Interview mit Corina Bomann

Mit etwas Verspätung kommt heute nun das Interview mit Corina Bomann!


corina bomann


VIEL SPAß!



Liebe Corina, vielen Dank, dass Du dir die Zeit für das Interview nimmst.
Bitte stelle Dich doch zu Beginn erst einmal kurz vor!

Ich bin 36 Jahre alt, wurde im mecklenburgischen Parchim geboren und seit 2002 Schriftstellerin. Geschrieben habe ich aber schon vorher, genau genommen seit ich acht Jahre alt war. Meine Hobbys sind Malen, Schneidern und Gitarre spielen und was am wichtigsten ist, ich liebe Bücher und schreibe sie für mein Leben gern!


In nächster Zeit wird Dein frischester Roman in den Buchläden zu haben sein. Die „Sephira“ sind als Trilogie geplant. Du kannst mittlerweile auf einige Veröffentlichungen zurück blicken. Wie fühlst Du Dich?
Einfach nur toll, denn diese Geschichte hatte mir schon lange am Herzen gelegen. Als ich endlich das OK des Verlags bekam, habe ich mich riesig gefreut und noch schöner war, dass die Geschichte in Serie gehen soll. Wie viele Bände diese Serie haben wird, ist noch ungewiss. Drei auf jeden Fall, mehr sind aber auch vorstellbar. Meine lose Planung umfass sieben Bände.


Wie kamst Du zum Schreiben? Gab es irgendeinen Auslöser?
Schon als kleines Kind hatte ich immer viele Geschichten im Kopf. Sie fielen mir beim Spielen ein, bei Bus- oder Autofahrten. Da es immer mehr wurden und ich sie nicht verlieren wollte, habe ich sie, sobald ich schreiben konnte, aufgeschrieben. Und so ist es auch heute noch, gute Einfälle notiere ich gleich und mache hin und wieder eine Geschichte draus.


Wie lange hat es gedauert, bis Dein erstes Buch tatsächlich im Laden zu bekommen war?
Was hast Du dann empfunden?

Richtig im Laden zu haben war mein Buch „Die Spionin“, und zwei im Jahr 2008. Ein tolles Gefühl! Als ich das erste Belegexemplar in der Hand hielt, kamen mir vor Freude sogar die Tränen. Ich hatte ja vorher schon Veröffentlichungen, aber dieses Hardcover war etwas ganz besonderes. Ich war unheimlich stolz, wenn ich es in einem Buchladen entdeckte.


Ist es irgendwie anders, jetzt schon einige Titel in der Bibliografie zu haben? Schreibst Du jetzt vielleicht mit mehr Gelassenheit als vorher, weil Du weißt, du kannst Dich auf Dein Geschriebenes verlassen?
Jeder neue Roman ist ein neues Abenteuer. Mit jedem neuen Roman hat man Zweifel. Ist der Anfang gut genug? Wird die Geschichte ankommen. Kann man den Spannungsbogen einhalten. Gelassenheit stellt sich bei mir nicht ein. Es ist nur so, dass man weiß, dass das Buch veröffentlicht wird. Bevor das der Fall war, hatte man natürlich immer die Frage im Nacken: Wird es ein Verlag nehmen. Dieser Druck fällt jetzt weg, aber dennoch ist es immer wieder spannend, ein neues Buch anzufangen.


Wirst Du, wenn Die „Sephira“ jetzt in einigem Zeitabstand erscheinen, dazwischen auch noch andere Bücher veröffentlichen? Können wir uns vielleicht wieder auf etwas Historisches freuen?
Es wird im halbjährigen Wechsel zu Sephira auch immer einen historischen Roman geben. Im Moment habe ich Verträge für zwei weitere historische Jugendbücher. Auch im Erwachsenenbereich wird etwas Neues kommen.


Macht es einen Unterschied, ob man Bücher für Erwachsene oder für Kinder und Jugendliche schreibt?
Keinen besonders großen. Bei Jugendlichen wähle ich höchstens eine etwas einfachere Sprache, und natürlich werden Gewalt und Sex bei einem Jugendbuch nicht so ausführlich beschrieben. Ansonsten ist der Aufbau der Spannung ähnlich, und aus den Themen könnte man genauso gut ein Erwachsenenbuch wie ein Kinderbuch machen.


Wie schreibst Du? Nimmst Du dir ein bestimmtes Pensum vor, oder tippst Du dann, wenn Du eine kreative Eingebung hast? Teilst Du vorher alle Kapitel gedanklich auf, oder kommt das beim Schreiben? Wie läuft das bei Dir?
Ich setze mich morgens in mein Büro und leiste dann einen Arbeitstag ab wie jeder andere Disziplin ist wichtig und tatsächlich habe ich ein gewisses Maß, das ich an einem Tag schaffen möchte. Manchmal gelingt es mir, manchmal schreibe ich sogar mehr und an anderen Tagen wird es weniger, weil man die Gedanken doch nicht so fokussieren kann. Die Kapitel sind meist schon durch das Exposé aufgeteilt. Natürlich ändert sich beim Schreiben manchmal etwas, aber im Großen und Ganzen habe ich den Fahrplan vorher schon da.


Wie viel Zeit planst Du jeweils für Recherche und dann das eigentliche Schreiben?
Die Recherche dauert je nach Thema 1 -2 Monate, das Schreiben ein halbes Jahr, wobei ich auch beim Schreiben immer noch recherchiere.


Hast Du schon mal das Gefühl gehabt, keine neuen Ideen mehr zu haben?
Hatte ich zum Glück bisher noch nie, meine Ideenbücher quellen über und täglich kommen neue Ideen hinzu.


Wie leicht kannst Du eine Geschichte beenden? Spinnst Du dir vielleicht in Gedanken noch mehr zusammen, auch wenn es der Leser nicht erfährt?
Am Anfang einer Geschichte habe ich immer Angst, dass der Umfang nicht reichen wird. Dann setzt sich die Story fort, und schließlich ist es so, dass ich weit über den gesetzten umfang hinausschieße. Da zum Ende zu kommen ist nicht leicht, weil einem immer wieder etwas einfällt. Weiter spinne ich die Geschichten aber höchst selten. Ich kann verstehen, dass Leser noch mehr über die liebgewonnenen Figuren wissen möchte, aber da ich mich als Beobachter meiner Figuren verstehe, will ich ihnen auch ein wenig Privatsphäre hinterher gönnen und verlasse sie dann. Schweren Herzens zwar, aber sie und auch die Leser müssen Freiraum zum Weiterspinnen haben. Gedanken über eine Fortsetzung habe ich mir bisher nur bei der Spionin gemacht, ob es da zu einem zweiten Teil kommen wird, steht aber in den Sternen.


Wie sieht ein typischer Schreibtag bei Dir aus?
Um 8.00 Uhr an den Schreibtisch, schreiben bis Mittag, Mittagspause, schreiben am Nachmittag (oder Erledigungen in der Stadt), Kaffeepause und schreiben am Abend bis um 20.00 Uhr. Alles recht glanzlos, der Glanz des Schriftstellers findet in seinen Geschichten statt.


Was machst Du, wenn Du gerade nicht schreibst?
Was wohl jeder macht. Hausarbeit, Behördenkram, im Sommer Radeln, Lesen oder ins Kino gehen. Ich bin ein großer Filmfan.


Vor dem beruflichen Schreiben hast Du als Zahnarzthelferin gearbeitet. Wie bist Du dazu gekommen? Auch die Inspiration daraus zu ziehen ist lustig: Zähne und Buchstaben haben sonst nicht wirklich viel miteinander zu tun… 😉
Zahnarzthelferin war nicht mein Traumjob, muss ich sagen. Nach der Wende waren Lehrstellen knapp. Eigentlich wollte ich Kindergärtnerin werden, aber dieser Berufsstand ging 1990 den Bach hinunter. Nachdem ich ein halbes Jahr im Finanzamt gearbeitet habe, habe ich eher durch Zufall die Ausbildungsstelle zur Zahnarzthelferin bekommen. Und die Arbeit hat mir großen Spaß gemacht. Der Umgang mit Menschen war sehr lehrreich und die Tätigkeit spannend. Sie kommt mir auch heute noch zugute, wenn ich medizinische Fragen in einem Roman erläutere oder Personen beschreibe. Wir hatten manchmal echte Typen unter unseren Patienten.
Nach Ende meiner Ausbildung hätte ich um ein Haar ein Studium aufgenommen, um Kieferchirurgin zu werden. Dieser Plan hat sich durch unglückliche familiäre Entwicklungen zerschlagen, und schließlich hatte ich das Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen.


Hast Du einen großen Traum?
Sogar zwei. Zum einen will ich die Scheune meines Bauernhofes zu einem Atelier und Treffpunkt für Künstler ausbauen. Und zum anderen mit meinen Büchern auf die Bestsellerliste kommen.


Was wolltest Du deinen Lesern schon immer mal sagen? Tu es hier und jetzt:
Kauft meine Bücher und bleibt mir gewogen!;-)




Diese Fragen kommen von begeisterten Lesern:

Ramona: Wodurch werden Sie inspiriert, einen Fantasy-Roman zu schreiben bzw. woher kommen diese Ideen?
Fantasy war eines der ersten Genres, mit denen ich mich befasst habe. Mein allererster Roman war eine Vampirgeschichte. Die liegt in meiner Schublade und bleibt auch dort. Fantasy und Mystery mochte ich neben historischen Geschichten immer schon sehr gern. Als es sich anbot, meine beiden Lieblingsgenres zu verbinden, habe ich zugegriffen.


Sylvia: Was machen Sie, wenn Sie mitten im Roman einen Ideen-Black-out haben?
Das habe ich nur sehr selten, doch wenn ich mal nicht weiterkomme, lasse ich die Geschichte sein, gehe spazieren, fahre Rad oder lese. Oder erledige andere Dinge. Meist kommen mir während des Einheftens von Kontoauszügen oder anderem langweiligen Kram neue Ideen.


Anastasia: Kennen Sie Schreibblockaden?
Bisher hatte ich glücklicherweise noch keine. Aber ein Lektor riet mir mal: „Wenn du einen Text nicht mehr sehen kannst oder keine Idee hast, mach einen Tag lang was anderes.“ Das hat mich bisher immer vor Blockaden bewahrt.


Elke: Lesen Sie selber und wenn ja, welches Genre bevorzugen Sie?
Ich lese eigentlich querbeet, am liebsten aber Krimis und historische Romane, außerdem Fantasy und manchmal auch Science-Fiction. Ob ich mich für ein Buch interessiere, hängt nicht vom Genre ab sondern ob mich der Klappentext anspricht. Ich habe auch anspruchsvolle oder schräge Bücher, berufsbedingt lese ich sehr viele Sachbücher und historische Biographien.


Bettina: Wie lange hat die Entwicklung der Idee bis zum fertigen Buch gebraucht?
Das geht bei guten Geschichten eigentlich sehr schnell. Wenn mich eine Idee gepackt hat, brauche ich meist nur ein bis zwei Tage, um ein Exposé in groben Zügen fertig zu haben. Dann muss ich natürlich sehen, wie sich historische Gegebenheiten einpassen lassen. So kann bis zu eine Woche vergehen, bis das Exposé hieb- und stichfest ist. Danach geht die Recherche los, während der ich meist auch schon zu schreiben beginne, denn es gibt ja Szenen, die man unabhängig vom Hintergrund schreiben kann. Insgesamt brauche ich für ein Buch ungefähr ein halbes bis dreiviertel Jahr.


Karolina: Es werden immer häufiger Romane als Filmvorlage verwendet.
Meinen Sie, ihre Romane wären verfilmbar? Wenn ja welche?!

Würden Sie Einfluss nehmen wollen oder sich vom Regisseur und seinem Team überraschen lassen wollen, wie diese Menschen ihr Buch interpretieren?
Von einer Verfilmung träumt natürlich jeder Autor, auch ich. Verfilmbar wären meine Bücher sicher alle, mit mehr oder weniger Aufwand. Für die „Spionin“ und den „Pfad der roten Träume“ müsste das Filmteam ein wenig reisen (England, Australien), beim „Krähenweib“ und „Sturmsegel“ könnte es sogar hier vor Ort filmen (Berlin/Dresden, Stralsund) was für die Produktionskosten sicher sehr günstig ist. Ich würde mich tatsächlich vom Regisseur überraschen lassen, allerdings darauf bestehen, dass er keine groben Änderungen im Plot vornimmt. Alles andere würde ich ihm überlassen und wäre gespannt, was er draus macht.


Nicole: Wenn Sie einen Roman schreiben, schreiben Sie dann die Geschichte von vorne bis hinten oder fangen Sie mit irgendeinem Kapitel an und das Buch entsteht dann rundherum?
Ich fange die Geschichte natürlich vorn an, springe aber zwischen je nach Einfällen mal vor und mal zurück. Manchmal ist es gut, eine Entwicklung weiter hinten zu kennen, da kann man dann weiter vorn schon Hinweise und Spuren legen. Hin und wieder drängt sich auch eine Szene vor, weil ich gerade einen guten Einfall dafür habe. Chronologisch runter schreibe ich meine Bücher nie.


Verena: Wie sind Sie gerade dazu gekommen, Fantasy-Romane zu schreiben,
reizt es sie auch einmal, sich in anderen Genres auszutoben?,
haben die literarische Vorbilder, wenn ja welche?

Historische Romane und Fantasy sind meine Lieblingsgenres, aber es würde mich auch sehr reizen, einen Krimi oder Thriller zu schreiben, der in der Gegenwart angesiedelt ist. Als literarische Vorbilder würde ich Arturo Perez Reverte und Bram Stoker ansehen.


Martina: Wann haben Sie Ihre Liebe und/oder Ihr Talent zum Schreiben entdeckt und geschah dies durch ein für Sie bedeutendes Ereignis? Bei mir wurde die Liebe zum Lesen in der 1. Klasse geweckt als wir mit der Schule einen Ausflug in die Bücherei
gemacht und dort einige Kinderbücher vorgestellt bekommen haben, unter anderem „Meine Schwester Klara“, mein erstes Buch 🙂
Meine Liebe zu Büchern ist durch Märchen erwacht. Als ich noch nicht lesen konnte, habe ich bereits für Grimms Märchen geschwärmt, ich hatte ein altes Märchenbuch von meiner Großmutter, in dem wunderschöne Zeichnungen drin waren. Ich konnte nicht abwarten, sie selbst lesen zu können, und so angefixt wollte ich natürlich mehr lesen.
Mein Wunsch, zu schreiben hat den Grund in meiner regen Fantasie. Ich habe mir schon als kleines Kind Geschichten ausgedacht, und da ich mich manchmal ärgerte, Teile von einer vergessen zu haben, schrieb ich sie auf.


Steffen: Da Ihre Bücher bei Knaur oder Ueberreuter verlegt werden – Was schreiben Sie lieber: Bücher für Erwachsene oder Jugendbücher?
Ich schreibe beides gleichermaßen gern, und mag es, zwischen Jugend- und Erwachsenenbuch zu wechseln. Die Unterschiede sind nicht sehr große, jede Story kann man für jedes Publikum erzählen.


Katharina: Wie viele Bände wird es zu „Sephira – Ritter der Zeit“ voraussichtlich
geben?

Wenn es nach mir geht zwölf, lose geplant sind sieben und spruchreif sind im Moment drei Bände.


Wie gefällt Ihnen das Cover? Durften Sie mitentscheiden?
Das Cover gefällt mir sehr gut, allerdings war eine kleine Korrektur vonnöten. Anstelle des Skarabäus stand im ersten Entwurf ein Kompass, der musste raus, weil er nicht passte. Der Grafiker hat dann auf meinen Wunsch auch noch etwas „wüstenmäßigeres“ mit reingebracht, sprich, die Pyramiden. Ein bisschen Mitspracherecht hat man als Autor schon.


Wie lange brauchen Sie in der Regel um ein Buch zu schreiben?
Ein halbes bis dreiviertel Jahr. Es kommt auf den Umfang an. Schmale Bücher dauern natürlich nicht so lange, diese Zeitspanne brauche ich für ein Buch von 400 Seiten.




Vielen, vielen Dank an Dich, dass du so frei zu jeder Schandtat bereit warst! 😉 Ich wünsche dir von Herzen weiterhin viel Erfolg für deine Bücher!
Ich danke dir und den Lesern für all die interessanten Fragen!

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