Schmuckfedern vom 04.06.17 | #13

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Lange haben meine Schmuckfedern pausiert, aber heute gibt es sie wieder.
Schließlich quillt meine Liste abgespeicherter Links mittlerweile schier über und ich will euch schließlich nicht erschlagen.

Wenn ihr stöbern wollt, dann findet ihr hier die Schmuckfedern vom letzten Mal.


Ina von Inas Little Bakery hat sich vorgenommen, bis zur Verleihung des diesjährigen Jugendliteraturpreises die Bücher aus drei Kategorien zu lesen. Das ist ein spannendes Projekt und viele Bücher aus Nischen entdecken vielleicht so noch den ein oder anderen begeisterten Leser. Schaut bei ihr vorbei und lasst euch inspirieren!


Petzi hat sich das Buch „Ebbe und Blut“ vorgenommen und auf ihrem Blog vorgestellt. Der Titel interessiert mich aufgrund seiner Aufmachung und der ungewöhnlichen Herangehensweise sehr und deshalb solltet ihr euch das auch unbedingt mal anschauen. Petzi hat schöne Fotos gemacht, mit denen man einen guten Eindruck vom Buch bekommt.


Stehlblüten hat beim Leipziger Blogger-Brunch genau geschaut, was die anderen Blogger zurzeit lesen. Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus Büchern und Interviews, die sehr lesenswert ist. Ein schönes Format mit Buchtipps ist entstanden.


Auf mehreren Blogs läuft momentan eine Blogtour zum Buch „Ewig und ein Sommer“. Marie von Wortmalerei hat 10 gute Gründe für das Buch gesammelt. Kombiniert ist dieser Beitrag mit wirklich sehr ästhetischen Fotos. Allein deshalb habe ich schon Lust auf das Buch bekommen.


Ich weiß, wir haben alle genug Bücher auf unseren SuBs und den Wunschlisten. Aber Favola hat viele schöne Bücher zusammengestellt, die im Juni erscheinen. Auch für mich ist da so einiges dabei. Und für euch?


Kathrin von einbisschenvegan hat schon vor einer ganzen Weile Gedanken zum Thema Bloggen: Früher war alles besser mit ihren Lesern geteilt. In vielen Dingen habe ich mich wiedergefunden und irgendwie war das lustig, schön und erkenntnisreich. Wenn man schon länger bloggt, dann verändert sich ja auch vieles über die Jahre. In letzter Zeit fällt mir das immer wieder auf. Könnt ihr das bei euch auch beobachten?


Saskia von Who is Kafka? ist mit ihrem Beitrag zu Lass die Leute lesen! schon ewig in meiner Liste gespeichert. In ihrem Plädoyer geht es ihr darum, dass Lesen gut ist. Egal, was man liest! Ob nun Schiller, Goethe und Brecht, oder Meyer, Rowling und Roberts. Es ist jedem Leser selbst überlassen, was er gerne lesen möchte. Hauptsache, er hat Spaß dabei! Ganz meine Meinung und weil das so lesenswert ist, gibt es den Beitrag heute nochmal für euch zum Nachlesen.


Das waren sie schon wieder, meine Schmuckfedern. Viel Spaß beim Stöbern!

Konntet ihr eine Entdeckung aus meinen Empfehlungen mitnehmen? Dann schreibt mir das in die Kommentare.

Über Neid und fehlende Entschuldigungen. So denkt eine Autorin über Plagiate

plagiate-neid und fehlende entschuldigungen-meinung einer autorin-kielfeder

„Jetzt lass es aber mal gut sein.“ Diese Rückmeldung bekam ich öfter als gedacht, nachdem ich meine Gedanken zu Plagiaten auf meinem Blog veröffentlichte.

Sobald es um Plagiate geht, kochen Emotionen hoch.
Das habe ich rund um meinen Artikel bemerken können.
Auch Autorinnen und Autoren haben Stellung bezogen, doch sobald sie dies öffentlich taten, wurden sie teilweise von einigen Seiten angefeindet. Wie genau sich das geäußert hat, darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen.
So kam es, dass ich auch mit einigen von ihnen privat Kontakt hatte.

Eine Autorin, die aus diversen Gründen lieber anonym bleiben möchte, hat sich trotzdem zum Thema positionieren wollen.
Eben gerade WEIL sie das auf meinem Blog ohne ihren Namen tun kann und ohne Gefahr zu laufen, dass ihr dafür gemeine Dinge nachgesagt werden.
Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Kinder- und Jugendbücher, ebenso wie diverse Romane.
Sie hat Erfahrung mit kleineren und größeren Verlagen.

Mit ihren Worten möchte ich also weiter dazu anregen, dass ihr euch als Leser Gedanken über euren Umgang mit Plagiaten macht und auch über euren Umgang mit den Menschen, die Plagiate veröffentlicht haben!

Was denkt man als Autor*in über Kolleg*innen, die Plagiate veröffentlichten?
Ich glaube, jede Autorin und jeder Autor fühlt sich betrogen. Das ist so ähnlich, als würde man Schlange stehen wie viele andere Menschen, jeder gibt auf den anderen acht, dass er oder sie zu seinem/ihrem Recht kommt – und dann geht jemand einfach an der Schlange vorbei und drängelt sich vor. Und wenn man ihn oder sie darauf anspricht, kommt ein naseweißes „Ätsch, ihr seid selber doof, wenn ihr euch anstellt“ zurück. Nur, dass es hier um viel mehr geht, als nur darum, früher oder später an der Reihe zu sein.
Ich frage mich, warum ein/e Kolleg*in so dreist ist, so etwas zu machen. Wir sitzen doch letzten Endes alle im selben Boot. Der Buchmarkt ist extrem kompliziert und unübersichtlich geworden, und alle Autor*innen, die ich kenne, kämpfen – auf unterschiedlichen Niveaus und Bekanntheitsstufen – die gleichen Kämpfe. Niemandem wird der Erfolg in den Schoß gelegt, sondern wir arbeiten alle sehr hart, um uns ein Standing in der Welt der Bücher zu verdienen. Jemand, der bereits Erfolgreiches plagiiert, betrügt. Daran lässt sich nicht rütteln.

Was sagt man zu Entschuldigungen wie „Platzhalter“, „vergessen, dass es nicht der eigene Text war“?
Diese Entschuldigungen sind in keiner Weise nachvollziehbar. Ich kenne keine/n einzige/n Autor*in, die als Platzhalter fremden Text abtippt. Noch dazu so, dass er sich genau ins Manuskript einfügt. Und die wenigen „verschleiernden“ Umstellungen, Hinzufügungen oder Auslassungen von Wörtern, wie wären die denn in einem solchen Szenario erklärbar? Das sieht nach einer leicht zu entlarvenden Lüge aus.
Wenn Kolleg*innen und ich in unseren Texten hängen, benutzen wir manchmal tatsächlich Platzhalter. Beispielsweise XXX oder >>> Fantasiewörter. Also Zeichenfolgen, die man auf jeden Fall wiederfinden kann. Bereits erfolgreiche Romane von Kolleg*innen auf passende Platzhalterstellen zu untersuchen, um sie mal schnell einzufügen? Das ist so hanebüchen, dass man darüber lachen müsste.

Wie fühlt es sich an, wenn solche Menschen nach einiger Zeit einfach da weitermachen, wo sie aufgehört haben?
Wenn solche Menschen sich öffentlich zu den Plagiaten bekennen, ggf. gerichtlich verurteilt worden sind und sich bei den Urhebern persönlich entschuldigt haben, kann ich es akzeptieren, ihnen eine zweite Chance zu geben. Aber nur dann.
Wird hingegen die ganze Affäre lapidar ausgesessen und dann unter den Tisch gekehrt, fühlen alle Autor*innen, die ihre gesamten Manuskripte selbst schreiben, und ganz besonders die Plagiierten, sich erneut betrogen. Dann wird das Unrecht nochmal gesteigert. Es frustriert und macht sehr traurig. Man bekommt das Gefühl, dass es im Grunde dumm ist, „ehrlich“ zu arbeiten. Wenn Plagiator*innen unterm Strich doch mit Aufmerksamkeit, darauf folgend mehr Bekanntheit, darauf folgend mehr wirtschaftlichem Erfolg belohnt werden, scheint das ehrliche Schreiben nicht mehr sinnvoll. Getreu dem Motto „There ist no bad Publicity“ scheint es dann doch sinnvoll zu sein, sich mit Geklautem erstmal ins Licht der Öffentlichkeit zu stellen, um danach gründlich abzukassieren.

Hat Kritik an Plagiaten mit Neid zu tun?
Neid worauf? Darauf, dass jemand nicht mal ein eigenes Manuskript nicht erfolgreich an die Leser*innen bringt und deshalb eben auf Gestohlenes vertraut? Darauf, dass dieser Mensch damit plötzlich wahrgenommen wird und gutes Geld verdient? Neid auf etwas komplett Unmoralisches und Illegales?
Uns Autor*innen wird tatsächlich oft Neid vorgeworfen, wenn wir es wagen, in der Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, wenn ein/e Plagiator*in zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Wir sollten großmütig sein und den Mund halten. Das Gefühl dabei ist, zu der Ungerechtigkeit, dass andere mit Illegalem mehr verdienen, auch noch Beleidigungen akzeptieren zu sollen.
Ich beneide Plagiator*innen nicht, sondern sie tun mir insofern leid, als sie zu peinlichen Maßnahmen greifen müssen, um etwas zu erreichen, was echte Autor*innen mit ihrer eigenen Arbeit schaffen.
Wenn Plagiator*innen anschließend jedoch aufgrund ihrer Betrügereien das große Geld machen, fühlt es sich schlicht ungerecht an.

Neid? Nein.

Ich möchte anonym bleiben, um dem Vorwurf des Neids oder mangelnder Großmütigkeit zu entgehen. Ich möchte mir lange Diskussionen auf meinen Seiten ersparen, und ich möchte mir unsachliche und teils beleidigende Kommentare ersparen, in denen man mir nahelegt, nicht „rumzuheulen“, weil andere durch Betrug erfolgreicher geworden sind. Auch die in unseren Zeiten im Internet üblich gewordenen Schmähbezeichnungen möchte ich mir ersparen. Last but not least will ich nicht bei Verlagen durch eine Kritik am System (obwohl es die ja nicht einmal ist) wahrgenommen werden.
Insgesamt wünschte ich mir klare Kommunikation, wo immer Plagiate aufgedeckt werden. Es müsste angemessen damit umgegangen werden. Eine persönliche Entschuldigung bei den Plagiierten sollte Pflicht sein. Je nach wirtschaftlichem Gewinn, den das Plagiat den Beteiligten gebracht hat, wäre eine Strafzahlung meiner Ansicht das Mindeste. Wenn das alles geleistet wurde, steht meiner Ansicht nach dem/der Autor*in eine zweite Chance zu.

Vielen Dank, liebe Autorin, dass du den Mut hattest, dich zu äußern!

Liebe Bücherfreunde, liebe Leser:
An vielen Stellen wurde mir eine „Hexenjagd“ vorgeworfen, die ich auf einen bestimmten Menschen angezettelt hätte.
Das habe ich aber nicht getan.
Letztlich war bloß ein Ereignis auf der LoveLetter Convention der Auslöser dafür, dass ich mir über ein Thema genauer Gedanken gemacht habe.
Dass es dafür nicht nur Applaus gibt, ist sicherlich verständlich.
Ich würde mir aber wünschen, dass ihr euch mal abseits von bestimmten Personen mit dem Thema auseinandersetzt.

Bitte setzt euch mit dem Thema Plagiate auseinander!

Jetzt kennt ihr meine Meinung als Leser, die Meinung einer unbeteiligten Autorin, aber was ist mit euch? Wie möchtet ihr fortan auf Plagiatsfälle reagieren und wie möchtet ihr mit den beteiligten Personen umgehen?

Um eine Frage vorweg zu nehmen: Sehr gerne würde ich auch eine beteiligte Person in den Fokus stellen und ihre Sicht der Dinge erläutern. Nur habe ich in diesem konkreten Fall bisher keine Rückmeldung bekommen. (Stand: 31.05.17 16:20 Uhr) Ich denke, dann würde man sicherlich noch viel besser alle Positionen beleuchten und bewerten können.

Darf man über Plagiate sprechen? Ohne direkt an Personen zu denken? Oder das Gesagte an einem Fall festzunageln? Was denkt ihr?

Rezension: Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Kristina Günak – Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt


Kristina Günak - Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Kurzbeschreibung:

Bea Weidemann kann es nicht fassen: Schlimm genug, dass ihr kleiner Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Aber dass sie nun als Tim Bergmanns persönliche Anstandsdame abgestellt wird und mit ihm den Verlag retten soll, ist einfach zu viel für die junge PR-Referentin. Denn der schwierige Bestseller-Autor lässt sich von nichts und niemandem etwas vorschreiben – und ist genau die Sorte Mann, um die Bea sonst einen weiten Bogen macht. Herzklopfen hin oder her. Doch während sie versucht, das Chaos von Tim – und sich – abzuwenden, merkt sie bald, dass auch die Liebe absolut nichts von ihren Plänen hält…

Kurzweilig und humorvoll

Da mein Herz ganz unglaublich stark für die Buchwelt schlägt, war es einfach nur schön, eine Geschichte zu entdecken, die genau darin spielt. Dass diese Geschichte auch noch von einer Herzensautorin geschrieben wurde, deren Bücher ich sowieso schon liebe, ist ein weiteres Plus.
Ich mag auch die Bücher, die sie Kristina Günak unter ihrem Pseudonym Kristina Steffan schreibt. Kennt ihr zum Beispiel das Buch „Nicht die Bohne!„? Da müsst ihr mal reinlesen.

Kristina Günak hat es mit ihren Worten geschafft, mich sehr schnell mitten hinein in die Geschichte zu ziehen.
Es war ein Sog, der mich erfasste und dann flogen die Seiten nur so dahin.
Schon die ersten Begegnungen zwischen den Protagonisten Bea und Tim sind sehr unterhaltsam und das Knistern zwischen den Beiden ist nicht zu leugnen. Natürlich kann man sich ungefähr denken, wie die Geschichte ablaufen wird, aber das tut ihr keinen Abbruch.
Man hat viel Spaß dabei, wie sie wie Hund und Katz umeinander herumschleichen und gegenseitig ihre Grenzen austesten.
Vom Charakter her sind Bea und Tim sehr unterschiedlich, aber im Grunde brennen sie für die gleichen Dinge. Liebe, Geborgenheit, Sicherheit.

Kristina Günak weiß mit Worten und Geschichten zu bezaubern. Immer und immer wieder.
Es ist eine kurzweilige Geschichte, die man im Nu verschlungen hat, aber man fühlt sich danach einfach wohl.
Und das ist ein Gefühl, was ich sehr gerne habe.
Geschichte und Cover gehen Hand in Hand und wer nach einer sehr schönen und humorvollen Unterhaltung für seinen Nachmittag sucht, der macht mit diesem Buch nichts falsch.

Kaufen: amazon.de* | Verlag | Buchhandlung Sedlmair
Format: Taschenbuch
ISBN: 9783736304659 Bewertung:
Erscheinungstermin: April 2017 flügelflügelflügelflügelflügel
Verlag: Lyx
Übersetzung:


Hat ein Plagiat ein Verfallsdatum?

selfpublisher-plagiat

Ich komme gerade nach Hause. Ich war auf der Loveletter Covention in Berlin. Zu dieser Veranstaltung rund um die wunderbare Welt der Liebesromane gehe ich nun schon seit einigen Jahren und sie ist zu einem festen Ereignis in meinem Bücheruniversum geworden. Auch, wenn ich noch kurz überlegt hatte, den Besuch dieses Jahr ausfallen zu lassen, so bin ich letztlich doch dort gewesen. Zwar nicht die komplette Zeit, sondern sehr reduziert, aber ich war da. So konnte ich mir ein wenig Ruhe gönnen, nach der ich mich schon seit ein paar turbulenten Wochenenden gesehnt habe und aber andererseits auch meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen.
Da ihr aber sicherlich jede Menge Fotos und Berichte der wundervollen LLC sehen und lesen werdet, wird das hier kein Bericht. Ich erzähle euch nicht, was ich in Berlin erlebt habe. Ich möchte ein ganz anderes Thema ansprechen, welches mich schon im Vorfeld stark beschäftigt hat. Komischerweise tauchte es nirgends auf. Oder es war so klein, dass ich es verpasst habe.

loveletter convention

Ein ehemaliger Star stellt sich vor

Auf der LoveLetter Convention war eine schreibende Frau, ich nenne sie bewusst nicht Autorin, die mir früher schon aufgefallen ist. Zuletzt sah ich sie im vergangenen Jahr auf der Frankfurter Buchmesse und schon da hatte ich mich gewundert. War mir der Name falsch in Erinnerung geblieben? Hatte ich da was verwechselt? Aber als ich dann mitbekam, dass sie sich als „die Autorin von ‚Holunderküsschen‘“ vorstellte, da war ich dann komplett stutzig. Fix recherchiert und wieder arg verwundert. Aber ok, Menschen vergessen schnell. Als ich dann vor einiger Zeit las, dass sie auch zur Loveletter Convention kommen würde, hatte ich mich dann aber wirklich gewundert. Wie kann das sein?

Auf der Bühne in Berlin

Es geht im Detail um eine Frau, die von sich sagt, sie sei Autorin. Dabei bestand ihre erste, schreiberische Leistung darin, die Werke anderer Autoren abzutippen und dann in ihr eigenes Dokument zu kopieren. Es entstand ein sogenanntes Plagiat. Daraus wurde vor ein paar Jahren dann DER Selfpublisher-Bestseller überhaupt. Diese Frau war jetzt am Wochenende auf einer Veranstaltung voller Liebesromanautoren. Und ich fragte mich: Wie kann es sein, dass da niemand etwas sagt?

Ich bin selbst keine Autorin, aber mir stößt diese Geschichte aus einem sehr stark ausgeprägten Gerechtigkeitsgefühl her auf.
Außerdem habe ich leider auch schon die Erfahrung machen müssen, meine Texte auf einem anderen Blog finden zu müssen. Natürlich ohne dabei als Urheber genannt zu werden. Sie wurden als Eigenkreation ausgegeben. Und das tat sehr weh.
Es will mir nicht einleuchten, dass andere Menschen eine Menge Arbeit in ihre Ideen stecken, sie schreiben und schreiben und schreiben und ackern mühsam für ihren Erfolg. Für die Leser. Und dann kommt da jemand anders, der kombiniert einfach schöne Textstellen aus bestehenden Romanen, ein paar Wörter werden noch dazugetippt und schon ist er fertig, der neue Bestseller. Sicher, dieses Suchen, Finden und Auswählen macht sicherlich auch eine Menge Arbeit. Dann muss man aus verschiedenen Geschichten eine neue zusammenbasteln. Respekt, wer sich die Mühe macht. Aber warum kann jemand, der kopiert und betrogen hat, plötzlich wieder als etablierte „Autorin“ auf einer Bühne sitzen?

Habt ihr schon vom Urheberrecht gehört?

Ob ich nun den kreativen Erguss meiner Oma kopiere, oder andere Bücher abschreibe und ins Internet stelle, ich muss immer sagen, dass das nicht von mir ist. Wahrscheinlich wird meine Oma nicht so schnell rauskriegen, dass ich sie um Lob und Ruhm gebracht habe, aber im Prinzip ist es der gleiche Fall. Gedanken haben Urheber. Konkrete Gedanken haben Urheber. Und Bücher könnten gar nicht mehr konkreter sein. Die haben einen Erfinder, der steht sogar dick und groß vorne auf dem Buch drauf. Und meistens auch noch drin. Vorne und sogar hinten.

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Beliebte Ausreden

Welche Ausreden dann nach dem Bekanntwerden des Plagiats kommen, finde ich auch immer wieder interessant. Ein paar Beispiele:

„Die Stellen waren als Platzhalter gedacht.“ Kurz und knapp. Wisst ihr, was ich im normalen Schreiballtag als Platzhalter verwende? Entweder eine schlichte Folge von xxx, oder tbc. Das sind meine Platzhalter. Das geht sicherlich kreativer, aber es erfüllt seinen Zweck.

Die Texte wurden mal als Fingerübung kopiert, dann in der Schublade vergessen und irgendwann, Jahre später, dachte man plötzlich, es wäre die eigene Geschichte. Cool, also ganz schnell mal veröffentlichen.“ Darf ich kurz den Kopf schütteln? Wenn ich mir Texte überlege und sei es nur dieser hier, dann trage ich den vorher schon gefühlt ewig mit mir rum. In meinem Kopf springen die Wörter hin und her und eigentlich ist er dann irgendwann quasi fertig formuliert. Ich muss ihn nur noch schreiben. Mir kann also niemand erzählen, man könne sich am Ende nicht mehr daran, dass es nicht der eigene Text gewesen sei.

Niemand ist unfehlbar!

Natürlich kann man über alles eine eigene Meinung haben. Man kann als Mensch einen Fehler machen. Niemand ist unfehlbar. Wir alle haben schon echt blöde Sachen gemacht, für die wir uns hinterher dann geschämt haben. Aber wisst ihr, was das wichtigste am Umgang mit so einem Fehler ist? Man muss sich danach dafür aufrichtig entschuldigen. Erst dann kann man weitermachen. Erst dann sehen die anderen, dass man wirklich Reue zeigt. Seinen Fehler einsieht. Und man bekommt einen Neuanfang gestattet. Das denke ich jedenfalls.

Ist dieser Fall ein alter Hut?

Sicherlich ist der Skandal aus der Selfpublishing-Szene jetzt schon knapp fünf Jahre alt. 2012 kamen die Vorwürfe auf. Jetzt haben wir 2017. Darf man dann noch nachtragend sein? Mir persönlich hat die Frau nichts getan. Ich habe weder damals ihre literarischen Ergüsse gelesen, noch heute. Ich maße mir kein Urteil über deren Qualität an. Was mich aber stört, ist die Tatsache, dass die fleißige Schreiberin sich kurzzeitig hinter fadenscheinigen Erklärungen versteckte, dann komplett von der Bildfläche verschwand und ein paar Jahre später taucht sie einfach wieder auf. Leser und Autoren, die schon länger in der kleinen Buchwelt des Internets unterwegs sind, denen fällt der Name auf. Er springt ihnen förmlich ins Gesicht. Was muss das für ein Gefühl sein? Wahrscheinlich ein kompletter Schlag ins Gesicht. Allen anderen sagt er nichts. Gras ist über die Sache gewachsen.

Mein Wunsch: Eine offene Diskussion!

Ich nenne ihren Namen in diesem Text bewusst nicht, aber mir ist auch völlig klar, dass er sich sehr leicht herausbekommen lässt. (edit: Das hat sich dann wohl erledigt, da ich auch die Quellen ordnungsgemäß nennen möchte. Ja, jetzt taucht der Name am Ende des Artikels auf.) Schon allein über die Quellen, die ich hier verlinkt habe. Ich möchte aber auf keinen Fall eine Hexenjagd provozieren, denn damit ist niemandem geholfen. Wenn ihr euch informieren möchtet, so könnt ihr das gerne tun, aber bitte unterlasst jegliche Beleidigungen und Anfeindungen hier in den Kommentaren.

Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil ich mir wirklich Gedanken um das Thema mache und weil ich gerne wissen möchte, wie ihr dazu denkt. Kann man ein Plagiat irgendwann einfach vergessen? Muss man sich dafür ehrlich rechtfertigen? Kann man dann als Autorin wieder auf eine Bühne gehen und so tun, als wäre nie etwas gewesen? Und darf man als Veranstalter diesem Menschen eine Bühne bieten?

Weiterführende Links:

Buchreport: Ein Selfpublishing-Star verglüht (Letzter Zugriff: 22.05.17 9 Uhr)

Literaturcafe: Kommentar: Plagiatsvorwürfe gegen Martina Gerckes »Holunderküsschen« (Letzter Zugriff: 22.05.17 9 Uhr)

eBooks-autoren.de: Martina Gercke weiter in der Kritik – neue Vorwürfe gegen Holunderküsschen (Letzter Zugriff: 22.05.17 9 Uhr)

Buchmarkt: Hat Martina Gercke bei ihrem Bestseller „Holunderküsschen“ von Sophie Kinsella abgeschrieben? (Letzter Zugriff: 22.05.17 9 Uhr)

Wikipedia: Martina Gercke (Letzter Zugriff: 22.05.17 9 Uhr)

[nachträglich eingefügt 22.05.17 14:14 Uhr] eBooks-autoren.de: Themenseite: Martina Gercke – Plagiats-Diskussion (Letzter Zugriff: 22.05.17 14:14 Uhr)

Rezension: Bourbon Kings

J. R. Ward – Bourbon Kings


Bourbon Kings - J. R. Ward

Kurzbeschreibung:

Seit Generationen geben die Bradfords in Kentucky den Ton an. Der Handel mit Bourbon hat der Familiendynastie großen Reichtum und viel Anerkennung eingebracht. Doch hinter der glänzenden Fassade verbergen sich verbotene Liebschaften, skrupellose Machtspiele, Verrat, Intrigen und skandalöse Geheimnisse…

Macht süchtig!

J. R. Ward kennt man vor allem durch ihre Black Dagger-Reihe.
Für mich war es aber tatsächlich das erste Buch der Autorin, aber das düster-sinnliche Cover machte mir schon lange Lust auf mehr.
Auf der Buchmesse habe ich mir den ersten Teil der Reihe um die Bourbon Kings nun endlich gekauft und dann auch bald verschlungen.

Man bekommt als Leser alles, was man sich von diesem Buch erhofft: Jede Menge Intrigen, Sex und Dramen. Wirklich haufenweise Dramen. Ach und Bourbon. Unglaublich viel Bourbon. Immer wieder hat eine der handelnden Personen ein alkoholisches Getränk zur Hand. Irgendwie muss man das ganze Durcheinander ja auch ertragen, oder?
Nein, die trinkenden Personen sind sich auch durchaus bewusst, dass es teilweise wirklich zu viel ist. Also bitte denkt nicht, dass Bourbon Kings den übermäßigen Genuss von Alkohol schön redet.

Die Figuren sind sehr unterschiedlich und alle ihre Geschichten machen Lust auf mehr. Die Protagonisten sind spannend, aber auch die Nebenfiguren haben meine Neugier geweckt. Ob es die Brüder, die Hausangestellten, oder andere Leute aus der High Society sind. Da warten definitiv noch so einige Geheimnisse darauf, entdeckt zu werden.
Das ist es auch, was die Geschichte nie langweilig werden ließ. Immer wieder entdeckte man etwas neues. Immer wieder tut sich ein neuer Handlungsstrang auf. Man war nie am Ende angelangt.

Die Szenerie der Südstaaten, das Feeling und das Flair der Superreichen hat J. R. Ward wirklich gut eingefangen. Man riecht den teuren Bourbon, man streift durch die fantasievollen Gärten und man entdeckt schmutzige Geheimnisse in prunkvollen Schlafzimmern. Als Leser ist man mit ganzer Seele dabei und erfährt dabei zum Beispiel auch etwas über die Herstellung des Getränks, welches der Serie seinen Namen gibt.

Insgesamt hat mich Bourbon Kings rundum gefesselt und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit der Familie weitergeht!

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Format: Paperback
ISBN: 9783736303225 Bewertung:
Erscheinungstermin: Januar 2017 flügelflügelflügelflügelflügel
Verlag: Lyx
Übersetzung: Marion Herbert, Katrin Kremmler


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