Die kuriosesten Sätze auf der Messe und das Buchmesse-Bullshit-Bingo

Ich war jetzt schon sehr oft auf der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse.
Mal als Blogger, mal als Besucher und zum Schluss immer als Verlagsmitarbeiter.
Was man da teilweise von den Besuchern der Buchmesse so hört, ist wirklich absurd.
Da ich das im Nachhinein doch auch immer recht unterhaltsam finde (wirklich immer erst hinterher!), möchte ich ein kleines Best-Of an Begegnungen auf der Buchmesse gerne mit dir teilen.
Ich hoffe, ich kann auch ein wenig für Bewegung bei deinen Lachmuskeln sorgen.


Die Infotheke


Sehr wichtig ist für einen Verlag der sogenannte Standdienst und die Betreuung der Infotheke.
Das ist der Ort, wo man Lesezeichen und Leseproben findet und generell alle Leute hinschickt, deren Fragen man aus dem Bauch heraus nicht beantworten kann.
Die Leute an der Infotheke eines Standes haben meistens über Mitarbeiter, Termine und auch Dinge wie Taschentücher einen Überblick und können schnell helfen.
Dennoch ist dieser Job auch einer der anstrengendsten, die man sich auf der Messe vorstellen kann.
Denn was da teilweise für Fragen gestellt werden, oder für Dinge gesagt werden, ist im Stress manchmal nicht leicht zu wuppen.

Die Situation ist immer gleich. Ein Messebesucher kommt zur Theke und hat eine Frage.
Diese kann sein:

„Verschenken Sie Bücher?“

„Ich bin Azubi/ Buchhändler/ Student. Haben Sie Leseexemplare?“
Man reicht ein Leseexemplar raus.
Anderer Besucher: „Ich will das auch haben!“

„Ich will einen Lektor sprechen.“

„Kann ich bei Ihnen auch Kaffee bestellen?“

„Wo ist das Klo/ die Info/ Stand xy?“

Besucherin kommt zur Infotheke: „Ich bin eine gebeutelte Fotografin.“
Ich: …
Gebeutelte Fotografin: „Was haben Sie denn kostenlos?“

„Kann man das alles hier einfach mitnehmen?“
Ich: „Nein, das müssen Sie schon bezahlen.“
Besucherin (lacht): „Ja, natürlich, aber kann ich das einfach mitnehmen und dann zur Kasse gehen?“


Die Termine


Manchmal hat man als Verlagsmitarbeiter auch Termine.
Da bekommt der Termin dann meistens etwas zu trinken und eine kleine Knabberei angeboten.
Schließlich muss man sich jetzt wieder eine gewisse Zeit im Getümmel aufeinander konzentrieren. Da ist eine kleine zuckrige Stärkung durchaus angebracht.
Wenn aber ein anderer Besucher sieht, dass man zu einem Verkaufsgespräch etwas Süßes reicht, kommt meist automatisch die Frage: „Kann ich davon auch was haben?“

Ein Besucher nimmt am Stand etwas in die Hand und fragt an niemand bestimmten gerichtet: „Kostet das was?“


Bloße Anwesenheit am Stand


Wenn man gerade tatsächlich mal nichts zu tun hat, dann steht man meist am Stand und schaut, ob man irgendwo irgendwie helfen kann.
Oder Bücher aufgefüllt werden müssen.
Oder man lässt einfach die Massen an sich vorüberziehen.
Und plötzlich kommt dann die Frage:

„Gehören Sie zum Stand?“

Man bedenke, dass jeder Verlagsmitarbeiter ein Schild irgendwo in Brusthöhe trägt. Darauf sind Verlagslogo und Name des jeweiligen abgedruckt.
Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie oft das doch trotzdem als so uneindeutig empfunden wird, dass man lieber nachfragt.
Aber ok, besser nachfragen, als ohne Punkt und Komma auf Verlagsmitarbeiter einreden. 🙂


Das Buchmesse-Bullshit-Bingo


Bitte nimm dieses Bingo nicht bierernst.
Aber gefühlt hört und sagt man auf der Messe immer wieder die gleichen Sätze und so dachte ich, könnte man daraus doch ein Bullshit-Bingo machen.

Also: Wenn du jetzt zur nächsten Buchmesse fährst, dann nimm dir diesen Zettel mit.
Wenn du gewinnst, darfst du dir danach ein Buch kaufen.
Das ist doch ein guter Deal, oder nicht?

buchmesse-bullshit-bingo

Kommentare

  1. HI Ramona,

    ja, die Sätze des Bullshit-Bingos kommen mir bekannt vor und ich bekenne mich auch selbst schuldig ;-D Aber was man als Verlagsmitarbeiter so erlebt, finde ich ja auch spannend. Einiges habe ich auch so schon mit bekommen und bin manchmal doch etwas „erstaunt“ 😉

    Liebe Grüße
    Desiree

  2. Moin Moin!
    „Schön“, dass es dir als Verlagsmitarbeiterin genauso ergeht wie den Besuchern. Ich war dieses Jahr das erste Mal auf der Messe und habe eigentlich am laufenden Band gedacht „Dreistigkeit kennt keine Grenzen“. Da schaut man mal eine Minute in eine andere Richtung und zack, ist das Regal neben einem wieder ein bisschen leerer. Und das nicht am Verkaufstag… Oder auch die berühmt berüchtigten Rollkoffer. Ich frage mich ernsthaft: Was will ein Mensch mit 100 Leseproben und Lesezeichen? Einfach nur weil es umsonst ist? Das werde ich wohl nie begreifen.
    Danke für den schönen Beitrag, der versetzt einen nochmal richtig schön ins Getümmel!
    Liebste Grüße,
    Elli

    • Ich persönlich bin auch jemand, der die Messe immer mit Trolley besucht, allerdings nicht um 100 Lesproben mitzunehmen, damit kann ich tatsächlich überhaupt nichts anfangen, sondern weil ich so viele Bücher zum Signieren mitbringe und die nicht anders transportieren kann.

  3. Oh mein Gott Ramona,
    ich hatte gerade wirklich einen kleinen Lachflash. 😀
    Danke dafür. Es sollte noch mehr solcher Beiträge geben.

    Von meinen Kunden könnte ich da auch einiges erzählen.. ^^ Herrlich, was man da so manchmal erlebt.

    Liebst, Lotta

    • Liebe Lotta,

      ach das freut mich sehr! 🙂
      Ehrlich gesagt lag dieser Beitrag schon sehr lange als Entwurf herum…
      Wusste immer nicht, ob das auf Anklang stoßen würde.

      Bin, froh, dass ich es gemacht habe.
      Das wäre von dir auch mal ein sehr interessanter Beitrag! 😉

      Liebe Grüße
      Ramona

  4. Das mit dem Schild ist, denke ich, ein generelles Phänomen, das mir z.B. auch bei Thalia beinahe täglich begegnet. Wir Mitarbeiter sind eigentlich auch deutlich zu erkennen: Schild, klappernder Button und zumindest im Winter sind wir die einzigen ohne Jacke, Schal, Tasche, etc. Trotzdem werden wir immer wieder gefragt: Arbeiten Sie hier?

    Sogar noch besser: Ich habe mal in einer Reha-Klinik an der Rezeption gearbeitet. Wenn man Rezeptionsdienst hat, ist man der einzige Mitarbeiter hinter der Theke, die auch durch eine Tür räumlich abgetrennt ist. Es kann also nicht jeder einfach so den Bereich hinter der Theke betreten. Trotzdem wurde ich, wenn ich gelesen habe, was erlaubt war, weil abends kaum noch etwas los war, regelmäßig gefragt, ob ich denn hier arbeite. Am liebsten hätte ich dann ja immer geantwortet: Nein, ich sitze einfach nur so zum Spaß hier hinter der Theke. >.<

  5. Über fehlenden Schlaf hab ich Samstag aber auch ausführlich gejammert 😀 Ich glaub, ich wäre echt gut im Bullshit Bingo 😉

  6. „Gehören Sie zum Stand?“ frag ich auch immer. Warum? Weil ich es unhöflich finde, mich zum Busen der Hostess herunter zu beugen und in ihr Dekolleté zu atmen, um zu erkennen, ob das winzige Verlagslogo das dieses Standes ist oder eines anderen.

  7. Liebe Ramona 🙂

    was man manchmal auf der Messe erlebt ist wirklich unglaublich. 😉 Ich finde dein Beitrag fasst das sehr schön zusammen. 🙂

    Liebste Grüße,
    Tati

  8. Hey Ramona,

    ich finde es ja immer wieder interessant was man als Verlagsmitarbeiter alles ertragen muss. Ich war ja jetzt auch als blogger immer mal wieder auf der Buchmesse und was ich da so nebenbei mitbekommen habe, was für Fragen stellt werden. Es ist manchmal echt zum schießen oder verzweifeln. ^^°

    Dein Bingo ist echt klasse und ich denke da werde ich im nächsten Jahr relativ oft „BINGO“ schreien. 😀

    Liebe Grüße und schönes Wochenende,
    Ruby

  9. Hahaha, das Buchmesse-Bullshit-Bingo hat mich richtig zum Schmunzeln gebracht. 😀 Super Beitrag! ♥

    LG, Nana

  10. Ich bin zwar nicht auf Buchmessen unterwegs, unterhaltsam fand ich es dennoch zu lesen 😀
    Schönes Wochenende!
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

  11. Hallihallo 🙂

    für mich war die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr eine Premiere und ich hab mich gerade schon in deinem Bullshit-Bingo entdeckt. Mist. 😀
    Es ist wirklich lustig zu lesen was dir da alles untergekommen ist. Ich habe auch ein bisschen was in dieser Art mitbekommen, u. a. auch Keksdiebe, die in offensichtlich terminierte Gespräche geplatzt sind sowie Tischabräumer, die Lesezeichen und Postkarten in Massen mitgenommen haben. Wenn es etwas umsonst gibt, dann schaltet sich wahrscheinlich bei vielen einfach das Hirn aus. Oder es ist die Reizüberflutung, die enorme Verwirrung verursacht. 😀

    Ich wünsch dir noch einen schönen Abend
    Liebe Grüße
    Ena

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