Rezension: Egal wohin

Franziska Moll – Egal wohin


egal wohin

Kurzbeschreibung:

Jo zählt die Tage, bis sie nach Kreta auswandern kann – endlich 18 Jahre alt, endlich unabhängig, endlich frei. In Kreta möchte sie ein neues Leben anfangen, mit Koch, ihrem Kumpel aus dem Restaurant, in dem sie kellnert. Doch als dieser verschwindet, sieht Jo, dass Koch nicht der einzige Mensch ist, dem Jo am Herzen liegt. Der unscheinbare, geradezu unsichtbare Amar ist es, der sich nun um Jo kümmert, bei ihr bleibt, egal, wie sehr sie ihn von sich stößt. Der ihr die Schönheit des Lebens zeigt, wie nur er sie sehen kann.

Und am Ende bleibt nur Stille

„Egal wohin“ ist nicht mein erstes Buch der Autorin.
Vorher habe ich auch schon „Was ich dich träumen lasse“ gelesen.
Daher war mir im Vorhinein ungefähr klar, dass ich hier kein „normales“ Buch erwarten kann.
Zu Beginn fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht leicht.
Das kann ich einerseits mit dem Aufbau der Geschichte begründen. Man startet mitten in der Geschichte. Ohne Hintergründe, ohne Wissen, ohne alles. Wirklich nichts wird dem Leser geschenkt und man ist voll und ganz auf die wenigen Brocken angewiesen, die von der Autorin zugeteilt werden. Das hat mir den Einstieg etwas erschwert, weil ich lange Zeit orientierungslos in der Luft hing.
Andererseits war der Kontakt mit der Protagonistin zu Beginn nicht sehr einfach für mich. Johanna ist kein fröhlicher Mensch. Und das lässt sie den Leser und ihre Umwelt spüren. Sie vermeidet es tunlichst, irgendwem zu nahe zu kommen.
Genau an der Stelle wird es dann aber auch spannend, denn natürlich will man wissen, was sie umtreibt und woher dieser sehnliche Fluchtwunsch kommt.

Ihre Art zu Denken und zu erzählen ist sehr knapp und abgehackt. Ihre Sätze sind schlicht und melancholisch. Traurig und wütend. Niemals kann sie auch nur in Erwägung ziehen, dass jemand es ehrlich mit ihr meint. Sie legt es darauf an, ihre Begegnungen auf das allernötigste zu beschränken.
Dieser Stil wird mit der Weile sehr eingehend und fesselnd. Wenn man sich darauf einlässt, erfährt man viel über Johanna. Möchte hinter ihre Fassade schauen. Möchte ihr die Last auf den Schultern erleichtern. Ich habe mit ihr gelitten und gebangt, wo ich doch eigentlich so wenig von ihr weiß.
Aber das muss eine besondere Gabe der Autorin sein. Dem Leser die Figuren vertraut zu machen, ohne ihnen besonders viel mitzuteilen.

Auch wenn die Geschichte nicht sonderlich lang ist, so hat sie mich dennoch bewegt.
Ich sitze jetzt einfach nur da und lasse meine Gedanken fließen. Alles ist still.
Ich hoffe, Johanna kann ihren Frieden finden.
Und ich kann euch dieses Buch nur empfehlen.

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Format: Hardcover
ISBN: 9783548286617 Bewertung:
Erscheinungstermin: 09.03.2015
Verlag: Loewe Verlag
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Kommentare

  1. Hallöchen liebste Ramona,
    es war wirklich wunderbar dich heute mal getroffen zu haben und endlich habe ich es auch geschafft mal auf deinen Blog zu gehen, der jetzt natürlich gleich auf meiner Leseliste gelandet ist! Ich habe gerade entdeckt, dass ich bei dir in der Blogroll bin und bin einfach verzückt. 😀 Danke danke danke dafür. Du hast mir heute wirklich den Tag versüßt mit deiner netten, sympathischen Art und Weise! 🙂 Ich denke, wir werden uns morgen, spätestens übermorgen wiedersehen! 🙂

    Liebst, Lotta

    • Ramona meint:

      Hallo meine liebe Lotta!!
      Ich habe mich auch total gefreut!
      Es war so schön, dass ihr bei mir vorbeigeschaut habt.
      Das Plaudern war so schön mit euch allen.
      Danke!! 🙂

      Liebe Grüße,
      Ramona

  2. Hallo Ramona,
    ich habe von der Autorin ebenfalls „Was ich dich träumen lasse“ gelesen und finde es schön, aber nicht so überragend wie alle berichtet haben. Irgendwas hat mir gefehlt und erst das Ende konnte mich mitreißen. Von daher reizt es mich ehrlich gesagt nicht wirklich „Egal wohin“ zu lesen, wenn auch das Cover wunderschön ist und mich sehr anspricht.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Melanie

    • Ramona meint:

      Liebe Melanie,

      überragend ist es nicht.
      Ich habe ja auch nicht ganze 5 Punkte vergeben… 😉
      Aber das Cover ist halt echt wunderschön.
      Da schließe ich mich dir total an!

      Liebe Grüße,
      Ramona

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