Rezension: Kalte Stille

Wulf Dorn – Kalte Stille



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„Kalte Stille“ bei amazon.de


Kurzbeschreibung:
Eine Tonbandaufzeichnung, die in abrupter Stille endet – unerträglicher Stille. Mehr ist Jan Forstner von seinem kleinen Bruder nicht geblieben. Vor dreiundzwanzig Jahren ist Sven spurlos verschwunden. In derselben Nacht verunglückte auch sein Vater unter rätselhaften Umständen. Beide Fälle konnten nie aufgeklärt werden.
Als Jan gezwungen wird, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Ein mysteriöser Selbstmord führt ihn zu einem schrecklichen Geheimnis.


Ein spannender Thriller mit dem gewissen Etwas…


Jan Forstner ist nur noch eine Tonbandaufzeichnung vom rätselhaften Verschwinden seines kleinen Bruders geblieben. Eine Aufzeichnung, die in furchtbarer Stille endet.
Die Stille verfolgt Jan auch heute noch. Er kann das Trauma seiner Kindheit nicht überwinden, da nur wenige Tage nach dem spurlosen Verschwinden seines Bruders, sein Vater ums Leben kam. Er starb in seinem Auto, mit dem er zu einem bis heute unbekannten Ziel unterwegs war.
Jan kehrt an den Ort seiner Kindheit zurück, als er ein gutes Jobangebot erhält. Man will ihm wieder auf die Beine helfen, vorausgesetzt, er stellt sich in einer Therapie seiner Vergangenheit.
Jan muss sich überwinden und wandelt wenig später tatsächlich auf den Spuren der schrecklichsten zeit seines Lebens.
Doch damit scheint er die Schatten der Vergangenheit zurückzuholen.
Jan glaubt schon bald nicht mehr an Zufälle…


Wulf Dorn hat einen sehr angenehmen Schreibstil und das Buch ließ sich von mir gut weglesen.


Mit seinen Charakteren hat er es sich zeitweise sehr einfach gemacht: Ohne viel Federlesen hat er Vergleiche herangezogen, um dem Leser auf die Schnelle ein gutes Bild des jeweiligen Charakters zu geben.
Damit bleiben die Figuren aber allesamt ein wenig oberflächlich, was mich jetzt aber nicht weiter gestört hat.
Die Handlung ist gut durchdacht, mit vielen Stolperstellen und falschen Fährten.
Zwischendurch hatte ich ein wenig das Gefühl, mit Namen und Ereignissen ein wenig den Überblick verloren zu haben.
Doch das wurde ganz schnell wieder ausgemerzt, weil der Autor niemals seine Bezugspunkte verliert. Er geht nochmals drei Schritte zurück, erläutert nochmal etwas und schon hat man den Faden wieder fest im Griff.


Ich habe mir während des Lesens auch wirklich viele Fragen gestellt. Bezüglich der Verbindung der Personen untereinander, dem Einfluss der Charaktere auf die Vergangenheit und die Gegenwart…
Und letztlich haben sich alle meine Vermutungen als falsch erwiesen…


Und diese Geschichte befasst sich auch nicht nur mit Jan Forstners Suche nach der Wahrheit. Das wird zeitweilig sogar fast schon zur Nebensache, als das Leben der Nathalie Köppler in den Fokus der Erzählung gerät.
Erst fragt man sich, wie das denn nun noch zusammenpassen soll…
Doch mit der Zeit fügt sich die Geschichte immer mehr in die eigentliche Handlung ein, bis sie sogar nahtlos und ohne Probleme mit einander verschmelzen.
Da hat der Autor eine faszinierende Hürde genommen und mich persönlich sehr überrascht.


Für mich ist Wulf Dorn eine sehr empfehlenswerte Neuentdeckung im deutschen Thriller-Repertoire!


Bewertung:

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