gefallenen Sterne

Caragh O’Brien – Der Weg der gefallenen Sterne


Der Weg der gefallenen Sterne

Kurzbeschreibung:

Gerade hat Gaia in der Siedlung Sylum eine neue Heimat gefunden, da steht sie schon wieder vor großen Veränderungen. Denn die Menschen von Sylum leiden an einer sonderbaren Krankheit: Sie können den Ort nur um wenige Meilen verlassen, bevor sie lebensgefährliche Schwächeanfälle erleiden. Ein Hinweis in den Aufzeichnungen ihrer Großmutter zeigt Gaia jedoch, wie sie dieser großen Gefahr entfliehen können. Und so begibt sie sich mit einer Gruppe Siedler auf die gefährliche Reise zurück zu dem Ort, dem sie einst entflohen ist – der Enklave, der Stadt hinter der Mauer. Weder die junge Gaia noch ihre Gefährten wissen, was sie dort erwartet…

Abschlussband, von dem ich mehr erwartet hätte…

Nachdem „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ und „Das Land der verlorenen Träume“ so sehr begeistert hatten, ist der letzte Teil dieser Trilogie um Gaia Stone etwas weniger stark als erwartet ausgefallen.

Die gewohnte Spannung und die gewohnt schnelle Entwicklung der Ereignisse haben mir etwas gefehlt.
Der Schreibstil von Caragh O’Brien lässt sich unverändert leicht lesen, doch es fehlte ihrer Geschichte an Substanz. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll.
Das Buch ist nicht sehr dick und doch gibt es einige Szenen, die die Handlung einfach nicht weiterbringen. Überraschende Momente gibt es nur selten.
Auch Gaias schwierige Beziehung zu verschiedenen jungen Männern wird wieder aufgegriffen. Auch wenn sie sich letztlich für Leon entschieden hat, so kommt doch zwischen den beiden keine Romantik zustande. Gaia blockt alles ab, was ich sehr schade finde, denn es lässt sie sehr unnahbar wirken. Sie kann sich nicht mehr weiterentwickeln.

Was mir auch etwas gefehlt hat, war die Aufarbeitung der ersten beiden Bücher. Bei einer Reihe oder Trilogie wird meist zu Beginn das Vorwissen aus den anderen Büchern geschickt mit der laufenden Handlung aufgefrischt. Da das Lesen von Teil 1 und 2 bei mir schon etwas zurückliegt, habe ich mich mit dem Einstieg sehr schwergetan. Figuren waren mir nicht mehr vertraut und ich war auch sonst sehr unwissend.

Insgesamt plätschert die Geschichte so vor sich hin. Sie ist ganz nett und es ist auch gut, dass ich die Trilogie mit diesem Buch für mich abgeschlossen habe.
Aber alles in allem hat das Buch für mich keine großen Überraschungen bereitgehalten.
Wie gesagt, ich habe die Reihe für mich abgeschlossen und das ist auch gut so. Begonnene Geschichten ohne Ende sind nicht schön.

Kaufen: amazon.de
Format: Hardcover
ISBN: 9783453534544 Bewertung:
Erscheinungstermin: k.A.
Verlag: Heyne
Übersetzung: Oliver Plaschka


Rezension: Matchbox Boy

Alice Gabathuler – Matchbox Boy




„Matchbox Boy“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Nutte.
Heilige.
Falsche Schlange.
Plötzlich stehen diese Namen im Netz. Wer ist gemeint? Und wer ist der geheimnisvolle Matchbox Boy, der ihre Bestrafung fordert? Es ist ein Spiel mit dem Feuer, das drei gelangweilte Freundinnen am Pool starten – und das völlig außer Kontrolle gerät. Aus Tätern werden Opfer. Aus Opfern Täter. Bald liegt das Schicksal aller allein in den Händen einer anonymen Netzgemeinde.


Grausamste Enthüllung geheimster Gedanken…


„Matchbox Boy“ ist ein Buch, was mich sprachlos zurücklässt. Ich habe es gerade zugeklappt und vermag meine Gedanken nicht in Worte zu fassen.


Das Buch ist die Realität tiefster und verstecktester Albträume: Die eigenen Geheimnisse auf dem Präsentierteller angerichtet, einer gierigen, anonymen Masse dargeboten.
Dazu kommt jedoch, dass die Grenzen zwischen Opfern und Tätern verwischen und undeutlich werden.


„Matchbox Boy“ ist grausam und schonungslos.
Und man fiebert als Leser mit. Ob man will oder nicht. Man muss wissen, was aus den Protagonisten wird. Zwar bleiben einige Details im Unklaren, aber man ist gefangen in dem perfiden Spiel, was zwischen Tätern und Opfern, Opfern und Tätern stattfindet.


Alice Gabathuler schafft es, den Leser vollkommen in die Geschichte einzuweben. In Form von kleinen Umfragefenstern wird man selbst vor die Möglichkeit gestellt, zu wählen.
Wie würde man sich selbst entscheiden?
Würde man spielen?
Würde man nur mal schauen, wie weit der geheimnisvolle Matchbox Boy gehen würde?
Repräsentativ sind auch die Chatgespräche, die sich aus den verschiedenen Positionen automatisch ergeben. An ihnen zeigt die Autorin sehr wirkungsvoll, worauf es letztendlich hinauslaufen würde.


„Matchbox Boy“ ist eine ernste Stellungnahme zum Top-Aktuellen Thema des Internetmobbings. Das sind Dimensionen, die man sich selbst gar nicht vorstellen möchte. Aber der Autorin gelingt ist, den mahnenden Zeigefinger nicht in den Vordergrund zu stellen, sodass es nicht zu einer Predigt wird.
Sie liefert Spannung und Thrill und regt ihren Leser unbewusst zum Mitdenken an.
Für mich ein guter Grund, dieses Buch für jugendliche und erwachsene Leser zu empfehlen.


Bewertung:

Rezension: Zu schnell

John Boyne – Zu schnell




„Zu schnell“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
„Danny sieht einem sorglosen Sommer entgegen. Doch dann wird seine Mutter von der Polizei nach Hause gebracht: Sie hat einen kleinen Jungen angefahren, der nun im Koma liegt. Und auf einmal ist alles anders.“


Kurz und spannend


Dieses Büchlein ist mein erstes des Autors und ich war sehr erstaunt, als ich es erstmals in den Händen hielt. Es ist wirklich sehr schmal und sehr klein, fast schon zerbrechlich.
Man muss sorgfältig damit umgehen.
Aber dieses fragile Erscheinungsbild passt gut zur Geschichte, die John Boyne auf nur wenigen Seiten erzählt.
Auch der Titel passt gut. Viel „Zu schnell“ ist das Buch schon wieder aus. Die große Schrift und die knappen 100 Seiten sorgen nicht gerade für eine raumgreifende Geschichte.
Und dennoch hat der Autor es geschafft, mich auch mit diesen wenigen Seiten nicht zu langweilen.


Die Geschichte ist aus Kindersicht erzählt. Das zieht einen sehr einfachen und auch sehr ungetrübten Blick auf die Ereignisse nach sich. Aber dass Kinder diesen einzigartigen Blick auf die Welt haben, kommt diesem Buch nur zugute. Hier wäre jede blumige Ausdrucksweise völlig fehl am Platz.


Die Story ist wirklich arg kurz geraten.
Die Ereignisse überschlagen sich in schneller Abfolge und oft habe ich mir etwas Luft zum Atmen gewünscht. Zeit, um das Gelesene zu ordnen und zu verarbeiten. Selbst wenn das beabsichtigt ist, manchmal erschien es mir einfach unpassend.


Man kann kaum etwas erzählen, weil man sonst auf den Inhalt zurückgreifen müsste und so viel ist davon nicht vorhanden.
Ich kann nur sagen, dass mich Danny in seiner Handlungsweise beeindruckt hat. Selbst wenn er noch klein ist, hat er es geschafft, sich eine eigene „Meinung“ zu bilden. Der Begriff ist etwas hochgesteckt, doch anders kann ich es nicht bezeichnen. Er hat etwas geleistet, was den Erwachsenen nicht gelungen ist und dafür verdient er meinen Respekt.


Eine recht kurzweilige und dennoch spannende Story.
John Boyne gelingt es, auf diesen wenigen Seiten sehr viel zu vermitteln.


Bewertung:

Rezension: Legend. Fallender Himmel

Marie Lu – Legend. Fallender Himmel




„Legend. Fallender Himmel“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.


Spannend und einfallsreich!


Marie Lu erfindet mit ihrem Trilogie-Auftakt „Legend. Flammender Himmel“ das Rad nicht neu, aber sie hat es geschafft, alten Stoff auf spannende, neue Weise zu verpacken.


Mit der abwechselnden Beschreibung der Situation aus Days und Junes Perspektive bekommt der Leser einen umfassenden Einblick in die persönliche Gefühlswelt der Protagonisten, aber auch in die Ausmaße des Regimes. Es wird aus zwei verschiedenen Blickwinkeln geschildert, sodass man lernt, beide Seiten für ihre Gedanken und Gefühle zu verstehen.
Aber nicht nur der Leser muss sich in Geduld und Einsicht üben, auch die Hauptfiguren lernen erst allmählich, was es heißt, zu respektieren.


Aufmerksam wird man auf jeden Fall auch durch den Blick fürs Detail. Als Leser bekommt man einen sehr intensiven Einblick in diese neue und unbekannte Welt.
Nicht nur in Regeln und Gesetze, auch viel Szenerie hat die Autorin geschickt eingebunden. So ist ein rundum fesselndes Kopfkino möglich!


Mit „Fallender Himmel“ hat die Autorin eine unglaublich spannende Dystopie mit vielschichtigen Charakteren geschaffen.
Sie unterhielt mich einen Tag lang so gut, dass ich danach ein unglaubliches Verlangen nach dem zweiten Teil entwickelte…
Für alle Fans des Genres auf jeden Fall ein Buch, an dem man nicht vorbeikommt!


Bewertung:


Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei Buecherkinder.de

Rezension: Spenderkind

Katrin Stehle – Spenderkind




„Spenderkind“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Lina hat tolle Eltern und um ihren Freund Julian wird sie von vielen beneidet. Aber EIN Tag kann ALLES verändern. Der Tag, an dem Lina erfährt, dass ihr Vater nicht ihr biologischer Vater ist. Ist er dann überhaupt noch ihr Vater? Und als wäre das nicht schon verwirrend genug, fühlt Lina sich plötzlich zu Nick genauso hingezogen wie zu Julian. Was zählt mehr – das Alte oder das Neue, die Gene oder die Gefühle? Lina muss unbedingt herausfinden, wohin sie gehört.


Berührend!


Von Katrin Stehle bin ich seit dem Lesen von „Das Gegenteil von fröhlich“ anspruchsvolle Jugendliteratur gewohnt.
Auch hier greift sie ein Thema auf, was zwar jedermann kennt, aber worüber man sich nur weniger bis gar keine Gedanken macht: Samenspenden.
Für die meisten Menschen dürfte dieser Begriff eine rein technische Aussage haben, die eben Paaren zu Hilfe kommt, die auf natürlichem Wege kein Kind bekommen können.
Theoretisch ist das natürlich auch richtig, aber wer macht sich Gedanken über das Kind hinter dieser Spende?
Wie fühlt es sich an; mit welchen inneren Konflikten hat man zu kämpfen?
Dem geht Katrin Stehle hier auf den Grund.


Wer auf Theorien gefasst ist, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Im Vordergrund steht eindeutig die Suche nach sich selbst, wenn man erfahren hat, dass man das Ergebnis einer Samenspende ist.
Die Autorin geht mit dem Thema sehr behutsam um, führt den Leser langsam heran und lässt ihm auch Zeit, sich seine eigene Meinung zu bilden, Lina auch eventuell gedankliche Ratschläge zu geben. Das Mädchen ist nach der Nachricht natürlich gefangen zwischen den unterschiedlichsten Selbstzweifeln und dennoch entwickelt sie sich mit dieser schwierigen Situation gemeinsam weiter.
Es ist ein Kampf, der auch am Ende des Buches noch nicht ausgetragen ist, weshalb es sehr offen bleibt.


„Spenderkind“ hat mich berührt und mich dazu aufgefordert, mir selbst Gedanken zu machen.
Es fällt mir gerade unheimlich schwer, meine Meinung zu formulieren, weil sie sich kaum in Worte fassen lässt.


Bewertung:

Rezension: Das Land der verlorenen Träume

Caragh O’Brien – Das Land der verlorenen Träume




„Das Land der verlorenen Träume“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe…


Neue Abenteuer für Gaia!


Nachdem Teil 1 „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ mich schon so begeistert hat, wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit der Geschichte denn nun weitergeht.
Um die Fortsetzung zu verstehen, sollte man auch unbedingt bei der richtigen Reihenfolge der Bücher bleiben.


Gaia muss sich in diesem Buch zu einem großen Teil selbst finden.
Das ist anstrengend für sie, aber zeitweise auch für den Leser. Sie wirkt manchmal etwas blass, auch als hätte sie die Zielstrebigkeit und den Mut verloren, den sie im ersten Buch noch bewiesen hat.
Auch muss sie sich ihrem eigenen Herzen und der darin brennenden Leidenschaft stellen. Doch leider wird ihr die Entscheidung nicht leicht gemacht, da sich zeitweise sogar eine Vierecksbeziehung anzubahnen droht…
Leider war auch ich, als Leser, völlig hin und her gerissen und wusste nicht, wofür mein Herz schlägt.


Der Schreibstil von Caragh O’Brien macht immer Lust auf mehr.
Es wird nie langweilig und es warten immer neue Ideen darauf, entdeckt zu werden.
Und es ist interessant zu sehen, wie ein Mädchen das Denken einer ganzen, kleinen Gesellschaft zu ändern vermag!


Das Cover schließt sich optisch passend an „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ an, was sich natürlich für das Auge sehr gut macht, aber auch einen Wiedererkennungswert ausmacht. So erkennt man gleich auf den ersten Blick die Zusammengehörigkeit.


Das Ende hätte nicht schneller und unvorhergesehener kommen können. Jetzt stehe ich wieder genau da, wo ich am Ende von Teil 1 auch stand: Mit einem unbefriedigenden Ende und keiner Hoffnung, auf möglichst baldige Auflösung…


Bewertung:


Dieses Buch habe ich für Buecherkinder.de rezensiert.

Rezension: Rebellen der Ewigkeit

Gerd Ruebenstrunk – Rebellen der Ewigkeit




„Rebellen der Ewigkeit“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Was, wenn die Ewigkeit nur einen Wimpernschlag entfernt ist …?
Der internationale Konzern Tempus Fugit hat den Zeithandel kommerzialisiert. Lebenszeit zu kaufen und zu verkaufen ist nun für jedermann möglich. Doch ist diese Technologie wirklich so ungefährlich, wie Tempus Fugit behauptet? Oder gibt es bereits Risse in der Realität, die so verheerend sind, dass sie die Welt über kurz oder lang ins Chaos stürzen, wie es die Geheimorganisation Rebellen der Ewigkeit prophezeit?
Der junge Willis gerät zwischen die Fronten eines Krieges, der sich im Verborgenen abspielt – und muss sich für eine Seite entscheiden. Doch sein Schicksal ist weit tiefer mit beiden Seiten verbunden, als er ahnt …


Unverwechselbar ideenreich!


Gerd Ruebenstrunk wusste mich schon mit seiner „Arthur“-Trilogie zu begeistern und zu fesseln, weshalb ich mich natürlich auch auf sei neuestes Werk sehr freute.
Der Titel und die Kurzbeschreibung klingen vielversprechend und es war nur eine Frage der Zeit, bis mich das Buch vollständig in seinen Bann gezogen hatte.


Fantastische Elemente harmonieren wunderbar mit dem gesellschaftskritischen Ton des Buches.
Geschickt hat der Autor verschiedene Lebenseinstellungen und Charaktere zu einer unverwechselbaren Melodie zusammengefügt.
Allerdings wirkt das manchmal schon etwas ZU konstruiert und passend. Spannungen und Konflikte fehlen. Ansonsten kann man nur sagen, dass jedes Puzzleteil passt und stimmig mit der Rahmenhandlung eins wird.
Zu Beginn verwirrten mich die eingeschobenen Handlungsbruchstücke von verschiedenen Orten etwas, doch nach und nach begreift man die Zusammenhänge.


Der Autor überzeugt auch in diesem Buch wieder mit seiner äußerst bildhaften und umfangreichen Sprache. Allerdings geht diese oft auch sehr ins Detail, wo es fraglich ist, ab welchem Alter der Magen stark genug für diese Art der Beschreibung ist…


Das Cover konnte mich nicht überzeugen. Es ist meiner Meinung nach emotionslos und nicht wirklich mit dem Titel zu assoziieren. Hier hat der Designer keine Glanzleistung vollbracht.


Nichtsdestotrotz hat mich die Handlung überzeugt und begeistert, denn Gerd Ruebenstrunk hat mir wieder einmal bewiesen, dass er eine Menge Einfallsreichtum und eine zuverlässige Nase für gute Geschichten hat!


Bewertung:

Dieses Buch habe ich für die Seite Buecherkinder.de rezensiert.